Genau! Das Pronomen vertritt grammatisch wie real ein Objekt. „Du wäschst dich“ wäre wiederum reflexiv. Entscheidend für eine solche doppelte Funktionalität ist der jeweilige reale und im letzten Beispiel auch eindeutig grammatische Kontext (du - dich).
Fritz geht wohl davon aus, dass Christine nur Männer wäscht. Vielleicht sogar weil nur die Männer sich nicht selbst waschen. Schreib es ihm einfach seiner feministischen Ader zu. IoI
war nicht so sehr der feministische Aspekt, der mich zur Frage verleitete, sondern ich finde Pronomen an sich faszinierend und ich frage mich auch, ob es Sprachen gibt, bei denen das Geschlecht/Genus bei den Pronomen in der Einzahl 1. und 2. Person erkennbar ist. In meiner Muttersprache, Slowenisch, ist das der Fall bei der 1./2. Person Zweizahl/Mehrzahl Nominativ, nicht jedoch in der Einzahl. Aber das gehört nicht in dieses Brett, ich weiß…
Es gibt dazu eine wundervolle Untersuchung von Beispielsätzen
in Grammatiken. Vielleicht finde ich die noch, dann schicke
ich sie dir.
Das wäre echt lieb!!
Auch bei „Pooh“ habe ich gleich an eine Masulinum gedacht,
denn es heißt doch „Winnie DER Pooh“.
Jaaa, aber ich habe eher an einen Bären „mit geringem Verstand“ dabei gedacht, *grins*.
Unser alltäglicher machismo!
Nö, wie gesagt, meine Frage war rein linguistisch. Ich habe nicht mal versucht, mich zu fragen, wer denn jetzt wen wäscht ) und die Interpretation, dass eine Frau einen Mann wäscht, ist echt kein Machismo, oder?
seit drei Tagen durchforste ich meine Dateien, heute habe ich schon amazon abgegrast, aber nicht gefunden, was ich suchte.
Fehlt noch google.
Es war entweder von der Luise Pusch oder der Trömmel-Plötz und hieß irgendwie „Roman in Grammatikbeispielen“. Frau hat also aus all den Beispielsätzen einer Grammatik zwei Biografien zusammengestellt; einer Frau und eines Mannes.
Wobei deutlich die Vorurteile und Klischess der Männer deutlich wurde.
Vielleicht weiß ja jemand anderes, wie das Buch oder der Aufsatz hieß.
Ich suche aber auch weiter, denn den Text will ich selber wieder zur Verfügung haben.
Tut mir Leid, dass ich den Mund zu voll genommen habe.
Hallo, Fritz,
meintest Du etwa dieses: Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik.
ISBN 3-518-11217-1 Buch anschauen
1984. Frankfurt/M.
edition suhrkamp 1217. 202 Seiten
8,50 EUR
Als Roman kenne ich „Die Töchter Egalias“ von Gerd Brantenberg in konsequenter femininer Schreibweise. ISBN:388104163X Buch anschauen. Das meinst Du eher nicht, aber es schadet auf keinen Fall, es an dieser Stelle zu nennen.