Meine Frau unterrichtet in S-H, ist Lehrerin für Grund-, Haupt und Förderschulen (Sonderschullehrerin). Ich selbst lebe und arbeite in Thüringen und bin Rollstuhlfahrer, aber selbständig. Meine Frau hat, da wir hier außerdem hier zusammen ein Haus gebaut haben, einen Antrag auf Versetzung in den hiesigen Schulamtsbezirk gestellt, welcher jetzt schon das 2. Jahr negativ beantwortet wurde, mit der Begründung, dass keine Stelle durch Wechsel etc. frei wurde. Gibt es eine Möglichkeit, diesen Prozess positiv zu beeinflussen, oder kann dies „unendlich“ ohne Zeitlimit nach oben so weiter gehen? Inwieweit begünstigen in unserem Fall die Punkte Familienzusammenführung u. meine Behinderung eine Versetzung? Es ist psychisch eine große Belastung Jahr um Jahr darauf zu warten und zu hoffen, das man ein gemeinsames Leben (z.Z. lediglich WE-Beziehung) führen kann, ohne eine echte Möglichkeit zu haben, daran etwas ändern zu können. Ich bin für alle Beiträge und Hilfe dazu überaus dankbar!
Hallo Torsten,
ich habe selbst vor Jahren ein Ländertauschverfahren hinter mich gebracht und habe vor wenigen Wochen mit einem Kollegen gesprochen, der nach 13 (!) Jahren nun von Niedersachsen nach RLP versetzt wurde.
Das Fazit meiner Erlebnisse ist:
1.)Sei unbequem. Ruf bei den zuständigen Ministerien an, also in SH und Thüringen, ggf. auch in den benachbarten Bundesländern falls ihr in der Nähe der Landesgrenze wohnt. Erkläre euer Problem und lass dich nicht abweisen. Grundsätzlich geht immer viel mehr als man uns glauben lassen möchte.
2.) Schöpfe jegliche Art von Beziehungen aus. Frage jeden, den du kennst (oder den deine Frau kennt) ob er nicht jemandem im Kultusministerium kennt. Beziehungen schaden nur dem, der keine hat.
3.) Wende dich an die zustängigen Länderpersonalräte und stelle deine Behinderung so schlimm wie möglich dar. So brutal es klingt, aber auch hier kommt es drauf an, mit Glück den zu erwischen, der die richtigen Leute kennt.
Ich habe damals nach 1.) und 2.) nach einem Jahr die Versetzung von NRW nach RLP geschafft. Hätte ich brav gewartet. wäre ich vielleicht heute noch dort… Der Kollege, mit dem ich kürzlich gesprochen habe hat nach zig Telefonaten irgendwann mal einen Menschen im Ministerium an der Strippe gehabt, der ein Einsehen hatte (ja, das gibt es tatsächlich!) und wurde mit seiner Frau versetzt.
Viel Glück!
Orchidee
Leider kenne ich hier in Thüringen keinen, der beim Ministerium jemanden kennt, und da es ausschließlich an Thüringen liegt, kann meine Frau in S-H da auch wenig bewirken. Kann man sich in einem Ministerium durchfragen bzw. bekommt man da überhaupt jemanden Kompetentes an’s Telefon, oder geht sowas nur schriftlich? Kann sich so ein „nachstossen“ auch negativ auswirken oder ist das eine legitime Sache?