Sitze gerade an einer Bewerbung. Beim folgenden Satz wüsste ich gerne von euch, ob er 1. zu verschachtelt/ unecht (im Sinne, dass man so nicht reden würde) ist und 2., ob er inhaltlich richtig ist? (Kann eine Thematik eine Verantwortung darstellen?)
„Die besondere Thematik der Mädchen in der Inobhutnahme stellt eine Verantwortung und Herausforderung dar, der ich einfühlend und engagiert begegnen werde.“
Sitze gerade an einer Bewerbung. Beim folgenden Satz wüsste
ich gerne von euch, ob er 1. zu verschachtelt/ unecht (im
Sinne, dass man so nicht reden würde) ist und 2., ob er
inhaltlich richtig ist? (Kann eine Thematik eine Verantwortung
darstellen?)
„Die besondere Thematik der Mädchen in der Inobhutnahme stellt
eine Verantwortung und Herausforderung dar, der ich einfühlend
und engagiert begegnen werde.“
also „reden“ würde man so ganz sicher nicht. wörter wie „inobhutnahme“ sind nicht teil der gesprochenen sprache. kann aber sein, dass das wort als fachbegriff in dem bereich, für den du dich bewirbst, die einzige exakte beschreibung für das gemeinte ist.
„thematik“ heißt eigentlich nix anderes als „thema“ - etwas geschwollener ausgedrückt. gemeint sind eigentlich die probleme, die sich mit der „inobhutnahme“ bzw. mit den mädchen in der i. ergeben.
und: brauchst du „verantwortung“ und „herausforderung“? ich denke, das eine ist ohne das andere nur schwer vorstellbar.
stellen die probleme eine herausforderung dar? gehts um „darstellung“? oder sind sie schlicht und einfach eine herausforderung?
möchtest du der verantwortung „begegnen“? warum „stellst“ du dich ihr nicht?
wie wärs mit:
„Die Probleme, die sich bei der Betreuung von in Obhut genommenen Mädchen ergeben, sind eine Herausforderung, der ich mich engagiert stellen werde.“
???
m.
etwas (aber nur etwas) ot
Hallo Jeanne,
Du stellst die Frage zwar im Sprachbrett, meine Antwort bezieht sich eher auf den Inhalt. Ich finde den Satz übrigens recht gut, weil ich (beruflich bedingt) zu verstehen glaube, was Du meinst
Fülle den Satz, zumindest gedanklich, mit Leben.
Was meinst Du mit „…besonderer Thematik?“
Was ist denn für Dein Empfinden „die besondere Thematik der Mädchen“ in einer Inobhutnahmesituation?
Was genau meinst Du damit?
z.B.
Das Selbstmelden der Mädchen?
Oder das Aufgegriffen werden in der Nacht von der Polizei?
Die oft akute Lebensbedrohung, unter der die Mädchen stehen könnten?
Das Herausgenommenwerden in einer akuten familiären Krisensituation?
Die ungeklärte Lage?
Das Irgendwo untergebracht werden, ohne zu wissen, wie es weitergehen kann?
Evtl. allen Erwachsenen erst mal grundsätzlich mit Misstrauen zu begegnen?
…
Wo bewirbst Du Dich?
Wer ist Zielgruppe? (Alter der aufzunehmenden Mädchen, Umfeld, Ort…)
…Inobhutnahmegruppe, Bahnhofstreff, Mädchensleep-in, Schutzstelle, Clearingstelle, Notschlafwohnung, Containersiedlung, Diagnosegruppe, etc. …?
Wenn Dir diese und andere Fragen zu beantworten gelingt, ist der Satz m. E. gut gewählt. Aber vom Bauch, nicht vom Sprachwissen her
Viel Erfolg bei Deinen Bewerbungen,
Finjen
würdest Du diesen Satz auch so sprechen, wenn Du jemandem gegenüber säßest? Vermutlich wohl nicht. Mach’s Dir und Deinem Leser so einfach wie möglich. Dein Leser muss das Gefühl haben, dass Du einen Draht zu Deinem künftigen Arbeitsgebiet hast. Mit Verlaub: Kannst Du Dir vorstellen, so mit den Mädchen zu sprechen und bei ihnen anzukommen?
Ich würde es schlichter formulieren.
Toitoitoi und Grüße,
Unbewusste Aussagen in Bewerbungen
Hallo michael und andere…
Ich fand Jeannes Satz zwar etwas gekünstelt (Vorgabe aus Anzeige?), aber aussagekräftig.
Michaels Vorschlag:
„Die Probleme, die sich bei der Betreuung von in Obhut
genommenen Mädchen ergeben, sind eine Herausforderung, der ich
mich engagiert stellen werde.“
hört sich locker an, sehe ich aber grundsätzlich problematisch…
Meiner Meinung nach sollte man Wörter wie „Probleme“ oder ähnliche- auch in positivem Zusamenhang benutzt, in Bewerbungen nicht schreiben.
Hat was mit Unbewusster Wahrnehmung zu tun oder so.
Erklärungsversuch:
A: Ich will nicht immer so gestresst sein und zu viel essen.
B: Ich bin ruhig, satt und zufrieden.
(Assoziation? Man prüfe sich selbst!)
Abgesehen davon, das es ja keine Probleme sein sollten, wenn man für den Job geeignet ist? ;o)
Ich würde vielleicht eher persönlich u n d auf „Anzeigentext“(?) eingehend antworten, Finjens Herangehen gefällt mir da.
Kommt natürlich auf die eigentliche Tätigkeit und den Rest der Aufgaben an, manche Jobs erfordern einfühlsame Bewerbungen, andere welche der knappen Art.
Wie sagen manche hier immer so schön?
Nur meine zwei bescheidenen Cents…
Karlinchen