Hallo Polo,
Mich interessiert erstmal ob die folgende Beispielrechnung
stimmt:
56 KB/s =
56000 B/s =
448000 b/s
Im Prinzip JA…
Warum überhaupt einerseits die Angaben in Mbits und
andererseits in Kbytes? Das ist anstrengend es umzurechnen.
Eigentlich kann man das gar nicht umrechnen, bzw. nur wenn man weitere Angaben hat. !!
Versuche einmal 10 Gramm Brief in Anzahl Buchstaben umzurechnen 
Also die 10 Gr. bestehen aus dem Umschlag, dem Briefpapier und der Tinte. Hinzu kommt noch, dass man einen Bogen Briefpapier einseitig oder beidseitig beschreiben kann und die Schriftgrösse und der Zeilenabstand auch noch unterschiedlich sein können.
Um das Ganze jetzt mal wieder Datentechnisch zu erklären:
Bit/s gibt genau auch das an, unabhängig davon welche Information ein einzelnes Bit überträgt. Dies ist einfach die maximale Übertragungsrate der Übertragungs-Strecke.
Du hast nun das Problem, dass der Empfänger irgendwie erkennen können muss WO ein Datenblock anfängt und WO er Aufhört. Also müssen da noch irgendwelche Zusätzlichen Informationen zusätzlich zu den Nutzdaten mit übertragen werden.
Bei der einfachen Übertragung (Asynchron) über z.B. RS232 (V.24 oder einfach COM- oder Serielle SChnittstelle) Wird zu den Nutzdaten (7 oder 8 Bit) noch ein Startbit und ein Stopp-Bit hinzugefügt, zur Fehlererkennung ist noch zusätzlich ein Paritäts-Bit vorgesehen. Also benötigst du zum Übertragen von einem Zeichen 9 (Da die Amis keine Umlaute kennen, genügen denen 7-Bit für ein Zeichen) bis 11 Bits. Also in den meisten Fällen musst du die Übertragungsrate durch 10 dividieren um auf die Bandbreite in Bytes zu kommen.
Allerdings beschreibt RS232 eigentlich nur die Elektrischen Parameter der Übertragungsstrecke, also die Treiber und das Kabel.
Statt mit Start- und Stop-Bits, kann man Anfang und Ende auch mit bestimmten Bitkombinationen Markieren, welche dann aber unter keinen Umständen im normalen Datenstrom vorhanden sein dürfen.
Ein soches Verfahren ist z.B. die Manchester-Codierung. Hierbei wird sichergestellt, dass ein Datenzeichen nie mehr als 4 aufeianderfolgende Bit mit dem Wert ‚0‘ hat. Beim Senden von z.B. ‚00000000‘ wird einfach eine ‚1‘ eingefügt -> ‚000010000‘ und auf der Empfängerseite wird diese ‚1‘ einfach wieder entfernt. Alles was mehr als 4 aufeinanderfolgende ‚0‘ hat, ist somit ein Steuerzeichen.
Hir wird es nun recht Schwierig die Nutzbandbreite genau zu berechnen, da ja manche Bytes als 9-Bit-Wert übertragen werden. Hier kann also die Nutzbandbreite nur als Durchschnitts-Wert angegeben werden. Weiterhin muss man noch wissen wieviele Steuerzeichen mit übertragen werden.
Desweiteren werden z.B. bei einem 100MBits/s LAN nicht dauernd 100MBits/s übertragen. Die Daten werden in Blöcke unterteilt und versendet. Zudem muss der Empfänger dem Sender bestätigen, dass er einen Datenblock empfangen hat, wozu dieser aber zuierst den ganzen Datenblock auswerten muss. Somit entstehen zwischen den einzelnen Datenblöcken noch Pausen in welchen keine Daten übertragen werden.
Real ist das Ganze noch etwas komplizierter gelöst, um Zeit zu ersparen wartet der Sender nicht unmittelbar auf die bestätigung jedes Datenblocks, sondern er sendet mehrere Blöcke unmittelbar hintereinander und die Bestätigungen können dann zeilich versetzt empfangen werden.
Hinzu kommt jetzt noch, dass die verschiedenen Übertragungs-Schichten deine eigentlichen Nutzdaten „verpacken“, also an die Nutzdaten müssen noch Informationen über den Empfänger, den Absender und noch einige weitere Informationen angefügt werden.
Wie du siehst ist mein Beispiel mit dem 10Gr.-Brief und der Anzahl Buchstaben gar nicht so abwegig
)
MfG Peter(TOO)