Frage zum 'Augenausmessen'

Hi

(vorab: es geht um Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung)

Ich war vor ein paar Wochen bei einem Optiker A, der meine Sehschwäche neu ausgemessen hat, mit diesem Revolver-Dings, wo viele Gläser ausprobiert werden können und immer gefragt wird „besser oder schlechter“. Ein sehr langatmiges Verfahren… Meine Werte hätten sich um 1 Dioptrie verschlechtert.
Heute war ich bei Optiker B, der so ein Gerät hatte, wie sie beim Augenarzt stehen, statt in die Ferne zu gucken, blickt man in einen Kasten, wo ein kleines rotes Häuschen als Fixpunkt anzugucken ist. Das Bild wird unscharf gestellt und wieder scharf, ein paar mal hin und her und nach ein paar Sekunden ist das exakte Ergebnis über die Sehschwäche da. Optiker B hat nur 0,5 Verschlechterung ausgemessen und sich über den Wert des anderen Optikers beschwert „das ist ja viel zu viel“.

Meine Frage: Welches Verfahren ist genauer? Warum benutzen nicht alle Optiker das viel schnellere Gerät vom Augenarzt? Ist es schlicht zu teuer?

Grüße

Laralinda

(Ich kam mir subjektiv bei Optiker B besser aufgehoben vor, aber mich macht das stutzig, wenn zwei, die es eigentlich beide können müssten, so unterschiedliche Ergebnisse liefern. Und 0,5 Dioptrien ist schonmal was… bei 0,25 hätte ich das nicht so eng gesehen…)

Hallo Laralinda,

die automatischen Refraktometer messen den objektiven Korrekturbedarf, dieser muss aber nicht genau mit dem übereinstimmen, der als der beste empfunden wird.

Beim Sehen spielen neben der Physik auch noch Effekte eine Rolle, die in der Person liegen, die guckt. Dies kann das Gerät nicht erfassen (noch nicht).

Ich kenne Optiker, die die Automaten benutzen um einen ersten Wert zu bekommen und dann die Feinabstimmung manuell machen.

Die Abweichung von 0,5 dpt kann durchaus durch Deine Tagesform, der Tageszeit erklärbar sein.

Gruß Volker

Hallo Laralinda!

Ha!
Als ich (ebenfalls kurzsichtig mit Hornhautverkrümmung) letztens beim Augenarzt war, kam der gute Mann mit vier verschiedenen Methoden auf vier verschiedene Werte: meine bisherigen Brillenwerte (die ich hier als „Methode“ mit einrechne), die von diesem automatischen Gerät mit dem Häuschen, die aus dem „Besser-oder-schlechter-Spiel“ und noch einem weiteren Versuch, den ich bisher nicht kannte - dabei konnte der Arzt das „Revolver-Dings“ so einstellen, dass die projizierten Zahlen für mich auf einmal nicht zu sehen waren. Frag mich nicht, wie das funktioniert, oder was er daraus ablesen konnte!

Fazit: ich bin noch recht jung und meine Augen können sich noch zu gut anpassen. Ich musste noch mal wiederkommen, um die Pupillen weit getropft zu bekommen. Dabei wird auch die Linse lahmgelegt, und sie kann sich nicht mehr so gut anpassen. Bei diesem Termin wurde auch meine Netzhaut kontrolliert - das sollten Kurzsichtige übrigens ab und zu machen lassen, da sie eher zu Löchern in der Netzhaut neigen (ich hatte das vor Jahren mal…).
Danach hatte ich noch einen dritten Termin beim Dipl.-Ing. für Augenoptik (oder so *g*), der zu der Praxis gehört. Der spielte wieder „Besser-oder-schlechter“ mit mir. Am Ende sagt er zu mir „Und jetzt setzen Sie noch mal Ihre Brille auf! Ist es jetzt anders?“
War es nicht, und die neuen Werte sind fast identisch mit den alten…
(Die alten Werte wurden von meinem vorherigen Arzt übrigens auch erst bestimmt, nachdem die Pupillen weit getropft wurden.)

Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich anregen will: vielleicht ist auch mal ein Besuch beim Augenarzt mit gründlicher Untersuchung angeraten.

Ich meine allerdings auch, dass solche subjektiv bestimmten Werte (besser oder schlechter) tagesformabhängig sein können.
Vielleicht macht es auch mehr Sinn, beide Methoden zu kombinieren.
Bei allen Augenärzten, bei denen ich bisher war, werden die Augen immer erst mit dem Gerät vermessen. Ausgehend von diesen Werten wird dann das besser-oder-schlechter-Spiel veranstaltet. Hat das der zweite Optiker nicht so gemacht?

Grüße
Arha

Zusätzlich schielen

Bei allen Augenärzten, bei denen ich bisher war, werden die
Augen immer erst mit dem Gerät vermessen. Ausgehend von diesen
Werten wird dann das besser-oder-schlechter-Spiel
veranstaltet. Hat das der zweite Optiker nicht so gemacht?

Nein. Der erste hatte kein Gerät und der zweite hat so ein Revolver-Dings garnicht.
Wobei ich sagen muss, beim Augenarzt wurde bei mir bisher auch immer nur dieser Häuschentest gemacht und für die weiteren Untersuchungen musste ich nur diesen Test mit dem 3D-Fliegenflügel und den „Abweichungstest“ mit jeweils einem Auge machen (man guckt auf so ein Kreuz, das Auge wird abgedeckt und man muss sagen wohin der Punkt wandert. Frag mich nicht, was man genau damit kontrolliert).

Ausgehend davon, dass der erste Optiker mir eine Testbrille aufgesetzt hat und die mir sehr komisch vorkam, viel zu stark (und ich hab schon öfter neue Brillen bekommen - man muss sich erst dran gewöhnen, aber das war echt zu heftig), bin ich beim zweiten zufriedener. Er hat uns auch nicht rauskomplimentiert („kommen sie doch nächste Woche wieder“), nur weil wir eine Brillenversicherung nicht sofort unterschreiben wollten.

Meine Augen verändern sich glaub ich eh nochmal, ich brauchte jetzt so oder so neue Gläser, und um eine geringfügige Verschlechterung waren sich ja immerhin beide Optiker einig. Bei mir kommt erschwerend hinzu, dass ich Schiele - da konnte mir bisher auch noch niemand genau sagen, was das ist, wozu das führen kann, was für negative Auswirkungen etc., da ich nur dann Schiele, wenn etwas im Nahbereich fokussiert werden muss. Da geht bei mir nur das rechte Auge zur Mitte.
Früher sagte man mal, ich könne später nie mit beiden Augen in Stereomikroskope sehen - das ist aber jetzt überhaupt kein Problem für mich.
Nur Lesen (nicht am PC) macht mir Sorgen, da ermüde ich sehr schnell und meine Augen „stellen nicht mehr scharf“.

Falls jemand da irgend ne Idee zu hat, wär ich auch dankbar :wink:

Hallo Laralinda,
ich würde immer nach dem gefühlten Seherlebnis gehen und nicht nach den Werten, die mir eine Maschine ausrechnet.
Ich bekam mit 15 eine Brille wegen Kurzsichtigkeit, vom Augenarzt. Die Gläser wurden langsam immer stärker. Mit 20 meinte ein anderer Augenarzt, die 1,5 Dioptrin seien doch viel zu stark für mich. Ich bekam 0,75 verpasst, das war zwar ein bisschen ungewohnt, ging aber mit der Zeit.
Mit 30 ergaben Sehtests : 0,25 Dioptrin Kurzsichtigkeit - da trägt man doch keine Brille! Also habe ich aufgehört Brille zu tragen. Anfangs schwierig, doch dann erholten sich die Augen. Beim Autofahren habe ich die Brille aufgesetzt (weil sie im Führerschein steht) und oben drüber geguckt.
Mit 40 fühlte ich mich bei Dunkelheit ohne Brille total unwohl. Dann endlich fand ein Optiker heraus: volle Sehkraft bei hellem Licht, in der Dunkelheit brauche ich 1,0 Dioptrin. Zu diesem Ergebnis kamen wir mit dem Probier-Gestell auf der Nase, weil wir vor das Geschäft gegangen sind und ich draußen auf der Straße die Leuchtreklame gegenüber lesen sollte.
Nun habe ich eine Brille für Dunkelheit und eine schwächere zum Fernsehen, weil ich festgestellt habe, dass das Bild dann etwas schärfer ist und ich das angenehmer finde. Auch zum Lesen brauche ich nicht immer eine Lesebrille, das ist abhängig Tagesform und Licht.

Fazit: ich habe festgestellt, dass Augen sehr variabel, aber auch anpassungsfähig und trainierbar sein können. Ich glaube, dass man sich die Augen eher durch zu starke als durch zu schwache Gläser verdirbt.
Gruß
Jette

Huhu Laralinda!
Also, bei einem Optiker, bei dem ich mich nicht gut aufgehoben fühle, würde ich auch keine Brille kaufen!
Mein früherer Augenarzt, bei dem ich als Kind/Jugendliche war, hat außerdem immer eine eher etwas schwächere Brille aufgeschrieben, wenn die Ergebnisse grenzwertig waren. Wenn Du also mit der schwächeren gut zurecht kommst, wieso nicht?

Ich habe übrigens als Kind auch geschielt. Das hat der Augenarzt damals aber gut mit Abkleben etc. wegbekommen.
Wenn Dir aber noch keiner so richtig sagen, ob das Schielen Auswirkungen haben könnte, würde ich evtl. doch mal eine weitere, gründliche Untersuchung bei einem (ggf. anderen) Augenarzt einplanen. Besonders wenn die letzten Untersuchungen länger her sind - denn Ärzte gucken ja auch auf andere krankhafte Veränderungen und da ist ein Kontrolle ab und an nie verkehrt.

Ich lese ansonsten auch oft ohne Brille. Diese ist ja für den Fernbereich gedacht. Im nahen Bereich kommt das kurzsichtige Auge eigentlich gut klar, muss dann aber mit einer zusätzlichen Fernbrille ziemlich stark kompensieren, was die Augen ermüden kann.
Allerdings sehe ich dann ohne Brille auch nicht 100% scharf - wegen der Hornhautverkrümmung. Sprich: wenn die zu arg ist, macht das Lesen ohne Brille auch keinen Sinn.

Hach, es ist ein Kreuz…
Ich habe auch das Gefühl, dass bei Augen und Brillen viel „persönliche Philosophie“ hineinspielt. Der eine Arzt sagt, dass ich evtl. über eine zweite Brille zum Lesen/PC-Arbeit nachdenken soll. Der andere meint, das wäre Unsinn.
Und da soll man als Laie durchblicken! :wink:

Naja, die Hauptsache ist ja, dass man subjektiv gut gucken kann!

Gruß
Arha