wir sind im Moment dabei Eigenkapital anzusparen. Nun fragt mich mein Bruder, ob ich ihm einen Kredit geben kann, was grundsätzlich möglich ist, da wir schon etwas angespart haben. Der Kredit würde auch über einen Vertrag offiziell werden, da er einen Handwerksbetrieb hat. Jetzt zu der eigentlichen Frage. Kann ich das verliehene Geld noch zu unserem Eigenkapital rechnen, oder nicht?
Es gäbe ja auch das Risiko das mein Bruder insolvent würde (was ich nicht hoffe), und dann wäre der Eigenkapitalstock plötzlich deutlich geringer.
Wie wäre es denn, wenn Dein Bruder den Weg eines Unternehmers geht und zum Beispiel Geld bei der KfW Bank leiht? AUch die Zinsen bei der Hausbank sind aktuell sehr niedrig.
Es gibt den netten Spruch, dass bei Geld die Fruendschaft aufhört und das gilt nach meinen Erfahrungen auch für Familien. So lange man nur für einen Zeitraum Geld überbrückt z.B. weil der Kleine Bruder unbedingt das AUto reparieren lassen muss, aber das Azubigehalt erst in 10 Tagen bekommt, dann ist das eine überschaubare Summe, die mir nicht weh tut und ich weiß, dass ich das Geld gesichert wieder bekomme. Eine höhere Summe, die mir weh tut, wenn ich sie nicht wieder sehe würde ich nie verleihen!!! Sollte das Geschäft Deines Bruders scheitern, was im Handwerk schneller geht als man sich das vorstellen kann bei der Zahlungsmoral, willst Du ihm dann Dein Leben lang Vorwürfe machen, dass Du Dein Haus nicht bauen konntest??? Was sagt Dein Partner dazu??? Ich würde meinen Mann in die Wüste jagen, wenn mein Lebensstandard darunter leiden müsste, weil er Geld in den Sand setzt, mit dem wir unsere Zukunft aufbauen wollten.
Hallo Martin,
die Banken werden ein solches Privatdarlehen nicht als Eigenkapital anrechnen, da die Mittel nicht liquide sind und als Sicherheit nicht bewertet werden koennen.
Dennoch finde ich es ehrenhaft darueber nachzudenken, den Engpass Deines Bruders zu ueberbruecken. Da Du ihn am besten einschaetzen kannst, weisst Du am besten, wie die Chancen auf Rueckzahlung sind.
Ein anderer Gedankengang: Im Moment sind die Immobilienpreise und die Zinsen so niedrig, dass es vielleicht auch Sinn macht, ohne viel Eigenkapital zu finanzieren. Sollte der Zinssatz waehrend Eurer „Eigenkapital-Anspar-Phase“ um 1% steigen, wird die Finanzierung wesentlich teuerer.
Gruss,
Alfred
Es ist so, dass er schon einen Kredit mit hohen Zinsen laufen hat, die Bank diesen aber nicht durch einen neuen (mit niedrigeren Zinsen) ablösen möchte (aus Sicht der Bank verständlich).
Ist mir auch klar, dass ich evtl. auf meinem Kredit sitzen bleibe, aber das ist ja immer noch meine Entscheidung, die ich auch zusammen mit meinem Partner treffen werde. Es ging mir nur um ein paar Entscheidungshilfen, da ja ein monatlicher Rückfluss stattfindet.
Und ob die Bank (meine) diesen Kredit als Eigenkapital sieht.
Es ist so, dass er schon einen Kredit mit hohen Zinsen laufen
hat, die Bank diesen aber nicht durch einen neuen (mit
niedrigeren Zinsen) ablösen möchte (aus Sicht der Bank
verständlich).
Nur ein Tip: Was die Bank will interessiert mich als Unternehmer eigentlich nicht wirklich ;o) Daher hier noch mein Tip: Andere Bank suchen ggf. hierüber günstigeren Kredit finden und alten Kredit ablösen. Rechnet mal aus, was die Ablösung kostet. Das kann sich ab und an lohnen.
Wie schon oben erwähnt, stellt das verliehene Geld keine Sicherheit für die Bank da, da dieses es im Zeifel nicht liquide machen kann. Als Sicherheiten dienen da nur Versicheurngen, Immobilien etc… Eben alles was man im Zweifel verwerten kann.
…wie gesagt Geld leihen ist ehrenwert, aber nur, wenn man es wirklich übrig hat.
Eine
höhere Summe, die mir weh tut, wenn ich sie nicht wieder sehe
würde ich nie verleihen!!! Sollte das Geschäft
Deines Bruders scheitern, was im Handwerk schneller geht als
man sich das vorstellen kann bei der Zahlungsmoral, willst Du
ihm dann Dein Leben lang Vorwürfe machen, dass Du Dein Haus
nicht bauen konntest??? Was sagt Dein Partner dazu??? Ich
würde meinen Mann in die Wüste jagen, wenn mein Lebensstandard
darunter leiden müsste, weil er Geld in den Sand setzt, mit
dem wir unsere Zukunft aufbauen wollten.
Ich stimme meinem Vorposter zu 100% zu - Finger weg! - das hat nichts mehr mit Familie zu tun! Wenn da etwas schief geht endet das im Megagau für alle beteiligten Familienmitglieder (auch in Seitenarmen). Ich spreche aus Erfahrung aus der Familie meiner Frau… dort hat der Papa immer hinter seinem Sohn gestanden eben auch mit Geld und Bürgschaften. Mein Schwager ist eben genau in die Insolvenz geraten - der agiert jetzt die nächsten 6 Jahre als Hausmann - ihm bleibt ja nichts anderes übrig - jeder Cent den er verdient würden sich die Gläubiger holen.
Familienfeiern oder „gemütliche Abende“ laufen jetzt so ab:
erst einmal Ruhe…
dann kommt ein Gespräch auf welches Thema auch immer z.B. Urlaub es ist wirklich vollkommen egal um was es sich dreht der Ablauf endet immer im gleichen Ergebnis)
Schwiegereltern können sich nichts dolles mehr leisten also fängt Schwiegermutter/vater an das sie um ihren wohlverdienten Ruhestand gebracht wurden
meine bessere Hälfte hat fast keine Unterstützung von Elternseite erhalten (das ist gut so denn wir haben fast alles selbst aufgebaut und können so uns eigentlich Heraushalten) - aber sie fühlt sich irgendwie über den Tisch gezogen sagt es aber nicht so direkt… irgendwann kommen dann die Spitzen in dem Tenor… „der hat doch immer fette Autos gefahren und in Saus und Braus gelebt“
meine Kinder haben ein gespaltenes Verhältnis zu den Grosseltern - ausser gutgemeinten Ratschlägen kommt keine Unterstützung (die sehen natürlich bei Freunden und Bekannten was Grosseltern für ihre Enkel so machen).
Ich kann dir diese Liste kaum endend fortsetzten - mein Ratschlag… „Lass es“
Mein Schwager ist eben genau in die Insolvenz geraten - der agiert jetzt die nächsten 6 Jahre als Hausmann - ihm bleibt ja nichts anderes übrig - jeder Cent den er verdient würden sich die Gläubiger holen.
das ist absoluter Quatsch! Das Gerücht hält sich hartnäckig, dass alles gepfändet wird. Suche mal bei Google nach „Pfändungstabelle“, da wirst Du erstens feststellen, dass einem mehr bleibt, je mehr man verdient. Außerdem sind die Freibträge gar nicht mal niedrig, so dass bei uns außer den VWler mit ihren astronomischen Gehältern nur wenige überhaupt einen Cent zahlen müssen.
Und zu guter Letzt: Zuhausebleiben oder nur geringfügig arbeiten wegen der Insolvenz finde ich nicht besonders ehrenhaft. Wozu macht man denn das Verfahren? Um am Ende schuldenfrei dazustehen. Die Gläubiger gucken in die Röhre, da darf man sich ruhig bemühen, wenigstens etwas von dem Schaden noch abzuzahlen.
Und zu guter Letzt: Zuhausebleiben oder nur geringfügig
arbeiten wegen der Insolvenz finde ich nicht besonders
ehrenhaft. Wozu macht man denn das Verfahren? Um am Ende
schuldenfrei dazustehen. Die Gläubiger gucken in die Röhre, da
darf man sich ruhig bemühen, wenigstens etwas von dem Schaden
noch abzuzahlen.
…genau das tun aber viele Schuldner, die Ehre haben sie schon abgegeben als alte Löcher mit neuen gestopft haben (Ist der Ruf erst ruiniert lebt’s sich völlig ungeniert) …denke jetzt bitte zwischen den Zeilen wenn ich dir antworte - ich denke ich habe einen klaren Kommentar dazu abgegeben ob man grössere Geldangelegenheiten in der Familie/Freundeskreis machen sollte oder nicht - unter Normalsterblichen m.E. „Nein“ es sei denn man kann auf die Kohle verzichten oder würde sie so oder so in Zukunft an die Person geben.
In altbekannten Sprüchen wie „Bei Geld hört die Freundschaft auf“ steckt ein wahrer Kern. Wie sich der Freund/in, Bruder, Onkel, Tante oder wer auch immer in Zukunft entwickelt steht in den Sternen - z.B. Hausmann/frau oder Lebemann/frau. Die Konflikte die aus dem Verhalten des Schuldners/in resultieren trägt er ja nicht aus. Die zunehmend auftauchenden Inkassofirmen in Schwarz mit osteuropäischem Akzent werden ihre Berechtigung haben. Die Banken stecken im Moment voller Kohle… das zeigt das niedrige Zinsniveau… und wen jemand von diesem dicken Kuchen nix abbekommt, dann sollte man Vorsicht walten lassen und sich nicht von Floskeln wie „Investor“, „Finanzier“ usw. einlullen lassen.
Ich finde die moralischen Belehrungen überflüssig.
Geld, dass nicht liquide ist, ist Vermögen, aber kein Eigenkapital.
Wer Geld verleiht, sollte wie eine Bank denken und handeln. Wer Geld verleiht, erhält Zinsen und Sicherheiten. Ein Handwerksbetrieb hat Maschinen, Geräte und Ausstattungen. Es handelt sich um das so genannte Anlagevermögen. Wenn dieses nicht finanziert ist, kann dieses als Kreditsicherheit abgetreten werden.
Die üblichen Gewinne im private equity Geschäft betragen inkl. Gewinnbeteiligung mindestens 15 % im Jahr. Bei Ihrem Bruder ist Ihr Kredit Eigenkapital und mit Eigenkapital kann dieser teure Kredite umschulden, um die Zinsen zu verdienen, die Ihnen als Investor zustehen.
Es ist ganz normales Geschäft mit dem Risiko des Totalverlustes.