Frage zu Robert Enke

Hallo,

es ist Ubglaubliches geschen.
Und auch mich hat’s tief berührt.

Aber mir stellt sich eine ganz krasse Frage:
In sämtlichen Medien wird von den Depressionen, an denen er schon länger litt, berichtet.
Schlägt man aber Wikipedia auf, erkennt man schon in der zweiten Zeile, also noch bevor es eigentlich um Robert selbst geht, dass sein Vater ein promovierter Psychotherapeut war.

Irgendwie passt das nicht in mein schmales Gehirn.

Wie kann so etwas passieren?

Zeulino

Bitte um Konkretisierung
Hallo!

Depression
sein Vater ein promovierter Psychotherapeut war.

Irgendwie passt das nicht in mein schmales Gehirn.
Wie kann so etwas passieren?

Ich sehe hier keinen Zusammenhang.

Enke war (seit 2003, glaub ich zu erinnern) immer wieder in therapeutischer Behandlung wegen Depressionen (reaktiv). Seine Suizidalität zuletzt war dem Arzt ebenfalls bekannt.

Welche Rolle spielt es unter diesen Voraussetzungen, ob sein Vater Therapeut oder Schreiner ist?
Was anderes wäre es gewesen, wenn E. sich nie in Therapie begeben hätte. Da würde ich dann auch nach der Rolle des Vaters fragen, aber so.

Oder meintest du etwas anderes?

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

  1. Frage zurück: „Trauerst“ du auch den anderen 9.999Menschen nach, die jährlich sterben an selbstmord?
  2. Man ist selisch einfach am Ende, aus verschiedenen Beweggründen.
  3. Es sind 2 Promis gestorben, was erwartest du auf Wikipedia anderes? Außerdem glaube ich kaum, dass es der Vater persönlich war, der das da rein geschrieben hat.

heißt doch nur dass Therapeuten nicht unfehlbar sind. Würde aber behaupten, dass einige fehlbarer als andere sind…

Hi,

wenn mein Vater Arzt ist, krieg ich dann auch keine Grippe?

Fällt schwer, eine Antwort …
Wer geht gern zu seinem Vater, wenn man an Versagensängsten leidet?
Wir wissen nicht, wie autoritär der Vater gegen seinen Sohn war.
Warum soll der Vater aktiv werden, wenn der Sohn nicht zu ihm kommt?

Es gibt hier einfach zu viele Möglichkeiten. Ich kann Deine Frage nachvollziehen, aber sie scheint mir zu geradeaus. Denn schau, die Möglichkeiten sind sehr vielfältig.

Ich interessiere mich nicht für Sport (bin zu faul), aber als ich erstmals dann das Bild von Enke sah, da ahnte ich um seine Probleme. Ich frage nicht, warum sein Vater nicht eingriff. Ich frage mich mehr, warum die Menschen in seiner Umgebung es nicht wahrnahmen. Aber vielleicht wollten sie es auch nicht. Enke wirkte immer sehr ruhig, da kann es schon geschehen, dass Menschen sich selbst beruhigen.

Mir stellt sich nur die Frage, warum Menschen mitunter so gleichgültig sein können, dass sie die Probleme Anderer nicht sehen. Aber wir wissen nicht, ob Enke andere an sich heranließ…

Hallo,

ich erstmals dann das Bild von Enke sah, da ahnte ich um seine Probleme.

natürlich tatst Du das.

Ich frage nicht, warum sein Vater nicht eingriff.

Ich frage, wie Du darauf kommst, daß er das nicht tat und hätte tun können.

Ich frage mich mehr, warum die Menschen in seiner Umgebung es nicht wahrnahmen.

Ich frage, wie Du darauf kommst, daß sie das nicht taten und hätten tun können.

Mir stellt sich nur die Frage, warum Menschen mitunter so
gleichgültig sein können, dass sie die Probleme Anderer nicht
sehen. Aber wir wissen nicht, ob Enke andere an sich
heranließ…

Richtig, gar nichts weisst Du und drischst trotzdem Phrasen.

.m

6 „Gefällt mir“

eine antwort zu robert enke
hi,

das ist aber ganz einfach zu verstehen, denn krankheiten können jeden treffen.

das ist ja gerade das ding mit den psychischen krankheiten: sie sind von tabuisierungen, halbwissen und mythen umgeben, und dabei müsste man viel angstfreier und sachlicher damit umgehen lernen.

und selbstverständlich ist das studium des vaters kein sicherer schutz vor der erkrankung des sohnes.

ebensowenig schützt das medizinstudium eines vaters/einer mutter deren kinder vor krebs.

Hi alpha

ebensowenig schützt das medizinstudium eines vaters/einer
mutter deren kinder vor krebs.

Du nimmst mir (einmal mehr) das Wort aus dem Munde.
*
Gruß,
Branden

Hi,

und selbstverständlich ist das studium des vaters kein sicherer schutz vor der erkrankung des sohnes.

Klar. Ganz abgesehen davon, daß eine ggf. anliegende regelrechte Psychotherapie unter Familienmitgliedern gar nicht möglich ist.

Gruß
Metapher

2 „Gefällt mir“

heißt doch nur dass Therapeuten nicht unfehlbar sind.

Nee, mit Verlaub, heißt es gar nicht.
Wenn dein Vater Allgemeinarzt wäre und du würdest einen gehlörigen Schnupfen (oder gar Schweinegrippe) bekommen, wäre dann dein Vater ein schlechterer Arzt?

Würde
aber behaupten, dass einige fehlbarer als andere sind…

Hat mit dem Thema aber n i c h t s zu tun, null, zero,. nidente…
Gruß,
Branden

2 „Gefällt mir“

heißt doch nur dass Therapeuten nicht unfehlbar sind. Würde
aber behaupten, dass einige fehlbarer als andere sind…

Hi Jenna,
ich hab nur eine kleine Vermutung, die aus deinen 2 oben gestellten Fragen und diesem Post hier entstanden ist.
Ich habe so das Gefühl, dass du mit zu vielen Erwartungen in eine Therapie reingehst. Du sprichst oben davon, dass in 10 Sitzungen noch „keine Erkenntnis“ gekommen sei.
Ziel einer Therapie (soweit ich das zu erkennen glaube, Profis berichtigt mich bitte), ist nicht „die“ kognitive Erkenntnis, die dir plötzlich die Ursachen erklärt und dann hast du’s raus. Ziel ist auch nicht unbedingt eine Heilung des Problems, sondern erstmal v.a. der Umgang mit dem Problem, das Zurechtkommen, vielleicht sogar liebgewinnen, v.a. auch indem man feststellt, dass jeder Mensch mit einer kleineren oder größeren Bürde durchs Leben zieht - seine eigene Bürde annehmen und mit ihr leben ist vielleicht eine der wichtigsten „Erkenntnisse“.
Der Therapeut, der dir nur Fragen stellt, macht das, was alle Therapeuten tun. Er wird dir nichts vohersagen. Er wird dich nicht zu seinem Mentor machen, nach dessen Vorgaben du nun handelst. Was für dich richtig ist, weißt nur du selber, aber es gilt, das herauszubekommen, was du tief in dir drinnen so glaubst zu „wissen“. Erkenntnisse ziehst du selbst, indem du dich auf seine Fragen einlässt.
Indem du Psychologiebücher und dergleichen liest und auswertest, machst du dich zu einem wunderbaren kognitiven Versteher der Therapie, was aber nicht heißt, dass du auch ein prima Patient bist - gerade Leute, die alles durchschauen wollen, haben mitunter Schwierigkeiten, das wirklich Unbewusste zuzulassen, und darum geht’s in der Therapie.

Ich kenn das zumindest selbst von mir, dass ich immer Ergebnisse sehen wollte, aber oft festgestellt hab, dass ich mir manche Dinge, die ich früher so tat, erst nach 6,7 Jahren erklären kann, obwohl ich damals auch schonmal in Therapie war.
Wirkliche Erkenntnisse gibt es mitnichten in jeder 10. Sitzung. Zumindest wenig Erkenntnisse dazu, wie du JETZT handelst. Meine Therapeutin gab mir letztens eine (für MICH wichtige) Erkenntnis, indem sie meinte, dass Veränderungen in Lebens- und Denkweisen fast nicht durch kognitives Erfassen passieren, sondern durch andere Erfahrungen. (das war einer der wenigen Aussagen, die sie tätigt, sie fragt sonst auch nur und ich weiß auch nicht, wie recht sie hat mit der Aussage, jedenfalls nimmt sie mir damit einen gewissen Druck und das ist schonmal richtig) Diesen anderen Erfahrungen erstmal Raum zu geben, kann die Therapie schaffen.

Nichtsdestotrotz glaube ich nicht, dass der Therapeut, den du da aufgeführt hast, der richtige für dich ist, aber geh auch nicht mit Einschätzungen daran, sondern schau lieber, ob das ein Mensch ist, dem du Vertrauen schenken möchtest.
(komisch auch, ich habe 3 von 4 Therapeuten, die ich kennengelernt habe, als für mich passend empfunden. Vielleicht hattest du einfach Pech.)

Gruß

Korrektur

. Er wird dich
nicht zu seinem Mentor machen,

sollte heißen:

er wird Sich nicht zu Deinem Mentor machen.

verflixt :smile:

Meiner Meinung nach hängt das mit dem Patienten und seinem individuellen Problem zusammen. Danach sollte die Therapie ausgerichtet werden.
Durch die Beschäftigung mit einschlägiger Forschungliteratur habe ich mich bereits ansatzweise selbsttherapiert. Dort werden die Ursachen für psychische Störungen klipp und klar beim Namen genannt. Mein weiß ganz genau, dass in den meisten Fällen das Elternhaus die Ursache ist.
Nun, ich studiere nicht Psychologie und musste mich erstmal in die Begrifflichkeiten einarbeiten. Ich sehe das wie Alice Miller: zu erkennen warum man so ist, ist eine Entlastung. Offen über die Beziehung zu den Eltern reden, über ihre Erziehungsmethoden als man klein war und die Auswirkung. Auch Rehberger geht diesen Weg. Auch er guckt auf die Erziehung und schreibt ganz offen auf seiner Webseite darüber. Psychotherapeuten sollten dazu schon in der Lage sein.
Sonst kann ich auch zum Beichtvater gehen…
Familienorientierte Therapieansätze gehen davon aus, dass eine Störung sich durch das System Familie entwickelt und nicht ein einzelnes Individuum für die Störung verantwortlich ist. Das ist so banal und muss nicht erst erläutert werden.
Ich denke, wenn ein Patient darüber gerne reden möchte, sollte er das doch auch dürfen oder seit wann gibt es Tabus in der Psychotherapie welche Themen nicht angesprochen werden können?
Ich glaube, die Fähigkeit des Patienten, explizit etwas über sein Elternhaus zu erfahren und es verarbeiten zu können, wird stark unterschätzt. Außerdem merkt man doch schnell, ob ein Patient offen ist und wie er argumentiert. Ob er alles einseitig sieht, wie er die neue Erkenntnis integriert usw.

Ein Video, das ich sehr schätze

http://www.youtube.com/user/dmackler58#p/u/2/wyL0jjI…

Hi Jenna,
ich bin jetzt etwas verwirrt, denn ich habe in keinem meiner Sätze irgendwas gesagt, dass deine Sätze hier anfechten würde:

Meiner Meinung nach hängt das mit dem Patienten und seinem
individuellen Problem zusammen. Danach sollte die Therapie
ausgerichtet werden.

Offen über die Beziehung zu den Eltern reden, über ihre
Erziehungsmethoden als man klein war und die Auswirkung.

Familienorientierte Therapieansätze gehen davon aus, dass eine
Störung sich durch das System Familie entwickelt und nicht ein
einzelnes Individuum für die Störung verantwortlich ist. Das
ist so banal und muss nicht erst erläutert werden

Ich denke, wenn ein Patient darüber gerne reden möchte, sollte
er das doch auch dürfen oder seit wann gibt es Tabus in der
Psychotherapie welche Themen nicht angesprochen werden
können?

Ich habe eben nicht behauptet, dass der Therapeut die Richtung vorgibt.
Ich habe nur eins der Dinge verteidigt, die du oben bei einem Therapeuten aufgeführt hast, und das war dies: er würde nur fragen und du hättest keine Erkenntnis.
Und, verzeih, ich habe nur den Eindruck, so vollkommen offen und einlassend, heauszufinden, was aus einer Therapie werden könnte (und was sich durchaus erst nach langer Zeit herausstellt), wie du glaubst, wirkst du zumindest auf mich irgendwie nicht. Du willst die Richtung vorgeben, und das ist bis zu einem gewissen Punkt in Ordnung. Aber dadurch verschließt du dich irgendwann auch davor, Dinge an dir zu entdecken, die du möglicherweise lieber gar nicht entdecken willst. Oder von denen du nicht wusstest, dass sie existieren. Ganz tief versteckte Ängste z.b., die du eben nicht mit Selbsttherapie herausfinden würdest, denn dabei bleibst du immer kognitiv.

Nur mein Eindruck.

1 „Gefällt mir“
  1. Frage zurück: „Trauerst“ du auch den anderen 9.999Menschen
    nach, die jährlich sterben an selbstmord?

Äh, nein? Vielleicht weil ich sie nicht „kenne“, nichtmal namentlich, nie gesehen, nie gehört?
Schonmal dran gedacht, dass es daran liegen könnte…?
*kopfvordiewandhau*

grüße
VAST

Ganz im Gegenteil: in den letzten Jahren bin ich sehr selbstkritisch mit mir gewesen. Durch die Lektüre zahlreicher Forschungsartikel habe ich erkannt wie die Dinge zusammenhängen.
Statt gleich noch mehr Kritik am Menschen zu üben, sollte ein Therapeut zunächst einmal ein unkritisches Vertrauensverhältnis aufbauen und Verständnis zeigen, Stück für Stück etwas über das Leben des Menschen erfahren, und dann mit dem Patienten gemeinsam aufdecken und überlegen, woher die Störung kommt (Erziehung, Sekundärstörungen, soziale Gegebenheiten). Dann sollte die Ressourcenorientierung folgen.
Wenn sich der Patient erstmal verstanden fühlt und auch merkt, hey, da macht sich jemand Gedanken um mich, dann steigt auch seine Motivation an.
Unverständnis kann zu Depressionen führen, die durch Verständnis teilweise gemindert werden können.

Ganz im Gegenteil: in den letzten Jahren bin ich sehr
selbstkritisch mit mir gewesen.

Im Gegenteil zu was jetzt?
Ich hab nie behauptet, du seist nicht selbstkritisch. Ich hab nur gesagt, du kommst mir nicht wirklich offen vor. Und so erscheinst du mit jedem Posting immer weniger.
Selbstkritisch sein ist mitnichten offen sein.

Statt gleich noch mehr Kritik am Menschen zu üben, sollte ein
Therapeut zunächst einmal ein unkritisches
Vertrauensverhältnis aufbauen und Verständnis zeigen, Stück
für Stück etwas über das Leben des Menschen erfahren, und dann
mit dem Patienten gemeinsam aufdecken und überlegen, woher die
Störung kommt (Erziehung, Sekundärstörungen, soziale
Gegebenheiten). Dann sollte die Ressourcenorientierung folgen.

erstens hab ich nix davon gesagt, dass ein Therapeut Kritik am Patienten üben sollte. Du baust hier Widerstände auf, wo ich gar nix gesagt hab. Du machst dich auch nicht offen für das, was ich gesagt hab. Ich muss nicht recht haben, nein, aber so wie du dich hier schlagartig verteidigst, und so wie du aufführst, wie Therapeuten zu sein haben sollen, bist du, ich kann es nur immer wieder sagen: nicht offen, dich auf was einzulassen, das du nicht kennst. Darum geht’s aber in der Therapie: Seiten an sich zu finden, auf die man eben nicht durch Selbsteinschätzung kommt.

Wenn sich der Patient erstmal verstanden fühlt und auch merkt,
hey, da macht sich jemand Gedanken um mich, dann steigt auch
seine Motivation an.

Ja, das ist richtig. Wenn du das Gefühl nicht hattest, war kein passender Therapeut dabei.
Trotzdem hab ich den Eindruck, du brauchst, um dich verstanden zu fühlen, dass jemand genau das sagt und tut, was du erwartest.

Ich war selbst genauso. Ich will dich damit nicht angreifen. Ich will dich eigentlich für andere Möglichkeiten öffnen als du dir so ausmalst.
Gelingt mir möglicherweise nicht.

Du bist also emotional mit einer Person verbunden, von der du den Namen kennst und den i-wo schonmal gesehen hast?
Meine güte, dann hast du auch sicherlich geheult, als Willy Brandt oder Edward Woodward oder der Papst starb… würdest du weinen, wenn ich dir meinen Namen sage und ein Bild schicke und mich dann umbringe? Ich glaube weniger…

ehrlich gesagt glaube ich, dass du derjenige bist, der nicht offen ist. Ziemlich engstirnig sogar!
Nicht jede Therapie trifft auf jeden zu. Dir unterstellst mir Dinge obwohl du mich gar nicht kennst…
Offenheit ist für mich etwas völlig anderes!!