Mein 20 Jahre alter Sohn ist von der Treppe gefallen und seitdem am linken Auge fast blind. Er kann mit diesem Auge noch hell von dunkel unterscheiden und aus etwa 1 Meter entfernung die anyahl Finger an einer Hand sehen.Wir haben verschiedene Augenaerzte und Optiker besucht und bekamen unterschiedliche Antworte auf die Frage was genau der Defekt ist. Ein Arzt meinte sogar dass es nicht sein koenne dass man nach einem Unfall an einem Auge erblindet waehrend das andere Auge normal funktioniert. Kann jemand mir erklaeren was der Defekt sein koennte.
Wann ist das denn passiert? Wurde geprüft, ob alle Knochen des
Gesichtsschädels noch heil sind?
Hallo
Er ist von der Treppe gefallen und mit dem Kopf 2 mal aufgeschlagen. Der Schädel hat keine Brüche erlitten und auch das Auge an sich ist nicht beschädigt. Wahrscheinlich ist der Sehnerv irgendwo beschädigt aber man ist sich nicht einig wie es kann dass das linke Auge fast erblindet ist und das rechte Auge noch normal sieht.
Dein Sohn wird doch sicher in einer Klinik/Krankenhaus behandelt worden sein.
Was steht denn im Entlassungsbericht?
Ist im Auge etwas beschädigt, z.B. durch einen heftigen Aufprall bzw. Druck?
Das kann zu Rissen in der Netzhaut führen, zu einer Linsentrübung, einer Einblutung und zu diversen anderen Unfallfolgen.
Anhand Deiner Informationen ist es m.E. nicht möglich, eine vernünftige und aussagekräftige Antwort zu geben.
Das kann nur der Facharzt, der den Patienten vor sich hat!
Es gibt keine sehbaren Verletzungen oder Brüche. Ich möchte eigentlich hauptsächlich gerne wissen ob es überhaupt möglich ist dass ein Auge fast erblindet ist und dass das andere Auge normal sieht z.B. durch ein defekt des Sehnerves. Ein Augenarzt meint dass wenn der Sehnerv beschädigt wäre, dass dann auch dass andere Auge einen z.B. halbseitigen Ausfall haben müsste. Ein anderer meint dass durch den Aufprall des Kopfes der Nerv gleich hinterm Auge beschädigt ist und dadurch nur dieses Auge fast erblindet ist. Ich möchte also gerne wissen was beschädigt sein könnte wenn jemand nach einem Aufprall, ohne äusseren Verletzungen, an einem Auge fast erblindet ist und ob das anatomisch überhaupt sein kann (was bezweifelt wird von einem der Augenärzte)
Ist nun etwas festgestellt worden , oder sind das alles Vermutungen?
Einseitige Ausfälle und entsprechende Rückschlüsse daraus ziehen, sind sicherlich auch ein Fachgebiet des Neurologen.
Welche bidgebenden Vefahren hat man denn schon genutzt?
Aber auch mit der Ausnutzung der modernsten Vefahren kann man
nicht alle kranhhaften anatomischen Prozesse erfassen;
das fängt bei so simplen Sachen an, wie Schlagadern, die
zu tief im Kopf liegen;
entzündliche Prozesse entziehen sich auch oft einer bilgebenden
Darstellung.
Wenn man die schulmedizinischen Standarduntersuchungen und
auch Spezialuntersuchungen durch hat, kann man sich eventuell
auch um alternative Diagnose und Behandlungsmethoden
bemühen wie Fussreflexzonentherapie bzw. Akupunktur.
Ich möchte also gerne
wissen was beschädigt sein könnte wenn jemand nach einem
Aufprall, ohne äusseren Verletzungen, an einem Auge fast
erblindet ist und ob das anatomisch überhaupt sein kann.
Möglich ist das ohne Zweifel. Wenn das Auge an sich nicht beschädigt ist kann nur eine Sehnervenschädigung, bei der der Sehnerv unterbrochen ist, (z. B. Bruch des knöchernen Sehnervenkanals) eine einseitige Blindheit erklären. Der tatsächliche Nachweis einer Sehnervenschädigung und ihrer Lokalisation wird über bildgebende Verfahren nachgewiesen. Dazu kann entweder ein Computertomogramm, oder ein Kernspintomogramm angefertigt werden. Dennoch ließe sich aus den Befund keinesfalls eine erfolgreiche Behandlung ableiten, deshalb wären solche Verfahren eher als Überdiagnostik zu bewerten.
Grüße,
Kiat
Aus Deinen postings nehme ich wahr, dass Du wenig Vertrauen in die behandelnden Augenärzte hast.
Mein Vorschlag wäre daher, dass - wenn es wirklich so ist, dass man keinerlei Erklärung für die starke Seheinschränkung findet - Ihr um die Überweisung in eine Universitäts-Augenklinik bittet.
Kann jemand mir erklaeren was der
Defekt sein koennte.
wenn alle organischen Ursachen sicher ausgeschlossen werden können, kann ev. eine psychosomatische Erblindung vorliegen.
So was ähnliches hatte ein Bekannter meines Vaters, der allerdings auf einem Ohr gehörlos wurde.
Bei ihm konnte das rückgängig gemacht werden, wie, das kann ich leider nicht sagen.
Zwei Ärzte meinten ebenfalls dass der Sehnerv beschädigt sein müsste.
Es wurden Kernspintomogramm und Computertomogramm gemacht aber keine sichtbare Beschädigung des Sehnerves gefunden. Kann es sein dass eine Beschädigung des Sehnerves in manchen Fällen nicht zu erkennen ist in Kerspintomogramm oder Computertomogramm?
Außergewöhnlicher Befund!
Wann hat der Unfall stattgefunden?
Wie reagiert die Pupille an der betroffenen Seite? Ist die Papille (der Sehnervenkopf) blass?
Wie war die VEP (visually evoked response=visuell evozierte Potentiale)?
Wie war der Befund (links únd rechts) der Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)?
Wenn eine Einschränkung des Gesichtsfelds der anderen Seite –wie klein auch – vorliegt, dann muss die Schadstelle schon etwas weiter nach hinten liegen, und zwar am Chiasma (die Sehnervenkreuzung)
Der Unfall war vor etwa 2 Jahren.
Die Pupille reagiert normal
Die Papille ist nicht blass
Die VEP war links leicht verzoegert.
Das Gesichtsfeld links konnte nicht untersucht werden da er links nur ganz schwach hell und dunkel unterscheiden kann. Rechts liegt ein minimaler Gesichtsfeldausfall nach rechts vor.
Ich hatte vorhin geantwortet dass das Gesichtsfeld des rechten Auges nach rechts minimal ausgefallen ist, das ist aber falsch es ist ein Gesichtsfeldausfall nach links
Seltsam. Einige Anmerkungen:
Bei einem vollständig ausgefallenen Gesichtsfeld an einem (hier: linkem) Auge zusammen mit einem peripheren Ausfall am anderen (hier: rechten) Auge müssen zumindest auch einige kreuzende Fasern dieses anderen Auges einbezogen sein. Nur wenn der Ausfall des rechten Auges nach rechts (temporal) ist können kreuzende Fasern beschädigt sein. Wenn ein peripherer Ausfall im linken (nasalen) Gesichtsfeld des rechten Auges vorliegt müsste man schon eine beiderseitig das Chiasma (die Sehnervenkreuzung) angreifende Verletzung annehmen., - oder Verletzungen die den beiden Sehnerven in unterschiedlichem Maße angreifen.
Ich wundere, ob der Ausfall am rechten Auge ganz klar und deutlich fest zu stellen war. Die äußeren Grenzen eines Gesichtsfelds sind recht variabel und können z.B. durch einem hohen Nasenrücken eingeschränkt scheinen.
Nach einer (quasi-)vollständigen Verletzung kommt es schon nach einigen Wochen zur Optikusatrophie (Sehnervenschwund). Die Papille verblasst, die Pupille ist erweitert en reagiert träge auf Licht.
Wenn dies alles nicht der Fall ist könnte man ein vorher schon amblyopisches Auge vor sich haben, oder „Amblyopia ex Anopsia“. Anders gesagt: ein Auge das auf Grund einer fehlender Zusammenarbeit mit dem anderen „faul“ geworden ist, oder: nicht „gelernt“ hat scharf zu sehen. Dies ist dem Patienten manchmal nicht bewusst, kann aber ausgeschlossen werden wenn man über das Ergebnis einer Schuluntersuchung verfügt.
Wenn dieses Ergebnis eine normale Sehschärfe erweist kann man nur folgern dass aus dem Gesamtbefund kein eindeutig nachweisbarer Grund einer Verletzung hervorgeht.