Hallo Frank,
Streptokokken- und Staphylokokkenarten zählen zur Gruppe der eitererregenden Bakterien. Die oben genannten gehören zur physiologischen, d. h. zur normalen, Rachenflora.
Sie sind weit verbreitet und kommen fast überall vor, wo Menschen etwas anfassen, sodass jeder sie an den Händen und auf den Schleimhäuten hat, ohne gleich zu erkranken. Dabei hilft uns ein gut trainiertes Immunsystem.
Staphylococcus epidermis ist ein „normaler“ Bewohner der Haut und Schleimhaut, aber auch ein opportunistischer Erreger z. B. von verschiedenen Erkrankungen, die man unter dem Begriff „Hospitalismus“ zusammenfassen kann. Er gilt als Hospitalkeim mit multipler Antibiotikaresistenz, ist also schlecht zu behandeln, wenn er für einen Patienten zum Problem geworden ist.
Staphylokokken kommen z. B. auf Geldscheinen und Türklinken, usw. vor ohne dass sie uns krankmachen. Unser Immunsystem trainiert durch diese Keime. Aber ist nun jemand aus den verschiedensten Gründen abwehr/geschwächt (Krankenhausaufenthalt, Operation, andere Infektionen, körperl. oder/und psych. Überanstrengung, usw.), kann es auch zu unterschiedlichen Infektionen durch diesen Keim bedingt, kommen.
Andererseits kann aber Staphylococcus epidermis als Symbiont (natürliche Hautflora) die Ansiedlung pathogener Bakterien antagonistisch verhindern.
Bei der Interpretation mikrobiologischer Befunde bezieht sich „Vergrünend“ auf die Anzucht von Bakterien (z. B. Wattetupfer vom Rachenabstrich) auf sogenannten anspruchsvollen Nährböden, wie Blutagar. Auf dem Nährboden kann man die gewachsenen Streptokokkenkolonien differenzieren: Bildet sich um die Kolonie herum ein grüner Hof aufgrund einer Hämoglobinumwandlung? Dieses Phänomen führt zur Diagnose: „vergrünende Streptokokken“.
Falls nun Vergrünende Streptokokken zu einer Infektion führen: Dabei handelt es sich um Bakterien, die meistens langfristige Erkrankungen auslösen, insbesondere eine chronische Mandelentzündung. Die Patienten bekommen keine massive Angina, die Mandeln geben vielmehr immer ein wenig Eiter ab. Der Patient fühlt sich dadurch nicht schwer krank, aber gelegentlich unwohl und in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Vergrünende Streptokokken können sich unter Umständen auch an Herzklappen ansiedeln, daher sind sie bei bestimmten Patientengruppen relativ gefürchtet. Dies passiert allerdings nur selten.
Die vergrünenden Streptokokken sprechen ebenfalls häufig nicht auf Antibiotika an.
Zusammengefasst:
Ja, die Keime (Bakterien) können wie andere Keime auch übertragen werden (z.B. durch Anfassen, Anhusten), wenn man sie nicht ohnehin selber schon besitzt. Sie gehören zur physiologischen, körperüblichen Flora. Normalerweise erkrankt man nicht dadurch. Aber bei geschwächten Patienten mit Lücken in der Immunabwehr kann es zu Infektionen kommen.
Gruß, Renate
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