Frage zum Verhalten

Guten Abend zusammen,

gibt es eine Bezeichnung dafür, wenn sich jemand genau gegenteilig verhält wie er sich eigentlich verhalten möchte? Hier ein Beispiel:

Jemand hilft anderen und opfert sich für sie auf. Aber im Unterbewussten sucht derjenige möglicherweise selbst nach Hilfe, ist aber nicht in der Lage, dies zu fordern.

Freue mich über aufschlussreiche Antworten!

Liebe Grüße

Antwort zum Verhalten
Moin

Jemand hilft anderen und opfert sich für sie auf. Aber im
Unterbewussten sucht derjenige möglicherweise selbst nach
Hilfe, ist aber nicht in der Lage, dies zu fordern.

Das wütrde ich nicht als „gegenteilig“ bezeichnen. Fast alle Helfer sind ursprünglich der Hilfe bedürftig. Das hängt meist zusammen und ist alles andere als ein Gegensatz.
Gruß,
Branden

Lieber Herr Medizinmann,

Das wütrde ich nicht als „gegenteilig“ bezeichnen. Fast alle
Helfer sind ursprünglich der Hilfe bedürftig. Das hängt meist
zusammen und ist alles andere als ein Gegensatz.

Vielmehr meine ich, dass dies gar nicht zusammenhängt, sondern losgelöst voneinander ist.

Das eine ist eine Hildbereitschaft, die sehr löblich ist, das andere ist eine nicht allzuhohe Meinung über sich selbst, die darin gipfelt es nicht zu „dürfen“, andere um Hilfe zu bitten, meinen, sie damit zu belästigen, meinen, hilflos zu wirken, befürchten, moralisch zu einer Gegenleistung verpflichtet zu werden und was auch immer.

Grüße vom Häuptling!

Klar, Häuptling, kann man auch so sehen.
Die Ursprungsfrgae ist jedenfalls nicht positiv beantwortbar.
:wink:
Gruß,
Branden

Hallo Tokei-ihto,

Das eine ist eine Hildbereitschaft, die sehr löblich ist, das andere ist eine nicht allzuhohe Meinung über sich selbst…

Warum hilft man denn anderen Menschen? In aller Regel, um irgendwas dafür zu kriegen: Anerkennung, Dankbarkeit, das Paradies im Jenseits. Nach meiner Überzeugung gibt es keine wirklich selbstlose Hilfsbereitschaft.

Die Erwartung, vom Gegenüber ebenfalls Hilfe bekommen zu können, wäre einfach eine weitere Erwartung von Gegenleistung.

Schöne Grüße,
Jule

am Ende macht das Verhalten jedoch den Unterschied.
Wenn Gruppe 1 von Menschen nur dasteht und zusieht und Gruppe 2 tatsächlich hilft.
Ist auch die Frage, wieviel Anerkennung jemand bekommt, wenn er anonym Hilfe gibt (z.B. über Spenden).

Gruß
Elmar

Guten Abend zusammen,

gibt es eine Bezeichnung dafür, wenn sich jemand genau
gegenteilig verhält wie er sich eigentlich verhalten möchte?

Vielleicht meinst du ambivalentes Verhalten … nach dem Motto: Ich hasse dich, verlass mich nicht.

Hier ein Beispiel:

Jemand hilft anderen und opfert sich für sie auf. Aber im
Unterbewussten sucht derjenige möglicherweise selbst nach
Hilfe, ist aber nicht in der Lage, dies zu fordern.

Das Beispiel ist nicht gut gewählt, weil es nicht das gegenteilige Verhalten einer Person aufzeigt, sondern nur den Ursprung der Handlung (Aufopfern, um anderen das zu geben, was man selbst bräuchte).

Ist auch die Frage, wieviel Anerkennung jemand bekommt, wenn
er anonym Hilfe gibt (z.B. über Spenden).

Kommt doch darauf an, von wem man Anerkennung erwartet.
So mancher glaubt, sich damit einen Platz im Himmel zu verdienen, oder in einem anderem Kulturkreis sein Karma zu verbessern.

Gruss

Hallo Elmar,

Ist auch die Frage, wieviel Anerkennung jemand bekommt, wenn er anonym Hilfe gibt (z.B. über Spenden).

Man könnte es auch als bequeme Alternative betrachten, sein soziales Gewissen zu beruhigen :smile:

Schöne Grüße,
Jule

Hi,

Man könnte es auch als bequeme Alternative betrachten, sein
soziales Gewissen zu beruhigen :smile:

ja, man kann alles von der negativen Seite aus betrachten. Muss man aber nicht.

Gruß
Steffie

Guten Abend zusammen,

ebenso.

gibt es eine Bezeichnung dafür, wenn sich jemand genau
gegenteilig verhält wie er sich eigentlich verhalten möchte?

da fällt mir nur ein:contraindiziert
passt aber nicht wirklich zum Beispiel

Hier ein Beispiel:

Jemand hilft anderen und opfert sich für sie auf. Aber im
Unterbewussten sucht derjenige möglicherweise selbst nach
Hilfe, ist aber nicht in der Lage, dies zu fordern.

Meine Gedanken dazu:
Irgendwie verwurstest du hier verschiedene Aspekte des Helfens.
Meiner Meinung nach ist Helfen an sich ja ein wichtiger Bestandteil des biologischen Überlebens sozialer Gesellschaften.Gesichert wird sein Fortbestand durch die positiven Emotionen(feedback) wie Anerkennung und soziale Existenzberechtigung(gebraucht werden).
Helfen ist also schon aus evolutionären Gründen immer mit Selbstzweck gekoppelt,sonst würde es keiner machen.
Das heißt,wer hilft,fordert bereits.
In einer normalen sozialen Struktur kann die positive Rückantwort ohne weiteres auch von anderer Seite kommen.
Aufopferung findet statt,in ausbeuterischen interpersonellen Systemen und konstruiert Hilfebedürftigkeit wo keine besteht.
Jene besteht bestenfalls durch eine unrealistische Erwartungshaltung und,böse ausgedrückt,Selbstmitleid oder dem Wunsch nach dem Mitleid anderer.Meiner Erfahrung nach,zeigen aber Personen die zum sich aufopfernneigen ihren Anspruch auf Mitleid sehr deutlich.
Wenn jemand sein Leben einem höheren Ziel oder der Liebe in irgendeiner Form widmet,ist es nicht Aufopferung,sondern immer Erfüllung.

viele Grüße
Heidi

wenn die „Beruhigung des Gewissens“ anderen hilft, warum nicht. Ich finde allerdings auch, dass du das etwas zu negativ siehst. Die einen spenden, die anderen benutzen eben das Geld um das Kinderdorf zu bauen.

Ist auch die Frage, wieviel Anerkennung jemand bekommt, wenn er anonym Hilfe gibt (z.B. über Spenden).

Man könnte es auch als bequeme Alternative betrachten, sein
soziales Gewissen zu beruhigen :smile:

Mier gäbet nix!

Hi

wenn ich mich hier auch einmal einmischen dürfte…

Warum hilft man denn anderen Menschen? In aller Regel, um
irgendwas dafür zu kriegen: Anerkennung, Dankbarkeit, das
Paradies im Jenseits. Nach meiner Überzeugung gibt es keine
wirklich selbstlose Hilfsbereitschaft.

Meiner ganz persönlichen Erfahrung nach erhöht sich die eigene uneigennützige Hilfsbereitschaft, wenn mensch einmal selbst in der Situation war, unaufgefordert und unerwartet Hilfe bekommen zu haben.

Mir hat dieser Moment damals so viel Vertrauen in die Menschen (zurück) gegeben, dass ich diese Erfahrung allen wünsche. Es geht mir also vor allem um den Effekt, den diese Hilfe bei dem betroffenen Menschen auslöst, unerheblich, ob ich darin involviert bin oder nicht. Um ein kleines, relativ banales Alltagsbeispiel anzuführen: über die positiv irritierten Gesichter von Senioren, wenn ihnen beispielsweise aus dem Bus geholfen wird, freue ich mich auch, wenn nicht ich diejenige war, die ihren Arm angeboten hat, sondern ein anderer.

Der Fokus liegt auf der Geste - du bist nicht allein - und bei dem Menschen, dem geholfen wird: Ihnen das Vertrauen in ihre Mitmenschen zurückzugeben, ist aus gesellschaftlicher Perspektive betrachtet das stabilste Bollwerk, das man dieser unter Konkurrenzdruck allerorts betriebenen Angstmache entgegensetzen kann, die so viele verbitterte, reflexhaft um sich schlagende Menschen produziert hat.

Dieser Anspruch ist zwar nicht völlig selbstlos, weil er zum einen auf einer persönlichen Erfahrung beruht und zum anderen eine gesellschaftstheoretische Perspektive verfolgt, aber er tangiert insofern nicht mein Selbst, als dass es mir egal ist, ob ich dafür eine Anerkennung oder Gegenleistung erhalte. Mehr noch: es würde mich sehr stören, wenn jemand meint, mir im Gegenzug etwas Gutes tun zu müssen. Dann hat er die Botschaft nicht richtig verstanden! Und ja, ich scheitere dabei durchaus häufiger :wink: Wie das zu erklären ist, dafür habe ich in dieser Diskussion ein paar hilfreiche Anhaltspunkte gefunden: Wenn ein Hilfsangebot mit der „Pflicht“ zur Gegenhilfe oder Anerkennung verbunden ist, verstehe ich, warum Hilfe so häufig missinterpretiert wird. Dass diese Sicht zwar nicht immer verkehrt, aber auch nicht immer richtig ist, darum ging es mir bei meinem kleinen Einwurf.

Schönen Gruß
Jessica

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