Hi, Désirée,
würdet Ihr
sein Herz verschenken
zu den Metaphern rechnen?
Zu den Schmalzmetaphern.
Es wird behauptet, dass man hingegen nicht sagen könne:
**Wenn ich Dir etwas geben könnte,
wären es meine Augen,
Damit Du sehen könntest,
was für ein wundervoller Mensch Du bist!**
Es werden viele geschmacklose und ungewöhnliche Dinge gesagt. Die Blamage sollte ein legitimes Sprechaktergebnis sein und nicht bereits im Vorfeld wegverhütet werden. Wenn jemand experimentieren möchte, sollte man doch sehen können, wohin es ihn getrieben hat und er solte nicht immer nur sagen müssen, „die Sprachwissenschaft hat mir den Mund verboten“.
Augen könne man nicht geben. Sei eine grauselige Vorstellung.
Herz schon - anerkannte Metapher. Leihen wird vorgeschlagen,
aber ich verschenke doch viel lieber, als dass ich leihe!
Allerdings. Zumal nach deren Verschenkung nicht nur diese Vorstellung grauselig ist, sondern auch der Anblick des Betreffenden. Eine bemerkenswert kurzsichtig (sic!) makabere Selbstandienung, die auf einer obszönen Selbstkundgabe (bessere Augen haben) fusst. Als wenn beim Herz-verschenken an den Ausgleich eines Herzfehlers durch eine Transplantation gedacht sei. Für einschlägige kommunikative Herzensanliegen taugt zur metophorischen Kommunikation wohl nur das Herz; jedes andere Organ würde wohl einen Defekt unterstellen und die Liebe in den Geruch der Herablassung geraten lassen.
„Wie kann ich Dir nur etwas Wärme geben, damit du sie auch für dich empfinden kannst“.
Das könnte vielleicht gehen. Wärmen ist ein legitimes Andienungsanliegen für Verliebte, zumal es eh darauf hinausläuft. Wenn das Objekt der Begierde humorverständig beleumundet ist, würde ich positivenfalls empfehlen, mit einer Andienung von Reibungswärme weiter zu machen.
Wie auch immer, wenn irgendein Schriftsteller von Rang und
Namen den ‚Augen-Spruch‘ machen würde, wäre es sofort okay und
anerkannt.
Oder unten durch. Da gibt es Gradwanderungen, aber die dauern nicht lang. Oder das Publikum spaltet sich und ein Teil läuft ins Trash- oder Comedylager über oder gründet eine Kult.
einen schönen Montag!
Thomas