Habe im Supermarkt 500 gr. Packung Speisesalz, Jodsalz mit Fluorid und Folsäure gekauft. Also ein handelsübliches Speisesalz. Zuhause las ich das Kleingedruckte: Fluoridhaltige Präparate sollten nur auf ärztliche Empfehlung eingenommen werden. Ist das heute auch bei Lebensmitteln schon üblich den Arzt oder Apotheker zu fragen? Wer bitte hat ähnliche Erfahrung schon gemacht? Was ist zu tun?
Frühere stellte man immer die Frage nach einer ausreichenden Jodversorgung. Diese Frage stellt sich heute nicht mehr.
Bei guter Mischkost benötigen wir keine zwangsweise, verordnete Jodversorgung. Deutschland ist kein Jodmangelgebiet! Ein Nord-Süd-Gefälle besteht nicht, und zwischen den alten und neuen Bundesländern sind keine Unterschiede bei Lebensmittel in der Versorgung mit Jod festzustellen. Im Gegenteil, durch die Zwangsjodierung aller Lebensmittel haben wir eine Überdosierung erreicht. Übrigens stammen auch unsere Lebensmittel nicht mehr nur aus einem begrenzten Gebiet.
Eine 1995 bundesweit angelegte Jod-Monitoring-Studie an Wehrpflichtigen ergab, daß nur etwa 12 % der untersuchten Personen ausreichend mit Jod versorgt wären. Mehr als die Hälfte der Personen hätte einen geringen und ein Drittel einen mittleren Jodmangel. Einen geringen Jodmangel kann die Schilddrüse noch ausgleichen. Sie greift auf ihre Jodreserven zurück. Sind diese aufgebraucht, signalisiert das Gehirn die Schilddrüse, mehr Hormone zu produzieren. Die Folge: das Schilddrüsengewebe wächst. Es kommt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, zur Bildung einer Struma.
An die Daten und Erfassungsmethoden dieser Studie kommt man nicht ran. Die Studie ist äußerst zweifelhaft und von vielen Wissenschaftlern und Fachleuten längst widerlegt. Trotzdem wird fest daran festgehalten und Verbände und große Teile der Presse ignorieren längst nachgewiesene Irrtümer dieser Feststellung. Man kann diese Studie nicht mal mehr als Halbwahrheit annehmen.
Selbst wenn die Ernährung vollwertig, frisch und vielseitig ist, liegt die Jodzufuhr noch deutlich über den Empfehlungen der DGE, da fast alle unsere Lebensmittel zu viel Jod enthalten. Ausreichender Bedarf an Jod könnte gedeckt werden, wenn Lebensmittelindustrie und -handwerk, Gastronomie und private Haushalte ausschließlich natürliches Steinsalz verwenden würden.
Tab. 1: Empfohlene Jodzufuhr/Tag
Menge in µg /Tag
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 50
4 bis unter 12 Monate 80
Kinder
1 bis unter 4 Jahre 100
4 bis unter 7 Jahre 120
7 bis unter 10 Jahre 140
10 bis unter 13 Jahre 180
13 bis unter 15 Jahre 200
Jugendliche und Erwachsene
15 bis unter 19 Jahre 200
19 bis unter 25 Jahre 200
25 bis unter 51 Jahre 200
51 bis unter 65 Jahre 180
65 Jahre und älter 180
Schwangere 230
Stillende 260
Tab. 2: Jodgehalt von Lebensmitteln (verzehrbarem Anteil)
Jodgehalt
(g pro 100 g) Jodgehalt
(g pro Portion) Verzehrmenge
(um 200 g Jod aufzunehmen)
Seelische/Meerestiere
Schellfisch 243 365 in 150 g 82 g
Seelachs 200 300 in 150 g 100 g
Kabeljau 170 255 in 150 g 118 g
Thunfisch in Öl(Konserve) 149 75 in 50 g 134 g
Garnelen 130 65 in 50 g 154 g
Miesmuscheln 130 195 in 150 g 154 g
Rotbarsch 99 149 in 150 g 202 g
Bismarckhering 91 147 in 150 g 220 g
Heilbutt 52 78 in 150 g 385 g
Sonstige Lebensmittel
Champignons 18 36 in 200 g 1,1 kg
Brokkoli 15 30 in 200 g 1,3 kg
Grünkohl 12 24 in 200 g 1,7 kg
Hühnerei 19,8 14,4 in 65 g 0,4 kg
Vollmilch >46,1 >82,2 in 200 ml >0,3 l
Edamerkäse >23,5 1,5 in 30 g 1,0 kg
Achtung nehmen Sie die Tabelle nicht zu ernst. Die Daten ändern sich ständig. Sie stammen teilweise aus der Feder der DGE und sind meiner Meinung sehr einseitig und im Sinne der Zwangsjodierung ausgelegt.
Fisch, Milch und Milchprodukte sowie Hühnereier und pflanzliche Lebensmittel liefern in den letzten Jahren immer mehr Mengen an Jod. Das liegt vor allem an der Mineralfutterzuteilung der industriell gefertigten Tiernahrung. Alleine durch die Verwendung von natürlichem Steinsalz kann die tägliche Jodzufuhr nicht mehr optimal gesteuert werden.
Eine ausgewogene Jodversorgung ist nicht nur durch die Verwendung von natürlichem Steinsalz im Haushalt, gewährleistet, sondern sämtliche Lebensmittelhersteller und die Tierfutterindustrien sollten Steinsalz, zur Not auch Meersalz verwenden. Das gilt vor allem für Fleisch- und Wurstwaren, Brot und Backwaren. Insbesondere aber auch für Konservenhersteller. Der wöchentliche Verzehr von einer Portion Seefisch ist nicht immer allgemein gültig. Auf keinen Fall sollte man auf Algenprodukte zurückgreifen, da der Jodgehalt sehr hoch sein kann und von Produkt zu Produkt große Differenzen im Jodgehalt und gesundheitliche Nachteile aus den darin enthaltenen Schadstoffen auftreten können.
Lebensmittelhersteller könnten ihre Produkte mit dem Aufdruck „gesünder mit natürlichem Steinsalz“ versehen. Das wäre vernünftiger als der Slogan „Jodsalz für die Volksgesundheit“.
Die Frage, ob mit natürlichem Steinsalz zuviel Jod aufgenommen werden kann, ist beim gesunden Menschen mit einem klaren Nein zu beantworten.
Nicht nur zweifelhaft, sondern geradezu leichtsinnig und sondern regelrecht gefährlich ist die Feststellung der WHO:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält beim Erwachsenen bei lebenslanger Aufnahme eine Jodzufuhr von bis zu 1000 mg pro Tag für akzeptabel. Auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion und anderen Schilddrüsenerkrankungen kann Jodsalz nicht negativ wirken, da die Jodmenge im Steinsalz gering ist. Bis zur angegebenen Dosis können angeblich Menschen keine Hauterkrankungen (Allergien, Akne) bekommen, denn freies Jod oder Kaliumjodid bzw. -jodat wirken nicht als Allergene und lösen somit keine Allergien aus.
Diese Feststellungen sind einfach falsch, werden schon jahrelang von Experten widerlegt und werden trotzdem nicht korrigiert.
Tipps für die Praxis:
• Essen Sie gelegentlich (nicht unbedingt wöchentlich) Seefisch.
• Verwenden Sie im Haushalt natürliches Steinsalz. (Jodanteil 1 bis max. 4 mg/kg)
Und jetzt: Jodunverträglichkeit
Der Mangel an Mineralien und Spurenelementen ist eine bis heue leider zu wenig beachtete Tatsache und trägt zu vielerlei Krankheitsursachen bei.
Genauso dramatisch können sich jedoch auch Überdosierungen auswirken.
Raffiniertes Kochsalz wird üblicherweise mit 20 mg/kg industriell aufbereitetem Jod angereichert. Das ist für den normalen Organismus viel zu hoch, erst recht für Millionen jodempfindliche Menschen.
Die Jodanreicherung erfolgt meist durch industriell recyceltes Jod. Synthetische Jodverbindungen aus der Druckindustrie, Desinfektionsmitteln, Röntgenkontrastmitteln und Katalysatoren werden abgetrennt und treten als Sondermüll auf. Diese Verbindungen können nur schwer und aufwendig entsorgt werden, so dass die Beimischung in raffiniertem Kochsalz eine willkommene Kostenentlastung darstellt. (Bestätigung siehe Literatur: Salz – Nahrungsmittel, Heilmittel oder Gift? Autor M. Gienger).
Die Jodanreicherung im Salz und damit verbunden die weiteren Jodzugaben im Tierfutter führen in fast allen Lebensmitteln, selbst in der Milch und im Käse, ebenso in Kosmetik, Medikamenten und Kontrastmitteln, zu lebensbedrohlichen Reaktionen bei Jodempfindlichkeit, werden aber auch beim gesunden Menschen durch Anreicherung zum Problemfall. Inzwischen wird vermutet, dass sogar verschiedenen Düngemitteln Jodzusätze beigefügt werden. Zumindest sind sie im organischen Dünger aus Viehbeständen bereits enthalten.
Meist beginnt der Teufelskreis mit einer Jodakne, Furunkelbildung, später zu heißen Knoten der Schilddrüse und/oder zur lebensgefährlichen Morbus-Basedow-Krankheit.
Ist der Organismus auf Grund langer Anreicherungen zu hoch belastet, führen schon geringe Zusatzbelastungen der Jodzufuhr zum Ausbruch der Leiden.
Nur wer selbst betroffen ist oder mit einem betroffenen Familienangehörigen zusammenlebt, kann die Dramatik der Leiden verstehen.
Schlappheit, ständige Müdigkeit, angeschwollene Augenlieder, tränende Augen, Sehstörungen, Verminderung der Sehkraft, Bindehautentzündungen, juckende Pusteln, Pickel und Furunkel am ganzen Körper sind nur einige der Folgen aus der Überanreicherung von Jod.
Herpes, Gürtelrose, Wechseljahre und vieles mehr wird diagnostiziert. Darauf folgen dann langwierige Behandlungen mit Bestrahlung, Cremes, Kortison, Bäder usw.
Bei einer Fastfood Mahlzeit kann die Zufuhr bis zu 4500 mg Jod betragen. Selbst Milch und Käse können bis zu 1000 mg/l bzw. kg beinhalten.
Im natürlichen Steinsalz sind 1 – 4 mg/kg Jodid enthalten. Diese Menge ist in der Regel völlig unbedenklich, selbst wenn die tägliche Salzzufuhr mehr als 10 g beträgt. Ein vollständiger Salzverzicht wegen der Jodmenge wäre der falsche Ansatz und sogar gesundheitsschädlich.
Leider können aber in Bezug auf die Jodmenge, Statistiken und Jodmengentabellen keine für alle Menschen anwendbare Aussage treffen.
Bei Jodallergie kann bereits die geringste Menge Probleme bereiten. Gleichfalls auch bei Schilddrüsenpatienten.
Die meisten Patienten müssen leider auf viele Nahrungsmittel verzichten, können nicht auf handelsübliche Produkte zurückgreifen und sind meist auf Selbstversorgung und Selbstherstellung angewiesen.
Wem selbst die Jodmenge im natürlichen Steinsalz zu hoch ist (das ist allerdings sehr selten der Fall), der kann sich behelfen in dem er eine 26 %ige Solelösung herstellt und diese in einem glasklaren Behältnis an Tageslicht oder Sonnenbestrahlung ein zwei Tage stehen lässt. Dabei verflüchtigten sich mehr als ¾ der natürlichen geringen Jodanteile. Er braucht also nicht auf Salz zu verzichten, wenn er mit dieser Sole würzt.
Eine Umstellung auf Meersalz kann nicht empfohlen werden, obwohl Meersalz ca. die Hälfte weniger Jod als Steinsalz beinhaltet, aber ansonsten oft mit Jodzusätzen angereichert wird. Die Jodanreicherung mit Algenprodukten und die im Meersalz und den Algen vorhandenen Schwermetalle sind auf Grund der zunehmenden Gewässerverschmutzung (Kohlenwasserstoffe, Pestizide, atomare Rückstände und ein Mix an allerlei Chemikalien) eine unzumutbare und gefährliche Belastung.
Als Resümee aus den vorangegangenen Hinweisen ist eine Zwangsjodierung unbedingt mit allen Mitteln zu bekämpfen.
Wer sich Jod zuführen will hat dazu genügend Möglichkeiten, während sich die Möglichkeit einer notwendigen Jodverminderung oder Vermeidung aus gesundheitlichen Gründen derzeit nur sehr schwer realisieren lässt.
Trotz aller Argumente wird von den offiziellen Stellen die Zwangsjodierung immer noch als gesundheitsfördernd propagiert.
So wird weiterhin die Problematik der industriellen Jodüberschüsse auf Kosten der Gesundheit gelöst.
Die Entsorgung kostet nichts und Pharmaindustrie, Medizinwesen und Staat verdienen zusätzlich auf Kosten der Leidenden. Ähnliches gilt auch für Fluor.
Gruss
Peter Koch