Frage zum Tandem fahren

Hallo … wer hat Erfahrung im Tandemfahren, wenn einer der Fahrer „nicht sehr sicher auf dem Fahrrad ist“ ?

Das heisst, im Prinzip kann er das Gleichgewicht halten und Fahrrad fahren (200 Meter auf freier, gerade und sauberer Strasse ohne andere Radler oder Fußgänger in einem Stück sind kein Problem).

Da diese Voraussetztungen aber leider so gut wie nie gegeben sind, konnte ich noch nie zu einer Radtour mit meiner Frau starten.
Als Sozia auf dem Motorrad hat sie aber keinerlei Probleme :smile:

Nun habe ich die (Schnaps ?)- Idee mit dem Tandem.
Kann das funktionieren ?

Gruss Kai G.

Hallo Kai,

wer hat Erfahrung im Tandemfahren, wenn einer der
Fahrer „nicht sehr sicher auf dem Fahrrad ist“ ?

nur wenig, aber:

Nun habe ich die (Schnaps ?)- Idee mit dem Tandem.
Kann das funktionieren ?

was spricht gegen Tandem mieten und ausprobieren? Händler, die Tandems führen, leihen meistens auch gegen eine Gebühr aus. Und wenn Du dann eines kaufst, kriegst Du die Leihgebühr auch gutgeschrieben.

Gruß, Karin

Servus,

alldieweil bei dieser Art von Unsicherheit hie und da ziemlich subjektive Elemente eine Rolle spielen, ist das wohl einen Versuch mit dem genialischen, aber nicht billigen „Pino“ von Hase wert. Ich hab das letzten Herbst einmal bei einem Händler mietweise fahren können, das ist Tandem de Luxe: Der vordere Platz ist als Sitz/Liegerad ausgeführt, der hintere in der Position eines normalen Diamond-Rahmens, so dass man zu zweit sehr nah beieinander ist, so dass gefühlte Unsicherheit sich sehr im Rahmen hält. Es kommt halt drauf an, ob der vordere, weniger Sichere der beiden Fahrer sich an die tiefe sitzende Position und das Treten mit den Beinen voraus gewöhnen kann - muss man ausprobieren.

Das Pino macht richtig Laune, der vorne sitz-/liegende Fahrer kann auch untrainiert ordentlich Kraft geben, man kommt gut vorwärts.

In der Hauptsache gilt, was Karin (die mal hier berichtet hat, dass sie mit dem Pino in dem von Dir beschriebenen Einsatz wenig Erfolg hatte) gesagt hat: Ausprobieren!

Ich geb jedenfalls nicht mehr nach, bevor ich das Kleingeld für ein Pino beieinander habe.

Und hier isses:

http://www.hase-bikes.com/des/pino/index.php

Schöne Grüße

MM

Null Problemo
Der/die Unsichere kommt hinten hin und treibt lediglich an, deshalb: „Stoker“.
Blind, einbeinig, Downies - alles Banane.
Entgegen üblicher Vorstellung wird das Gleichgewicht beim Radfahren durch den Lenker erhalten.

Grüße
Ralf

Hallo Martin,

Das Pino macht richtig Laune, der vorne sitz-/liegende Fahrer
kann auch untrainiert ordentlich Kraft geben, man kommt gut
vorwärts.

kann ich unterschreiben.

In der Hauptsache gilt, was Karin (die mal hier berichtet hat,
dass sie mit dem Pino in dem von Dir beschriebenen Einsatz
wenig Erfolg hatte) gesagt hat: Ausprobieren!

Das muss ein Missverständnis sein. Ich habe mit dem Pino in einem Fall leider keinen Erfolg: Meine blinde Schwester mit dreissig Jahren Normaltandemerfahrung möchte nicht beim Radfahren vorne sitzen. Das ist der Misserfolg.

Gruß, Karin

Hallo Ralf,

Entgegen üblicher Vorstellung wird das Gleichgewicht beim
Radfahren durch den Lenker erhalten.

bist Du Dir da sicher? Meine RadlschülerInnen fahren erst dann sicher geradeaus, wenn sie gelernt haben, dass sie nicht auf dem Sattel hinundher wackeln (=Gewicht verlagern) sollen.

Allerdings scheint das die Frau unseres Ursprungsposters eh zu können.

Gruß, Karin

Servus Karin,

verstanden - ich hatte Deine Bemerkung damals so aufgefasst, dass es um eine Fahrrad-Anfängerin oder spät Erblindete ginge.

Wobei die Kombination „Vorne sitzen“ und „gefühlte Unsicherheit“ sicherlich nicht bloß in dieser speziellen Situation Schwierigkeiten machen kann: Das persönliche Vertrauen zur hinten sitzenden Person hilft beim Pino mehr, weil man mit dieser wegen der Nähe besser in ständigem Kontakt sein kann, so dass man mit Schalten, Bremsen, Gewichtsverlagerung nicht so gut aufeinander eingespielt sein muss. Auch der separate Freilauf für den Vordermann ist dabei ein gutes Detail beim Pino (er darf halt nicht schummeln!). Aber das Gefühl „vornedraußen kommt nichts mehr, bloß noch das tödliche Blech der anderen“ ist für einen aus welchemgrundauchimmer nicht so sicheren Fahrer natürlich schon sehr gewöhnungsbedürftig, gerade wenn man Erfahrung mit Tandem hinten (und auch das stabilere Grundgefühl auf dem Diamantrahmen) hat und dann auf eine ganz neue, wieder ungewohnte Situation fällt.

Aber noch einen, warum ich auf das Pino spare: Leichtgewichte sind wir beide nicht, und zu allem hin hat Adelheid jetzt auch noch das Rauchen aufgehört - Tandems mit über 200 kg Zuladung, die uns beide samt Klamotten und Gepäck aushalten, ohne auf kurz oder lang die Grätsche zu machen, sind gar nicht so häufig zu treffen…

Schöne Grüße - Gut Heil! (auch wenns nicht pc klingt)

MM

Hallo Ralf,

Entgegen üblicher Vorstellung wird das Gleichgewicht beim
Radfahren durch den Lenker erhalten.

bist Du Dir da sicher?

Ja.

Meine RadlschülerInnen fahren erst dann
sicher geradeaus, wenn sie gelernt haben, dass sie nicht auf
dem Sattel hinundher wackeln (=Gewicht verlagern) sollen.

Du bestätigst es. Mit Gewicht verlagern kann man das Gleichgewicht nicht erhalten.
Kippt das Fahrrad, so macht der Radfahrer Lenkbewegungen in Fallrichtung und die entstehenden Trägheitskräfte richten das Fahrrad wieder auf. Man kann z.B. im Schnee die entsprechende Wellenlinie deutlich sehen. Omas und Kinder eiern, weil sie sehr langsam sind, bei Radrennfahrern sind diese korrigierenden Lenkbewegungen nicht mehr zu erkennen - existieren aber trotzdem.

Guck mal: http://www.cadenbach.de/1lernen.htm

Grüße

Ralf

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Hallo Kai,

als etwas fahrradverrückt haben meine Frau und ich uns für die Hochzeitsfahrt ein Tandem ausgeliehen - unsere erste und letzte Tandemfahrt weil: der Hintere ist immer der Ar…! Er/Sie sieht nicht wann ein Schlagloch/löchlein kommt, wann und wie gebremst wird und ist dem Vordermann/frau ausgeliefert.

Probierts mal aus und leiht Euch ein Tandem. Aber viel besser: üb’ mal etwas mit Deiner besseren Hälfte. Ich denke unter normalen Bedingungen sollte Sie es auch solo lernen können und dann sogar mal ohne Dich radeln!

Gruß: Uli

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