Frage zum galvanischen Element

Hallo,

immer lese ich, dass für den Stromfluss die Metalle räumlich voneinander getrennt in 2 Halbzellen untergebracht werden müssen, damit Stom fließt. Was würde denn passieren, wenn ich 2 unterschiedliche Metalle direkt miteinander verbinde und vollständig in eine Elektrolytlösung tauche? Löst sich da auch das unedlere Metall auf? Es müssten ja elektronen direkt zum edleren Metall fließen können (das ich damit keinen Strom gewinnen kann ist klar, da der ja direkt zum anderen Metall wandert) Oder passiert da in diesem Fall garnichts? Oder wird der Elektrolyt reduziert und lagert sich dann wieder am unedlen Metall an ( also dass in der Summe der Reaktionen nichts passiert, quasi ein Kreislauf? )

Hallo,

der von dir beschriebene Versuchsaufbau entspricht dem „kürzest möglichen“ Kurzschluß eines galvanischen Elements.
Ansonsten läuft der Vorgang wie in einem normal verwendeten galvanischen Element mit einem Verbraucher (Glühlämpchen, Elektromotor usw.) zwischen den 2 Halbzellen, nur jetzt ohne Verbraucher deutlich rascher.

Mit freundlichen Grüßen

watergolf

Also werden die ionen im Elektrolyt reduziert und lagern sich am edleren Metall an, oder?

Halt falsch. Das unedle geht als Lösung ind das Elektrolyt und als Ladungsausgleich werden die positiven ionen im Elektrolyt reduziert und lagern sich am edlen Metall an, so richtig?

Hallo Mordor!

Dies muss nicht umbedingt der Fall sein. Wenn sich die beiden Metallelektroden in einer Lösung befinden, könnte es auch passieren, dass nichts passiert: D.h. dass z.B. die Zink-Elektrode (ich geh jetzt mal von einem Daniell-Element aus) zwar Elektronen abgeben möchte und dafür Zink-Ionen in Lösung gibt. Aber das heißt nicht umbedingt, dass die Elektronen dann auch zum Kupfer wandern. Es kann auch sein, dass sich Zink-Ionen aus der Lösung an die Zink-Elektrode anlagern (Ladungsausgleich). Oder dass sich Kupfer-Ionen an die Zinkelektrode anlagern. Oder dass sich Zink-Ionen an die Kupfer-Elektrode anlagern. Bedeutet im Endeffekt, dass du weniger Stromfluss hättest, wie wenn du die voneinander getrennten Halbzellen hast.

Konnte ich dir damit etwas weiterhelfen?

Gruß
KnuddelGruftie

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Hallo,

du willst mir quasi damit sagen dass es beispielsweise auch möglich ist, dass die unedle Zinkelektrode die Ladung selbst ausgleicht in dem es ein anderes Zink ion einfängt bevor die Elektronen die Kupferelektrode erreichen und damit kein Stromfluss bei diesem Teilschritt entsteht. Also ein ständiges Lösen und Anlagern ohne dass (in diesem Beispiel) Elektronen zum Kupfer wandern. So richtig verstanden?

Grüsse

Hallo,

in deinem OP heißt es u.a:

„immer lese ich, dass für den Stromfluss die Metalle räumlich voneinander getrennt in 2 Halbzellen untergebracht werden müssen, damit Stom fließt. Was würde denn passieren, wenn ich 2 unterschiedliche Metalle direkt miteinander verbinde und vollständig in eine Elektrolytlösung tauche? Löst sich da auch das unedlere Metall auf? Es müssten ja elektronen direkt zum edleren Metall fließen können (das ich damit keinen Strom gewinnen kann ist klar, da der ja direkt zum anderen Metall wandert)….“

Dieser von dir beschriebene Versuchsaufbau paßt zu dem Begriff des „Lokalelements“ und so habe ich den Gedankenversuch verstanden.

Wenn du bei google „lokalelement“ eingibst, kommt u.a. auch eine pdf-Datei: „Vom Lokalelement zum Voltaelement“, die dein Problem – falls ich es richtig verstanden habe - lösen sollte.

Hallo,

dass die unedle Zinkelektrode die Ladung selbst ausgleicht in dem es
ein anderes Zink ion einfängt bevor die Elektronen die
Kupferelektrode erreichen und damit kein Stromfluss bei diesem
Teilschritt entsteht.

Genau das meine ich. Ebenso könnte das Kupfer aber auch direkt an der Zinkelektrode angelagert werden. Das nennt man dann einen „Kurzschluss“. (nachzulesen in verschiedenen Chemiebüchern z.B. „Chemie“ von Charles E. Mortimer)

Gruß
KnuddelGruftie

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Vielen, vielen Dank! Jetzt habe ich es verstanden :wink:

Grüsse

Habe die PDF gefunden, vielen Dank. Das erklärt einiges :wink: