Hi,
In einer eigenen Welt leben…
Ja, wie Malte schon (etwas gereizt) andeutete:
sollte gar nicht gereizt rüberkommen, weil…
Jeder kann nur soweit über den Tellerrand hianus bliken, wie
er sich von den vielen Fesseln seiner Welt lösen kann (meine
eigene Interpretation von Platons Höhlengleichnis, welches ich
eher psychologisch als idealistisch verstehe).
…ich denke, dass das weniger eine psychologische und mehr eine philosophische Frage ist. Ich denke, wenn man sich mal etwas tiefer in diese Thematik hineinbegibt, gelangt man zügig an einen Punkt eines unauflösbaren Dilemmas: Es ist gar nicht möglich, sich von den „Fesseln seiner eigenen Welt“ loszumachen, weil man eben nicht aus sich selbst ausbrechen kann.
Der menschliche Geist (whatever it is) kann prinzipbedingt nicht aus sich selbst heraus, und man kann nur das vollständig erfassen, was man von außen betrachtet.
Da gibt es zahllose hübsche Gleichnisse zu, eines ist das der „Plattländer“, zweidimensionaler Wesen, die auf eine Blatt Papier leben und für die etwas, was aus unserer dreidimensionalen Sicht absolut trivial ist - man sticht eine Nadel durch das Blatt Papier und zieht sie durch - absolut unverständlich und mysteriös ist (Es erscheint in ihrer Welt ein metallener Punkt aus dem Nichts, nach ein Weile verschwindet er und es bleibt eine unerklärbare Lücke)1.
Nun, wie dem auch sei, „die Welt“ ist immer nur das, was an Reizen von uns aufgenommen wird und nach unseren zahlreichen Filtern dann als Eindruck übrigbleibt. In den meisten Fällen wird sich das hinreichend mit dem anderer (Welche anderen? Gibt es andere Menschen wirklich? Gibt es wirklich Menschen?
) decken, so dass soziale Interaktion möglich ist, aber wissen kann man das nie so genau.
Und dann kommt ja noch hinzu, dass es für viele (die meisten) alle?) Menschen ja mehr als eine „Welt“ gibt, seien das „Zwischenwelten“, in die wir gelegentlich abdriften und die rein virtuell sind, seien das „Communities“, in denen wir uns bewegen und in denen ganz andere Regeln gelten als im „Alltag“ (was ist „Alltag“?) usw. usf.
Mit anderen Worten auch: „Je größer die Insel des Wissens im Meer der Ahnungslosigkeit, umso größer die Küste des Zweifels.“
Pathologisch und ontopic wird diese Geschichte vermutlich dann, wenn man in dieser Denkspirale hängenbleibt und den Notausgang nicht mehr findet.
Gruß,
Malte
[1] Ist entweder von Martin Gardner oder Douglas R. Hofstadter, IIRC