Frage zu DLAN / WLAN

Hallo Wissende,

ich möchte gern meine Fritzbox 7170 (an der per WLAN der PC hängt) mit meinem Kabelreceiver im Wohnzimmer verbinden (um Aufnahmen auf den PC zu kopieren). Ich fragte euch vor etwa zwei Wochen um Rat.

Ich habe einen Rat befolgt und mir ein DLan-Kit angeschafft (die schwächste Variabte mit rund 2MB/s).

Verbindung herstellen ist kein Problem, er überträgt auch (allerdings wahnsinnig langsam, ca. 50 KB/s) und bricht aber immer wieder ab. Auch in fünf Versuchen schaffe ich es nicht, eine 14MB-Aufnahme zu überspielen. Um den Fehler an den Geräten auszuschliessen, habe ich den Receiver abgekabelt, rübergetragen und mit LAN-Kabel verbunden. Ergebnis war einwandfrei, 1 GB ohne Probleme übertragen.

Mein Anruf bei der devolo-Hotline ergab, dass deren Meinung nach vielleicht einer der beiden Adapter defekt ist und ich das einschicken soll.

Nun habe ich aber noch eine Zweitwohnung, in der ich einen Router und einen Laptop habe. Dort habe ich testweise WLAN ausgestellt und kann hier mit DLAN unterbrechungsfrei übertragen, es ist fast so schnell wie WLAN (400 MB/s)

Ich folgere also: die Devolos sind heil und es liegt an meiner Erstwohnung(Altbau), möglicherweise am Stromnetz (alte Kabel?). Mir sagte man im Geschäft, es darf kein Blitzschutz installiert sein, das ist es 100% nicht. Ein Stromzäler ist auch nicht im Weg.

Meine Fragen an euch:

  1. Kann es wirklich sein, dass das Netz so schwach ist, dass das Signal dauernd abbricht ? Kann man was sinnvolles dagegen tun ?
  2. Wäre es erfolgversprechender, wenn ich die dlan-Verbindung nicht zum Router, sondern gleich zum PC lege ?
  3. Falls das alles nicht klappt: Wie kann ich per W-LAN ein netzwerkfähiges Gerät, das in einem anderen Raum steht, einbinden ? (dort quasi die WLAN-Signale auffangen und per LAN-Kabel ins Gerät geben)

Vielen Dank im voraus

Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,
bei D-Lan gibt es etliche Störeinflüsse die die Übertragung verlangsamen können.
Man sollte z.B. die Adapter nicht an Mehrfachsteckdosen betreiben.
Eine andere Fehlerquelle ist die Strom-Phase. Obwohl ich kein Elektriker bin versuche ich mal eine Erklärung:
An deinem Stromzähler kommt Drehstrom an (360V - 3x Phase, 1x Null-Leiter, 1x Erde).
Hinter dem Stromzähler hast du dann Wechselstrom (220V - 1x Phase, 1x Null-Leiter, 1x Erde).
Den Wechselstrom erhält man indem man die 3 Phasen des Drehstroms in 3x Wechselstrom aufsplittet. Das Problem ist nun, dass die 3 verschiedenen Phasen zeitlich versetzt schwingen.
Wenn die Steckdosen der D-Lan-Adapter an unterschiedlichen Sicherungen hängen, ist die Gefahr groß, dass die Phasenverschiebung zu Störungen bei der D-Lan Datenübertragung führen kann.
(Bitte an die Elektriker: falls sich durch die Vereinfachung Fehler eingeschlichen haben sollten - bitte ich um Korrektur)

zu deinen Fragen:

  1. Man könnte in den Zählerkasten einen Phasenkoppler einbauen lassen. Der ist nicht ganz bilig und muss von einem Elektriker gemacht werden. Die bessere und billigere Lösung wäre - du verlegst ein LAN-Label in das Nachbarzimmer.
  2. An der Qualität der D-Lan-Verbindung ändert sich nichts wenn du sie zum PC legst. Wie kommst du dann vom PC zum Router? Du müsstest im PC eine zweite Netzwerkkarte einbauen oder einen zusätzlichen Switch aufstellen.
  3. Um dieWLAN-Signale zu verstärken und damit die Reichweite zu erhöhen gibt es Repeater (auch nicht ganz kostengünstig), die aber den Funkverkehr verdoppeln und dabei die Übertragungsgeschwindigkeit verlangsamen.
    z.B. den hier:
    http://www.avm.de/de/Produkte/FRITZBox/FRITZ_WLAN_Re…

Grüsse max

Moin Hans- Jürgen,
ich kann mich Max nur anschließen ( war nicht schlecht erklärt!), er hat eine Möglichkeit jedoch vergessen: einen einfachen Access- Point! Der wird nicht nur als „Einwahlpunkt“ verwendet, sondern bietet auch Verstärkung wie ein Repeater. Wenn du diesen Access- Point strategisch günstig plazierst, kann sich dein Gerät an diesem Access- Point anmelden und vermittelt diese dann weiter zu deinem Router.

MfG
Dee

Morgen!

  1. Falls das alles nicht klappt: Wie kann ich per W-LAN ein
    netzwerkfähiges Gerät, das in einem anderen Raum steht,
    einbinden ? (dort quasi die WLAN-Signale auffangen und per
    LAN-Kabel ins Gerät geben)

Mit einer Bridge z.B. http://www.buffalo-technology.com/products/wireless/…

Gruß
Stefan

Korrektur
Hallo max,

An deinem Stromzähler kommt Drehstrom an (360V - 3x Phase, 1x
Null-Leiter, 1x Erde).
Hinter dem Stromzähler hast du dann Wechselstrom (220V - 1x
Phase, 1x Null-Leiter, 1x Erde).

Früher waren es 380/220V.
Heute werden 400/230V angeliefert.

Den Wechselstrom erhält man indem man die 3 Phasen des
Drehstroms in 3x Wechselstrom aufsplittet. Das Problem ist
nun, dass die 3 verschiedenen Phasen zeitlich versetzt
schwingen.

NEIN, das Problem ist, dass diese 3 Phasen nicht miteinander verbunden sind.

Wenn die Steckdosen der D-Lan-Adapter an unterschiedlichen
Sicherungen hängen, ist die Gefahr groß, dass die
Phasenverschiebung zu Störungen bei der D-Lan Datenübertragung
führen kann.

Die Phasenverschiebung ist kein Problem.

Also, D-LAN verwendet ein Hochfrequenzsignal (HF) um die Daten zu übertragen. HF verhält sich nun aber etwas anders als die 50Hz der Netzfrequenz.

Drosseln (Spulen) in der Leitung blockieren HF. Das ist das Problem z.B. beim Zähler. Beim Zähler sind Drosseln in den 3 Leitungen, sodass das HF-Signal nicht von einer Phase zur anderen gelangen kann. Drosseln sind auch in Netzfiltern. Also Steckdosenleisten mit eingebauten Netzfiltern sind bei D-LAN auch unbrauchbar.

HF kann aber über Kondensatoren übertragen werden, die genannten Phasenkoppler, sind eigentlich nur Kondensatoren zwischen den Phasen. Nun sind aber in vielen Geräten auch Kondensatoren zur Funkentstörung eingebaut, diese schliessen das HF-Signal praktisch kurz. Es kann also sein, dass ein D-LAN Stecke gut funktioniert, bis der Staubsauger eingesteckt wird.
Kondensatoren sind im Prinzip zwei Leiter, welche durch einen Isolator getrennt sind. Parallel verlegte Drähte bilden also auch einen Kondensator. Parallele Drähte wirken also auch als Phasenkoppler, weshalb je nach konkreter Installation D-LAN, mal mehr und mal weniger funktioniert.

Ich hatte vor 28 Jahren einmal ein Babyphone nach dem selben Prinzip gebaut. Trägerfrequenz war um die 120kHz und die Datenübertragung aber analog. Man musste ausprobieren, welche Steckdosen am besten miteinander funktionierten und wenn man manche Geräte einsteckte, brach die Verbindung zusammen. Das ganze hat aber damals seinen Zweck erfüllt :smile:

MfG Peter(TOO)