Hallo,
weiß gar nicht ob das so heißt, aber nach dem Film/Buch „Christian F., Wir kinder vom Bahonhof Zoo“ wurde ein deutlicher Anstieg von Drogenkonsumenten beobachtet.
Meine Frage: Glaubt ihr, dass sich der gleiche Effekt eingestellt hätte, wenn kurz nach dem Film/Buch herausgekommen wäre, dass die ganze Geschichte bewusst erstunken und erlogen ist, um die Leser/Seher zu gezielt zu täuschen? Dass die wirkliche Christiane einfach nur eine ganz normale Gymnasiastin wäre, die zusammen mit Filmemacher und Autoren diese Geschichte erfundenn hätte?
Was meint ihr?
LG
Stefan
PS: Das soll jetzt nicht heißen, dass ich den Wahrheitsgehalt von Christiane F. anzweifele. Mich interessiert nur der Effekt.
Hallo Stefan,
wenn ein drogenverherrlichendes Buch oder Film inkl. Anleitung zum Konsum und genauer Wirkungsbeschreibung auf den Markt kommt, nimmt es nicht Wunder, daß die Nutzerrate in die Höhe geht.
MfG, Shebop
Moin, Stefan,
weiß gar nicht ob das so heißt, aber nach dem Film/Buch
„Christian F., Wir kinder vom Bahonhof Zoo“ wurde ein
deutlicher Anstieg von Drogenkonsumenten beobachtet.
von wem? Und warum weiß ich davon nichts?
Gruß Ralf
Moin Ralf,
von wem?
also von mir direkt wurde der nicht beobachtet, aber laut Medienberichten (gut, man darf denen nicht alles glauben) und nach empirischen Untersuchen (kann dir da keine Quellen nennen, aber google doch mal selbst danach, klar, auch diese kann man fälschen) hat der Film wohl eher zur Nachahmung angeregt als zur Abschreckung beigetragen.
Und meine Frage ist eben, hätte der auch diese Wirkung gehabt, wenn sich die ganze Geschichte als Fake herausgestellt hätte.
Und warum weiß ich davon nichts?
Vermutlich hat man vergessen, dir das zu sagen.
Gruß Ralf
Auch Gruß
Stefan
Werther-Effekt?
Hallo Stefan,
ist vielleicht etwas offtopic, aber vielleicht doch ganz interessant in dem Zusammenhang: Es gibt den sogenannten Werther-Effekt. Dabei geht es darum, dass wenn die Presse über Selbstmorde berichtet, in der nächsten Zeit die Selbstmordrate (und Drogen sind ja auch sowas wie Selbstmord auf Raten) ansteigt.
Einen aktuellen Artikel dazu im Zusammenhang mit Robert Enke gibt es hier: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ueber-enke-und-…, darin wird der Werther-Effekt auch erläutert.
Meine Frage: Glaubt ihr, dass sich der gleiche Effekt
eingestellt hätte, wenn kurz nach dem Film/Buch herausgekommen
wäre, dass die ganze Geschichte bewusst erstunken und erlogen
ist, um die Leser/Seher zu gezielt zu täuschen?
Angenommen es stimmt, dass der Drogenkonsum damals anstieg - Ja, dann kann ich mir vorstellen, dass die Echtheit der Geschichte dazu beigetragen hat. Ich glaube nicht, dass uns Fiktion so sehr berührt wie damals die Geschichte um Christiane F.
Bei mir hatte der Film definitiv zur Folge, dass ich immer Horror vor harten Drogen hatte.
Grüße,
Iris
Hallo,
das soll heißen, du glaubst an die abschreckende Wirkung des Filmes und an die abschreckende Wirkung von (Sucht-)Prävention im Allgemeinen?
Es gibt sicherlich einige Erklärungsansätze, warum Abschreckung nichts nützt. Das eine ist, Jugendliche (Hauptzielgruppe der Drogen- Gewalt- und Weiß-der-Geier-Prävention) wollen schockieren, sich von den Erwachsenen abgrenzen, Grenzerfahrungen machen, Kicks spüren, … Da kommen dann Erwachsenen und bringen diesen Jugendlichen Möglichkeiten dazu auf dem Silbertablett. Um nur eine Theorie zu nennen. Weitere Erklärungen kann man sich aus der Dopamintheorie, den Spiegelneuronen, … herleiten.
Der Erfinder des Christiane-F.-Effektes ist sicherlich nicht Hr. Wehrmann. Wie schon gesagt, ich selbst kenne keine Quelle, doch wurde schon zu Zeiten meines Studiums (Schwerpunkt Abhängikeiten) von diesem Effekt und dem dadurch folgerichtigen Paradigmawechsel in der Präventionsarbeit gesprochen. Leider ist dies noch nicht bei allen angekommen.
Bei meiner Eingangsfrage ging ich einfach davon aus, dass dies in diesem Forum (Psycho) Konsens sei. Da habe ich mich dann wohl getäuscht.
LG
Stefan
Moin, Stefan,
das soll heißen, du glaubst an die abschreckende Wirkung des
Filmes und an die abschreckende Wirkung von (Sucht-)Prävention
im Allgemeinen?
weder noch.
Bei meiner Eingangsfrage ging ich einfach davon aus, dass dies
in diesem Forum (Psycho) Konsens sei. Da habe ich mich dann
wohl getäuscht.
Während des Studiums solltest Du genug Mathe, vor allem Statistik betrieben haben, um beurteilen zu können, dass so ein Effekt, wenn es ihn denn gäbe, nicht nachweisbar wäre. Rauschmittelkonsum und -abhängigkeit ist mit derartigen Dunkelziffern belastet, dass es hanebüchen wäre, einen Anstieg (welchen übrigens? Zahlen greifbar? Nee, nä?) auf einen Kinofilm zurückzuführen. Noch dazu unter Berücksichtigung des Stern-Berichtes von 1978, der wohl eine größere reichweite gehabt haben dürfte als der Film.
Zu Deiner Ursprungsfrage: Vielleicht fragst Du mal nach dem Einfluss von Computerspielen auf die Straffälligkeit, damit sollte sich doch beantworten lassen, ob die Virtual Reality Verhalten beeinflussen kann. Mehr Zahlen als zu diesem kruden Effekt gibt’s da allemal (hoffe ich zumindest).
Gruß Ralf
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Moin, Stefan,
das soll heißen, du glaubst an die abschreckende Wirkung des
Filmes und an die abschreckende Wirkung von (Sucht-)Prävention
im Allgemeinen?
weder noch.
Sondern? Oder hast du dazu keine Meinung?
Bei meiner Eingangsfrage ging ich einfach davon aus, dass dies
in diesem Forum (Psycho) Konsens sei. Da habe ich mich dann
wohl getäuscht.
Während des Studiums solltest Du genug Mathe,
Du kennst dich mit Studieninhalte von Sozialpädagogik aus?
Rauschmittelkonsum und -abhängigkeit ist mit derartigen
Dunkelziffern belastet, dass es hanebüchen wäre, einen Anstieg
(welchen übrigens? Zahlen greifbar? Nee, nä?) auf einen
Kinofilm zurückzuführen.
Es geht um das Prinzip Abschreckung. Und der Kinofilm hat sicherlich keine Welle ausgelöst, aber vielleicht seinen kleinen Teil dazu beigetragen.
Noch dazu unter Berücksichtigung des
Stern-Berichtes von 1978, der wohl eine größere reichweite
gehabt haben dürfte als der Film.
Dein Glaube in allen Ehren.
Zu Deiner Ursprungsfrage: Vielleicht fragst Du mal nach dem
Einfluss von Computerspielen auf die Straffälligkeit, damit
sollte sich doch beantworten lassen, ob die Virtual Reality
Verhalten beeinflussen kann. Mehr Zahlen als zu diesem kruden
Effekt gibt’s da allemal (hoffe ich zumindest).
Ok, gehen wir davon aus ich frage mal total neutral, dann müsste die Frage so lauten:
Gehen wir davon aus, dass eine bestimmte Dokumentation ein Verhalten fördert, das der ursprünglichen Intention der Filmemacher gegenläufig ist. (in meinem Beispiel wäre dies: konsumfördernd, statt -hemmend)
Meine Frage: Wie würde sich dieser Effekt ändern, wenn sich herausstellen sollte, dass das ganze ein großer Fake wäre?
Es geht in die Richtung Medienpsychologie.
Gruß Ralf
LG
Stefan