Frage zu: In einer eigenen Welt leben

Hallo

ich hätte eine Frage an alle Profis (Branden, Dr. O.Walter,…)

In einer eigenen Welt leben…

Ist das typisch für Menschen mit PTBS oder Borderline? Oder deutet das evtl. auf ein ganz anderes Krankheitsbild hin (z.Bsp: MultiplePS, DIS, Schizopränie…)?

Danke für eure Info

Gruß Angie

In einer eigenen Welt leben…

Ist das typisch für Menschen mit PTBS oder Borderline? Oder
deutet das evtl. auf ein ganz anderes Krankheitsbild hin
(z.Bsp: MultiplePS, DIS, Schizopränie…)?

Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Welt, so oder so.

.mvh (manche gelegentlich sogar in mehreren :wink:)

Hallo Angie

ich hätte eine Frage an alle Profis (Branden, Dr.
O.Walter,…)

In einer eigenen Welt leben…

Ja, wie Malte schon (etwas gereizt) andeutete: Jeder lebt ein Stückweit in seiner eigenen Welt; natürlich „wirkt“ das bei einem introvertierten Menschen anders auf die Anderen als bei einem Extravertierten. Aber Mick Jagger lebt ähnlich in seiner Welt wie Kaspar Hauser, wenn dieser etwas extreme Vergleich gestattet ist.
Wie sehr der Einzelne seine subjektive Weltsicht relativieren kann, wieweit er aufgrund seiner (frühen) Störung dazu in der Lage ist, ist selbstredend die zweite Frage bzw. die Frage, die sich anschließt, und die Dich möglicherweise dabei beschäftigt. Von hier aus wird dann auch das Problem der Wahnbildungen, der paranoiscghen Umbildungen der Welt usw., interessant.
Jeder kann nur soweit über den Tellerrand hianus bliken, wie er sich von den vielen Fesseln seiner Welt lösen kann (meine eigene Interpretation von Platons Höhlengleichnis, welches ich eher psychologisch als idealistisch verstehe).
Posttraumatische Belastungsstörungen (die sehr unterschiedlich ausschauen, je nach Persönlichkeit es Betroffenen) und schwere Erkrankunen wie Psychosen (welche viel eher mit der von Dir problematisierten „eigenen Welt“ zu tun haben)würde ich hier nicht in einen Topf werfen wollen.
Gruß,
Branden

Hallo, Angie,

In einer eigenen Welt leben…

Ist das typisch für …

wie die anderen schon schrieben, ist es richtig, daß jede® ein Stück weit in seiner/ihrer eigenen Welt lebt. Man kann nicht aufgrund des Ausdrucks „er lebt in seiner eigenen Welt“ auf irgend eine psychische Störung schließen, ohne weitere Informationen über das Verhalten und Erleben der betreffenden Person zu haben. Allerdings paßt der Ausdruck schon ganz gut auf Menschen, die bestimmte Störungen aufweisen wie z.B. Schizophrenie mit ausgeprägten Wahnvorstellungen. Es ist ja gerade das Kennzeichnende des Wahns, daß es sich um eigene Vorstellungen und Überzeugungen handelt, die (fast) unverrückbar sind und die von (fast) niemandem sonst geteilt werden.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hi,

In einer eigenen Welt leben…

Ja, wie Malte schon (etwas gereizt) andeutete:

sollte gar nicht gereizt rüberkommen, weil…

Jeder kann nur soweit über den Tellerrand hianus bliken, wie
er sich von den vielen Fesseln seiner Welt lösen kann (meine
eigene Interpretation von Platons Höhlengleichnis, welches ich
eher psychologisch als idealistisch verstehe).

…ich denke, dass das weniger eine psychologische und mehr eine philosophische Frage ist. Ich denke, wenn man sich mal etwas tiefer in diese Thematik hineinbegibt, gelangt man zügig an einen Punkt eines unauflösbaren Dilemmas: Es ist gar nicht möglich, sich von den „Fesseln seiner eigenen Welt“ loszumachen, weil man eben nicht aus sich selbst ausbrechen kann.

Der menschliche Geist (whatever it is) kann prinzipbedingt nicht aus sich selbst heraus, und man kann nur das vollständig erfassen, was man von außen betrachtet.

Da gibt es zahllose hübsche Gleichnisse zu, eines ist das der „Plattländer“, zweidimensionaler Wesen, die auf eine Blatt Papier leben und für die etwas, was aus unserer dreidimensionalen Sicht absolut trivial ist - man sticht eine Nadel durch das Blatt Papier und zieht sie durch - absolut unverständlich und mysteriös ist (Es erscheint in ihrer Welt ein metallener Punkt aus dem Nichts, nach ein Weile verschwindet er und es bleibt eine unerklärbare Lücke)1.

Nun, wie dem auch sei, „die Welt“ ist immer nur das, was an Reizen von uns aufgenommen wird und nach unseren zahlreichen Filtern dann als Eindruck übrigbleibt. In den meisten Fällen wird sich das hinreichend mit dem anderer (Welche anderen? Gibt es andere Menschen wirklich? Gibt es wirklich Menschen? :wink:) decken, so dass soziale Interaktion möglich ist, aber wissen kann man das nie so genau.

Und dann kommt ja noch hinzu, dass es für viele (die meisten) alle?) Menschen ja mehr als eine „Welt“ gibt, seien das „Zwischenwelten“, in die wir gelegentlich abdriften und die rein virtuell sind, seien das „Communities“, in denen wir uns bewegen und in denen ganz andere Regeln gelten als im „Alltag“ (was ist „Alltag“?) usw. usf.

Mit anderen Worten auch: „Je größer die Insel des Wissens im Meer der Ahnungslosigkeit, umso größer die Küste des Zweifels.“

Pathologisch und ontopic wird diese Geschichte vermutlich dann, wenn man in dieser Denkspirale hängenbleibt und den Notausgang nicht mehr findet.

Gruß,

Malte

[1] Ist entweder von Martin Gardner oder Douglas R. Hofstadter, IIRC

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