Frage zu den Schwächen beim Vorstellungsgespräch

Hi!
Ich gehe gerade die Fragen für ein baldiges Vortellungsgespräch durch. Wie antwortet man am Besten auf die Frage: Was sind Ihre Schwächen?

Ich las „Ungeduld“ sei abgedroschen, „Schokolade“ hört sich auch blöd an und „zu spontan“ kann ich in meinem Job, in dem Fingerspitzengefühl verlangt wird, nicht bringen.

Habt Ihr noch Vorschläge für mich?
Dankeschön und Gruß
Paula

Hallo Paula,

ich habe mich seinerzeit auch mit der Frage beschäftigt.

Am besten fährst du immer, wenn die genannte Schwäche „eigentlich“ für den Chef positiv ist.

z.B. kannst du sagen, dass du die Bitte eines Chefs, Überstunden zu machen, nicht ablehnen kannst, etc.

wünsche viel Erfolg…dies Frage hat mir übrigens bis jetzt kein potenzieller gestellt.

LG

Gaby

Hallo Paula,

ich würde einfach bei Deinen wirklichen Schwächen bleiben. Ehrlich wert am längsten. Es ist aber auch wichtig, daß Du nicht wie ein Bittsteller in ein Vorstellungsgespräch gehst. Sei also selbstbewußt. Ich selbst bin immer mit dieser Einstellung in Vorstellungsgespräche gegangen und habe mir bis heute meine Arbeitgeber aussuchen können. Schwächen kann man auch positiv formulieren wie z.B. Unpünktlichkeit im Privatleben, da ich beruflich immer pünktlich sein muss, leiste ich mir den Luxus in meinem Privatleben die Termine nicht so genau zu nehmen…

Gruß Barbara

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ot ?
Hi,

Schwächen kann man
auch positiv formulieren wie z.B. Unpünktlichkeit im
Privatleben, da ich beruflich immer pünktlich sein muss,
leiste ich mir den Luxus in meinem Privatleben die Termine
nicht so genau zu nehmen…

Wenn Du mir als potentiellen Arbeitgeber das sagen würdest, da wärst Du bei mir sofort unten durch.

Aber wie schon gesagt: Ehrlichkeit ist alles und für beide Seiten Garantie für ein späteres gutes Auskommen.

Gruß,
Anja

Hallo Gaby,

Am besten fährst du immer, wenn die genannte Schwäche
„eigentlich“ für den Chef positiv ist.
z.B. kannst du sagen, dass du die Bitte eines Chefs,
Überstunden zu machen, nicht ablehnen kannst, etc.

Diese Antwort klingt so unglaubwürdig und aus-dem-Lehrbuch-abgeschaut, daß Dir das niemand wirklich abnehmen würde. Außerdem beantwortet das die gestellte Frage überhaupt nicht.
Es wurde doch nach negativen Eigenschaften gefragt, also etwas, was sich an der neuen Kollegin für den Chef / die Kollegen in der täglichen Arbeit als negativ herausstellen würde.

An die Ausgangsfragestellerin:

schau doch einfach mal hier im Archiv nach den Stichwörtern „positive /negative Eigenschaften“ und Du wirst einige gute Antworten finden.
Ich selbst hatte mal folgendes geschrieben:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Viele Grüße.

Mal eine andere Meinung
Hallo.

Ich habe bisher zweimal diese Frage gestellt bekommen, habe zweimal wie gedruckt gelogen1 und zweimal den Job bekommen.

Die Gründe

Wie ich die Frage verstehe
Bei beiden Jobs ging es um Verkauf-/Vertriebstätigkeiten, also um Stellen, wo ich Kundenkontakt hatte. Daher nehme ich fest an, dass nicht meine Schwächen, sondern mein Umgang mit unangenehmen Kundenfragen das eigentliche Thema war. Meine Antwort zeigte also meine Stategie.

Beispiel: Wäre meine Antwort „Schokolade“ gewesen, hätte ich ausgesagt, dass ich unangenehme Themen mit Humor verdränge. Den Job hätte ich wohl nicht bekommen, aber nicht, weil ich den Personaler beschwindelt habe, sondern weil es bessere Lösungen gibt.

Phrase vs. Phrase
„Wenn ich unehrlich auf diese Frage antworte, wird der Personaler das merken.“ Und? Dann wurde auf eine alte Phrasenfrage eine Phrasenantwort gegeben. Wenn diese Antwort zum Unternehmen, zur Stelle und zum Bewerber passt - warum nicht? Echte, unangenehme Schwächen werden eh nicht genannt, wenn man die Stelle haben will. „Ich mache ständig Kaffeeflecken auf Unterlagen“ wäre wohl das sichere Aus bei einer Buchhalterstelle.
„Als ich 12 war hat meine Mutter meine Kleidung vor der ganzen Gemeinde als ‚schlampig‘ bezeichnet, seitdem bin ich mir mit meinem Aussehen und Auftreten unsicher.“ Dafür sind Psychologen da.

Seit fast 2 Stunden2 frage ich mich, welche Frage der Yellostrom-Personalerin ich mit einer völlig in eine andere Richtung gehenden Antwort völlig zerstört habe. Jeder Beobachter hätte begriffen, dass ich die Frau mit ihrer Frage habe mit Absicht auflaufen lassen3. Sie war völlig aus dem Konzept. Sie hatte Bögen vorbeitet, wo sie unter Stichpunkten Notizen schreiben konnte. Einen Stichpunkt strich sie dann heftig durch.
Ich habe die Stelle bekommen, aber wohl eher trotz statt wegen der Antwort.
Was ich sagen will: Dies ist ein Vorstellungsgespräch. Es geht nicht um Fehlerlosigkeit. Es geht darum, am besten zu passen.

Augenhöhe

Jetzt habe ich dem Unternehmen Unterlagen für die Recherche zugesendet - Lebenslauf, Arbeits- und Ausbildungszeugnisse. Jetzt sitze ich hier, um mich persönlich vorzustellen, und dann kommt so eine (Verzeihung!) Psychokacke. Denn so eine Frage werde ich nicht stellen: „Welche Nachteile hat dieses Unternehmen als Arbeitgeber?“

Das wäre destruktiv, und welche Antworten würde ich erwarten? „Nun, der Abteilungsleiter ist cholerisch, der Juniorchef rennt hinter jedem Rock her und die Gehälter werden manchmel erst sehr spät überwiesen.“ Sowas würde ich nie zu hören bekommen4. Warum sollte ich sowas von mir berichten?

Ich behaupte mal: Jede Stelle hat Nachteile, und jeder Bewerber hat Nachteile. Und diese Punkte werden beim Vorstellungsgespräch behandelt. Mal war ich zu jung, mal fehlte mir die Ausbildung, mal ein Auto. Die Stellen waren auch nie perfekt. Schlechte Arbeitszeiten, zu wenig Gehalt, stickiger Arbeitsplatz. So íst das Leben.

Ehrlichkeit
Bei den Antworten wurde gesagt, dass Ehrlichkeit im Vorstellungsgespräch sehr wichtig ist. Und das stimmt. Mit Lügen tue ich mir keinen Gefallen. Aber zum einen gibt es unzulässige Fragen, auf die ich Lügen darf und die zu stellen ein schlechtes Bild auf den Personaler werfen; und es gibt Fragen, die nicht so gemeint sind wie sie klingen. „Wo sehen sie ihre Schwächen?“ kann sich auf den Charakter oder auf die Konfliktfähigkeit beziehen. „Schokolade“ kann in beiden Fällen ehrlich sein. Ob die Antwort klug ist, ist eine andere Frage.

Schöne Grüße

Leo
(der bald doppelt so viele Arbeitgeber hatte wie der Vater und beide Großväter zusammen…)
_________________

1Ich habe nicht meine Schwächen genannt, sondern ein vorher überlegtes Konstrukt, welches plausibel klang und meine Arbeitskraft nicht schwächer darstellte.
2Zum „Glück“ streikt der Sever und ich bin zum Däumchendrehen verurteilt.
3Zu meiner Ehrenrettung: Die Antwort war weder beleidigend oder persönlich. Die Grundstimmung blieb heiter. Das Gespräch fing eh mit einer umgeworfenen Wasserflasche an…
4Außer, ich frage die Raucher vorm Werkstor.

meine Schwäche
hallo paula,

also ich habe da auch immer versucht mich rauszureden und habe gesagt, dass meine schwächen eher im privaten bereich liegen, dass ich z.b. ein morgenmuffel bin, der zwei grosse tassen kaffee benötigt bis er in die pötte kommt.

und die trinke ich natürlich zuhause bevor ich in die firma fahren. schluss. thema vorbei.

gruss
Paragraphenmaus!

Hi Paula,

man könnte sich jetzt natürlich fragen, warum ein Bewerbungsempfänger diese Frage stellt:

Will er zum 500ten Mal dreist angelogen werden?
Will er zum 300ten Mal ein nettes Spässchen hören?
Schreibt er gerade einen Bewerbungsleitfaden und braucht eine weitere, verwendbare Standardphrase?

Nö, wohl kaum.
Wenn ich diese Frage stelle, dann ist das schlicht ein Test über die menschliche Reife in Bezug auf Reflexionsfähigkeit, auf Selbstbewußtsein mit dem Umgang mit seinen eigenen Schwächen, schlicht auf ein gewisses Maß an Persönlickeit.

Ich schätze (auch nach den Antworten hier), dass 95% hier durchfallen, weil sie den Frager offensichtlich schlicht für doof halten. Da aber von diesen 95% in der Regel 5-10% den Job doch bekommen, heißt das einfach, dass der Test einer von vielen ist und ein Scheitern so üblich und durchschnittlich ist, dass er vom Stellenwert in der Auswahl rel. gering ist. Die Erwartungshaltung ist hier sehr(!) niedrig. Nichts desto trotz kann man hier durchaus auch punkten (aber sich natürlich auch rauskicken)

Was Du draus machst, mußt Du wissen.
Sich Gedanken über seine eigenen Stärken und Schwächen zu machen hilft immer, vor allem bei der Wahl des geeigneten Jobs.
Ich bin in der letzten Zeit mit Ehrlichkeit immer gut gefahren. Aber eben nur, weil ich a) mir realistische, zu meinen Stärken und Schwächen passende Ziele setze (sprich: Ein Vertriebler mit Kontaktschwäche wäre unpassend, dürfte aber in einer Bewerbungsphase gar nicht selten sein:wink:) und b) dem Frager zeigen konnte, dass mir meine Schwächen nicht nur bekannt sind, sondern ich auch aktiv an ihnen arbeite.

Grüße
Jürgen