Ich habe hier einige Sätze, bei denen ich mir über die Zeichensetzung Gedanken mache, ohne zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Es betrifft im Wesentlichen die Frage, ob in den relevanten Fällen ein Komma gesetzt werden soll/muss/darf oder nicht.
Über eure Hilfe würde ich mich freuen (am Besten mit kurzen Begründungen), dafür schon einmal VIELEN DANK im Voraus!
Hier die Sätze (fragliche Kommastellen sind jeweils durch eckige Klammern gekennzeichnet):
Wenn in der Öffentlichkeit über das Thema diskutiert wird, glaubt man in der Regel[,] genau zu wissen, was die Biologen meinen.
Die Kriterien sind nicht geeignet, um den Gegenstand zu erklären[,] und noch weniger, um weitergehende Aussagen treffen zu können.
Man braucht deshalb nicht zu bestreiten, dass es sich in diesem Fall ähnlich verhält[,] und dass unter diesen Umständen ähnliche Ergebnisse erwartet werden können.
Eine unmoralische Menschheit, die nur noch durch die Diktatur von Mördern und Sadisten[,] oder die Herrschaft einer elitären Minderheit überleben könnte, wäre die Folge.
Dass der Wille[,] für andere auf Privilegien zu verzichten[,] durch größere Distanz abnimmt, ist belegt.
In diesem Feld geht es um die persönlichen Chancen einerseits, auch um die damit verbundenen Vorteile[,] und andererseits die Schaffung von allgemeinen Werten.
Die Botschaft erregt Angst, ja Grauen[,] und überschattet das Verhältnis zwischen beiden Parteien.
Die Frage wird aufgeworfen, ob diese Vorstellungen miteinander vereinbar sind[,] oder ob sie es nicht sind.
wahrscheinlich kann selbst der kommafesteste www-ling nicht alle Regeln aus dem Ärmel schütteln, sondern muss sie in einer Grammatik nachschlagen. Und, mit Verlaub, 8 Sätze sind schon ziemlich viel.
Hallo,
Regeln rauszusuchen habe ich jetzt keine Lust, aber vielleicht reichen dir auch diese Erklärungen:
Wenn in der Öffentlichkeit über das Thema diskutiert wird, glaubt man in der Regel genau zu wissen, was die Biologen meinen.
Kein Komma, Infinitve mit „zu“ müssen nach der Reform nur mit Komma abgetrennt werden, wenn sie ein vorangegangenes Nomen erklären (Ich habe den Plan, zu telefonieren) oder wenn es ein hinweisendes Wort gibt (Ich mag ES, dich zu küssen. Wie kommst du DARAUF, mich anzurufen?)
Die Kriterien sind nicht geeignet, um den Gegenstand zu erklären, und noch weniger, um weitergehende Aussagen treffen zu können.
Man braucht deshalb nicht zu bestreiten, dass es sich in diesem Fall ähnlich verhält und dass unter diesen Umständen ähnliche Ergebnisse erwartet werden können.
Aufzählung von zwei gleichartigen NS, die Konjunktion „und“ ersetzt das Komma.
Eine unmoralische Menschheit, die nur noch durch die Diktatur von Mördern und Sadisten oder die Herrschaft einer elitären Minderheit überleben könnte, wäre die Folge.
In einer Aufzählung ersetzen die nebenordnenden Konjunktion „und“ und „oder“ das Komma.
Dass der Wille, für andere auf Privilegien zu verzichten, durch größere Distanz abnimmt, ist belegt.
Siehe Satz 1, der Wille wird näher erklärt.
In diesem Feld geht es um die persönlichen Chancen einerseits, auch um die damit verbundenen Vorteile und andererseits die Schaffung von allgemeinen Werten.
Fürchterlicher Satzbau. „Und“ ersetzt das Komma. Schöner:
In diesem Feld geht es einerseits um die persönlichen Chancen sowie um die damit verbundenen Vorteile und andererseits um die Schaffung von allgemeinen Werten.
Die Botschaft erregt Angst, ja Grauen und überschattet das Verhältnis zwischen beiden Parteien.
siehe 4 & 6
Die Frage wird aufgeworfen, ob diese Vorstellungen miteinander vereinbar sind oder ob sie es nicht sind.
Vielen vielen Dank! Du weißt gar nicht, wie sehr mit du mir mit deiner Antwort geholfen hast. Die Kritik zum Satzbau (S. 6) ist durchaus berechtigt, aber es geht hier nicht um einen meiner Texte, sondern um den Beitrag eines anderen Autors.
Die Kommasetzung nach neuer Rechtschreibung ist das einzige Feld, bei dem ich manchmal noch meine Schwierigkeiten habe. Werde mir aber deine Antwort speichern. Bei ähnlichen Fällen werde ich dann hoffentlich nicht mehr eure Geduld strapazieren müssen!