Frage zu einer Kapitalerhöhung

Hallo miteinander!

Nun wird es sehr kompliziert, ich brauche möglichst bald ein
paar Antworten. Erst die Fakten, dann meine Fragen dazu. Ich
habe seit einiger Zeit 100.000 Aktien von Digital World
(WKN 935231) im Depot. Diese kosteten 0,01 EUR pro Stück, heute
sind sie ca. 0,002 EUR wert. Gestern bekam ich nun Post von
meiner Bank, die AG hat eine Kapitalerhöhung gegen Bareinzahlung
beschlossen. Die für mich wichtigen Informationen sind diese:

Bezugsverhältnis 1:1
Bezogener Titel Digital World Holdings Ltd.(935231)
Bezugspreis HKD 0,013 (ca. EUR 0,002)
Bezugsrecht WKN 616553
Bezugsrechtshandel nur in Hongkong
Bezugsfrist bis 11.10.2000

Sie erhalten für jede bezogene Aktie eine weitere Aktie gratis
zugeteilt. Für fünf bezogene Aktien werden Ihnen zwei gratis
Optionsscheine zugeteilt. Sollten Sie an der Kapitalerhöhung
teilnehmen wollen, benötigen wir Ihren Bezugsauftrag bis zum 26.09.2000 bei uns vorliegend. Ohne Weisung werden wir nichts
unternehmen.

Das waren die Fakten, nun zu meinen Fragen:

Ist es richtig, das ich für EUR 400,-(+ Gebühren) 200.000 Aktien
zukaufe? Und weitere 200.000 gratis Aktien bekomme? Wenn dem so
ist, müsste ich im Schnitt stark verbilligt haben, oder?
Und was hat es mit den 80.000 Optionsscheinen auf sich, die ich
rechnerisch für die 200.000 bezogenen Aktien zugeteilt bekomme?
Was bedeutet in diesem Zusammenhang ein Optionsschein?

Für eine (oder mehrere) fundierte Antwort(en) bedanke ich mich
im Voraus!

Michael

P.S.Das die besagte AG fast pleite ist, interessiert mich nur am
Rande, wichtig ist für mich, ob meine Rechnung stimmt, das ich mit ca. EUR 400,- verbillige.

Bei 100.000 Aktien solltest du 100.000 Bezugrechte haben, für die du (BV1:1) 100.000 neue Aktien erhalten kannst, sowie dazu 100.000 so genannte Gratisaktien. Bei einem BP von 0,002€ wären das Kosten von 200€. Dein durchschnittlicher Einstandskurs würde auf 0,004€ sinken. Du hättest also tatsächlich verbilligt.
Allerdings: Gratisaktien senken den Wert der bereits bestehenden Aktien, durch die Ausgabe erhöht sich dein Depotwert nicht um einen Cent. Es handelt sich nur um eine Umschichtung auf der Passivseite der Bilanz des Unternehmens. Dein ‚echter’ durchschnittlicher Einstandskurs läge bei 0,006 €.
Außerdem: Verbilligen’ ist letztlich nur ein Trick, um seine eigenen Verluste zu kaschieren. Sicherlich, insgesamt erreichst du bei einem niedrigerem Kurs deine Gewinnschwelle. Aber: De facto hast du für die zuerst gekauften Aktien nach wie vor einen Verlust. Die später gekauften Aktien landen dafür später in der Gewinnzone.
Was die Optionsscheine angeht: Für fünf ‚bezogene’ Aktien gibt es zwei OS, demnach also nicht auch für die Gratisaktien. Somit würdest du wohl für 100.000 bezogene Aktien 40.000 OS erhalten.
Die Ausstattung der OS ist nicht beschrieben, insofern kann ich nur vermuten: Wahrscheinlich wirst du zu einem späterem Zeitpunkt oder Zeitraum die Möglichkeit haben, weitere Aktien des Unternehmens zu kaufen, und zwar zu einem Preis, der jetzt schon festgelegt wird. Liegt der Börsenkurs der Aktie über dem jetzt vereinbartem Preis, hast du einen zusätzlichen Gewinn, indem du deine Option wahrnimmst (=zusätzliche Aktien kaufst) oder dein Recht zur Wahrnehmung der Option an der Börse verkaufst. Liegt der Börsenkurs unter dem vereinbartem Preis, kommst du ohne Option billiger an die Aktien und wirst die Option verfallen lassen.

Hallo Börni,
vielen Dank für Deine Antwort! Genau so hab ich sie mir gewünscht…

Michael