Hallo,
ich habe eine konkrete Frage zu Optionsscheinen:
Ich habe vor einem Monat Optionsscheine (amerikanisch) mit
Laufzeitende Mitte 2005 gekauft, die zum Kaufzeitpunkt bereits im
Geld waren. Jetzt ist der Underlyingwert gestiegen, aber der Kurs
meiner Optionsscheine ist bei weitem nicht so stark gestiegen, wie es
sich nach
meinen Berechnungen ergeben hatte, sehr merkwürdig. Kann mir jemand
sagen, wo da der Denkfehler liegt? Um es konkret zu machen:
Underlyingwert bei Kauf: 57,50
Basiswert Optionsschein: 50,00
Einkaufskurs Optionsschein (Brief): 1,39
Bezugsverhältnis 10:1
Spread (vor einem Monat wie auch jetzt) ca. 3,5%
Inzwischen ist der Kurs des Underlyingwertes auf 61 Euro gestiegen.
Nach meinen Berechnungen müßte der Schein jetzt bei etwa 1,67 Euro
liegen, und zwar im Rücknahmekurs. Tatsächlich liegt er bei 1,45! Der
Zeitwertverlust ist in diesem einen Monat wohl nicht so drastisch,
denke ich mal, der Zeitwert ist derzeit 0,37 Euro.
Meine Rechnung für den aktuellen Kurswert sieht so aus:
Einkaufskurs + (Absolute Kurssteigerung des Underlying durch 10) -
(Spread mal (Einkaufskurs+(absolute Kurssteigerung des Underlying
durch 10)))
Wo liegt der Fehler? Das ist immerhin eine Differenz von über 0,20
Euro! Wo kommt die her? Der Zuwachs jetzt ist so hoch wie mit den
Aktien selber, dabei ist der Hebel mit über 4 und Omega mit 3,3
angegeben!
Vielen Dank für jegliche Tips!
Gruß,
Chris
Hallo,
habe gerade meinen Fehler gefunden: Die Differenz erklärt sich aus
dem Verlust des Zeitwertes, der ist nämlich im letzten Monat von 0,57
auf 0,37 gesunken! Krass, kann mir jemand erklären, ob das normal
ist? Oder schwankt der Zeitwert je nach Volatilität der Aktie etc.,
d.h. er kann auch wieder nach oben gehen?
Danke nochmal!
Chris
Hallo Chris,
der Kurs eines Optionsscheines berechnet sich nicht so, wie Du das getan hat.
Die gängigste Berechnungsformel ist die nach Black-Scholes, die für amerikanische nochmal abghewandelt ist.
EIngangsgrößen sind neben der Restlaufzeit, dem Basispreis, dem aktuellen Kurs auch der derzeit sichere Zins und die Volatilität des Papiers.
Im Netz gab es früher bei http://www.consors.de ein Berechnunstool für praktisch alle gehandelten Scheine.
Liebe Grüße,
Max
Oooohmmmmmmmmm!
Lasset ab von Scheinen, da sie brennen werden!
Der Wert eines optionsscheines errechnet sich nach Angebot und Nachfrage.
Alles andere sind theoretische Größen.
Gruß Ivo
Hallo Ivo,
Der Wert eines optionsscheines errechnet sich nach Angebot und
Nachfrage.
Das stimmt ja nun so nicht. Kurs und Volatilität des Underlyings und damit der Zeitwert sind nicht voraussagbare Größen. Zum jetzigen Zeitpunkt und für die Vergangenheit sind diese Werte jedoch ermittelbar und damit der Wert des Optionsscheins anhand der übrigen bekannten und nicht veränderbaren Kennzahlen des Papiers zu berechnen. Von Kleinigkeiten wie Veränderung des Spreads sehen wir mal ab. Die Preisstellung des Emittenten richtet sich sicherlich nicht nach Angebot und Nachfrage. Selbst an der Börse ist dies nur bedingt richtig, nämlich innerhalb der Emittentenspanne. Eine schlechtere Ausführung als die zum errechenbaren Wert ist also nicht möglich.
Gruß
Nils