Frage zum Film 'Tod eines Schülers'

Hallo,

Anfang der 80er kam im TV der Film Tod eines Schülers, bei dem sich ein Schüler vor den Zug schmeißt.

Der Film zeigt in 6 Teilen das Geschehen jeweils aus einer anderen Perspektiven. Sicherlich können sich viele noch an den Film erinnern.
Der Film bekam fast durchweg tolle Kritiken und wurde auch ausgezeichnet.

Eine Kritik war allerdings, dass die Suizidrate (besonders sich vor den Zug schmeißen) nach dem Film gestiegen sei.

Meine Frage:

Ich dachte zunächst daran, diesen Film im Rahmen eines Projektes vor einer Klasse zu zeigen (8. bzw. 9. Klasse).
Allerdings bin ich mir wegen der o.g. Kritik unsicher.

Was denkt ihr darüber???

LG
Stefan

PS: Ich habe den Film bewusst in dieses Brett und nicht in das Unterrichtbrett gestellt, da ich die Frage unter psychologischen Gesichtspunkten stellen will.

Nennt sich Werthereffekt, nach Goethes gleichnamigem Werk.
Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Werther-Effekt .
Gruss

schweres Thema …
Servus Stefan !

Kenne den Film zwar nicht, aber nach dem WiKi-Artikel über den Werther-Effekt habe ich doch meine Bedenken.
Wen hast Du vor Dir? Menschen zwischen c.a. 13 und 16 Jahren. Je nach Reife- und Pubertätsgrad haben sich vielleicht schon einige negative Dinge bei diesen Menschen eingeprägt (erster Liebeskummer, Frust mit den Alten / den Lehrern etc., wirtschaftliche Probleme zu Hause, Null-Bock bis Alles-Scheiße-Einstellung, Perspektivlosigkeit usw.).
Das sind zwar nicht unbedingt zwangsläufige Gründe, die einen in den Selbstmord treiben, aber ein „unkommentierter Anschauungsunterricht“ via Filmvorlage kann vielleicht seinen Teil dazu beitragen.

Ich will hier nicht den Teufel an die Wand malen, und wenn jemand vorhat, sich umzubringen (suizidale Disposition) wirst Du ihn auch nicht daran hindern, indem Du einen Film NICHT zeigst, aber sollte etwas „passieren“, wirst Du Dir die fürchterlichsten Vorwürfe machen.
Ich hätte jedenfalls „mächtig Manschetten“.

Tja, was fängst Du jetzt damit an?
Vielleicht kannst Du über Dein eigenes Wissen hinaus mit Lehrerkollegen in Erfahrung bringen, wie „gefestigt“ Deine Schüler sind.
Vielleicht ist es sinnvoll, das „Thema“ (weiß jetzt nicht, warum und in welchem Zusammenhang Du genau diesen Film zeigen willst) im Vorfeld in unterschiedllicher Perspektive anzugehen (Tod, „Sinn des Lebens“, Transzendenz, religiöse Aspekte etc.), so dass die Schüler auf den Film „sachlich vorbereitet“ sind.
Vielleicht kann man das Thema auch fächerübergreifend behandeln (Biologie, Philosophie, Religion, Psychologie, Deutsch, Englisch …).

Hoffe, ich konnte Dir ein paar Denkanstöße geben.

Grüße aus Wien
Helmut

Hi,
wenn du es machst, solltest du den „Werther-Effekt“ nach dem Film explizit diskutieren lassen.

Die Reaktion darauf nach der Ausstrahlung gehört sicherlich auch zum Film.

Gruss
joey

Im Sozialismus lernten wir einst: Das Leben ist eine einmalige Angelegenheit- und Selbsmörder sind arme Teufel, über die man keine Filme drehen sollte.
Meiner Ansicht nach bessere Filme (you tube ):
Das Milljarden Dollar Kraut
Es war einmal der Mensch - Teil 26
Adolar ( Zeichentrick / 12 Teile )
David Icke
Gruss George

Hallo,
ich kann dir dazu sagen, dass ich damals die Serie gesehen habe, da war ich ungefähr 12-13 Jahre alt. Ich weiß noch, dass der Film ein unklares ungutes und irgendwie finsteres Gefühl zurückgelassen hat (obwohl ich ihn super fand!), und ich war und bin ein psychisch stabiler Mensch. Sogar als ich dein Posting las, war dieses Gefühl sofort wieder da. Das würde heißen, bei labileren Jugendlichen könnte die Reaktion durchaus extremer ausfallen.

Gruß SusanneAntje

Hallo,
ei was ist denn bitteschön das für eine schräge Antwort?

Ich will einen Film zum Thema Mobbing und Suizid mit dem Fokus unterschiedlicher Perspektiven zeigen und mir wird empfohlen, besser einen Drogenfilm oder ein verkrusteter Zeichentrickfilm zum Thema Umweltschutz zu zeigen (Habe nur die ersten beiden Empfehlungen verfolgt).

Das verstehe ich nicht und bitte doch um eine kurze Erklärung. Danke.

LG
Stefan

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Bitte sehr gut aufbereiten
Hallo Stefan,

ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir am Gymnasium Filme
gucken durften. Diese Filme hatten aufgrund des Gemeinschaftser-
lebnisses in Unterrichtsatmosphäre mit Lehrer eine besonders ein-
prägende Wirkung, sodass ich sie noch bis heute extrem gut weiß.
Insofern sehe ich das Ganze bei Deinem Thema sehr kritisch, auch
wenn Du es gut mit den Schülern vorbereitest und nachbereitest
(was bei uns damals allenfalls eine kurze Besprechung war). Wir
sahen damals u. a.:

* Der Tee im Harem des Archimedes
* Akira (Zeichentrick)
* Einer flog über das Kuckucksnest
* Die Physiker

Ich weiß eigentlich bis heute nicht genau, was das sollte. Aber
es hatte einen sehr erweiternden, bleibenden Eindruck. Wir ha-
ben auch noch Comics behandelt von Moebius, Calvin & Hobbes,
uvm. Unterrichtsfach war: Religion/Ethik (Philosophie)

Kenne den Film nicht, den Du zeigen willst. Aber es sollte sehr
gut aufbereitet werden, damit es nicht bei dem einen oder ander-
en Schüler in die falsche Richtung erweitert und einen krassen,
bleibenden (evtl. motivierenden) Eindruck hinterlässt… dabei
solltest Du darauf achten, dass bei den Besprechungen auch alle
Schüler anwesend sind!

Gruß,
Yedi386