Hallo,
Und dann denkt man unter anderem darüber nach, was passiert
eigentlich, wenn mal was nicht so rosarot läuft? Stehen wir
füreinander ein? Wird mein Partner mich so akzeptieren, wie
ich bin, kann ich seine Macken akzeptieren (und vieles andere
natürlich auch).
Wenn man liebt, eine gewisse Ehre im Leib hat, das dem Menschen angeborene Mitleid kennt und was weiß ich, was für den einzelnen da eine Rolle spielt, wird man den Partner nicht gleich im Stich lassen, das ist doch klar. Und man wird auch auf manches verzichten, unter anderem auch auf Sex, der hier ja eigentlich den Hintergrund der Ursprungsfrage bildet.
Wenn man dann aber nach einiger Zeit fest stellt, dass keine Aussicht auf Besserung besteht, dass es vielleicht noch Jahre lang so weiter geht und dass man dabei sein eigenes Lebensglück verliert, ist es, in meinen Augen auch legitim, die Sache so gut wie möglich zu beenden. Sich nur auf Grund eines Gelöbnisses, das man einst abgelegt hat, um den Partner zu kümmern, ohne jede weitere Motivation, erscheint mir irgendwie irreal. Wobei, das Ende der Ehe ja nicht unbedingt das Ende der Fürsorge sein muss.
Für die soziale Absicherung eines Kranken ist in erster Linie die Gesellschaft zuständig, nicht der Ehegatte.:
ist das ironisch gemeint? Ich befürchte: nein…
Was hat die Gesellschaft damit zu tun??
Das ist die Frage, die sich jeder Reiche ab und zu stellen sollte. 
So wie wir der Gesellschaft verpflichtet sind, so ist die Gesellschaft uns verpflichtet. Es gibt ja nun mal eine Menge Leute, die keine Angehörigen mehr haben, warum sollte es bei denen anders sein, als bei Verheirateten. Der Gedanke, dass ich eventuell mal davon abhängig sein könnte, dass meine Partnerin mich pflegt, macht mir heftiges Bauchgrimmen.
Nur eins: sie sichert
ab, dass du (momentan jedenfalls noch… wer weiß, was daraus
wird) bestimmte Mittel bekommst, die dir zustehen…
Nur: Materie ist nicht alles! Wenn jemand alt, gebrechlich
oder sehr krank wird, dann sollte die soziale Absicherung
durch die Angehörigen erfolgen!
Das macht den Kranken abhängig vom Wohlwollen seiner Angehörigen und das möchte ich weiß Gott nicht haben. Dass wir, als Gesellschaft, uns besser für den Pflegefall absichern müssten, ist natürlich klar.
Ich meine das übrigens ernst: ich kann nämlich zum Beispiel
Fragen nicht nachvollziehen, die darauf abzielen, warum man um
Himmels willen seine Eltern im Alter unterstützen sollte, wenn
man selbst nur 136.000 mtl. verdient.
Natürlich müssen Kinder die Eltern unterstützen, wenigstens nach dem heutigen Modell.
Meine Meinung ist, dass ein jeder , unabhängig davon, ob er Kinder hat oder nicht, verpflichtet ist, Kindern ein zeitgemäß, anständiges Aufwachsen zu sichern, weil die Gesellschaft nun mal Nachwuchs braucht. Das wird ja heute zumindest teilweise auch gemacht.
Genauso ist aber auch ein jedes Mitglied der Gesellschaft verpflichtet, für die Alten und Kranken zu sorgen. Wenn jeder einen gewissen Prozentsatz seines Einkommens von vorn herein für solche Zwecke abtreten müsste, würden sich solche Probleme gar nicht stellen.
Meinst du ehrlich, man solle bei Krankheit jemanden verlassen,
denn eigentlich ist ja die Gesellschaft dann für ihn
zuständig?
Dass man jemand verlassen soll, war nie meine Aussage, lediglich, dass ich ein gewisses Verständnis dafür habe, wenn einer sagt, so, ich kann nicht mehr. Insbesondere eben auch, wenn jemand sagt, ich will auf Dauer nicht auf Sex verzichten.
Sex hat für jeden Menschen einen anderen Stellenwert. Naturgemäß haben Leute, bei denen der Wert niedrig ist, kein Verständnis für die, bei denen er hoch ist. Daraus ergeben sich viele Fehleinschätzungen.
Aber wie gesagt, was er tut, muss ein jeder selbst wissen, wir sollten uns nur hüten, von vorn herein zu verurteilen und zu sagen, so etwas tut man nicht. Was man tut kann man erst wissen, wenn man selbst betroffen ist.:
Ja, damit hast du recht.
Trotzdem darf man seine persönliche Meinung wieder geben,
speziell, wenn man auch noch danach gefragt wird. Im Rahmen
eines Forums können solche Beiträge /Fragen eh nur einseitig
und in dem Sinne „Vor-verurteilend“ beantwortet werden: wir
kennen nämlich die andere Seite der Medaille gar nicht, die
schildert Andreas nämlich nicht.
Na gut, meine Meinung kennst du jetzt.
mfg