Frage zu Ode an die Freude, Schiller

Hallo,

in einer Strophe aus der „Ode an die Freude“ heisst es:

„Den der Sterne Wirbel loben
den des Seraphs Hymne preist
[…]“

Welche Bedeutung bzw. was für ein Engel ist Seraph?
(der Cherub, der woher bereits erwähnt wurde, ist doch ein Erzengel?)

Und was ist mit „den der Sterne Wirbel loben“ gemeint? (=Weisheit?)

Der „gute Geist“, die Götter, der Sternenrichter, der Gott, der richtet, wie wir uns auf Erden verhalten haben, damit ist doch der menschl. Zusammenhalt gemeint, ein „anderes Leben“ neben den Diktatoren auf Erden?

Danke im Voraus!

Grüsse,
Nicole

Hallo Nicole,

Welche Bedeutung bzw. was für ein Engel ist Seraph?

Das ist einer von der Singtruppe… Es gibt neun Engelschöre; die Seraphen (BTW: frag mich nicht wozu, aber sechs Flügel haben diese Herrschaften) gehören zu dem höchsten.

(der Cherub, der woher bereits erwähnt wurde, ist doch ein
Erzengel?)

Nö, isser nich. Davon gibt es nur vier Stück - Gabriel, Michael, Raphael und Uriel - und nur die haben einen Namen. Cherubim sind die Wächter des Paradieses.

Und was ist mit „den der Sterne Wirbel loben“ gemeint?
(=Weisheit?)

Sternenwirbel? Unendlichkeit des Universums vielleicht?

Der „gute Geist“, die Götter, der Sternenrichter, der Gott,
der richtet, wie wir uns auf Erden verhalten haben, damit ist
doch der menschl. Zusammenhalt gemeint, ein „anderes Leben“
neben den Diktatoren auf Erden?

Äääähm… Wie meinen?

Beste Grüße

Tessa

Hallo Nicole, hallo Tessa:

guckt mal da:

http://www.erzengel-online.de/Erzengel/erzengel.html

Da sind schon acht Erzengel angeführt.

Von dieser Seite aus kommt man auch zu den „normalen“ Engeln, den Engelsordungen etc.

Viel Spaß bei diesem „höheren Unsinn“!

Fritz

Hallo Nicole!

Schiller ist mit diesen Bildern noch Erbe des Barock, auch wenn das eigentlich Religiöse sich ins „nur“ noch Gleichnishafte verflüchigt. Das ganze Dasein, Mikro- und Makrokosmos, sichtbare und unsichtbare Schöpfung, preist den Schöpfer, der sich durch die Freude offenbart und den zu loben zugleich Ausdruck der Freude ist. (Die Wirbel der Sterne sind sicherlich die Galaxien, deren Spiralform ja damals auch schon bekannt war.)

Die Seraph-Zeile spielt vor allem auf eine Bibelstelle an, die damals jedermann aus dem Religionsunterricht und aus der Liturgie bekannt war. Es ist die Berufungsvision des Propheten Jesaja (Jes 6):
1 Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus.
2 Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße und mit zwei flogen sie.
3 Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. / Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt.

Gruß,
Pietro

Hallo Tessa!

Äääähm… Wie meinen?

Na ja, etwas verkorkst ausgedrückt vielleicht, ich meine, zu der Zeit, wo die Ode verfasst wurde, noch die Sturm und Drang Epoche herrschte, franz. Revolution, Dtl. auch im Aufruhr, und Schiller damit eher auf die wahren menschlichen Werte zugehen wollte, also ausdrücken wollte.

Danke auch für Antwort!

Grüsse,
Nicolel

Besten Dank! o/t