Folgendes stimmt doch, oder?:
„mehr geld wird gedruckt=unternehmen stellen mehr leute ein=Weniger Arbeitslose=höhere Nominallöhne und höhere Nachfrage=Inflation=niedrige Reallöhne“ (grob zusammengefasst)
jetzt habe ich gehört, dass das nur kurzfristig gelten soll. Warum? Kann jemand helfen?
„mehr geld wird gedruckt=unternehmen stellen mehr leute
ein=Weniger Arbeitslose=höhere Nominallöhne und höhere
Nachfrage=Inflation=niedrige Reallöhne“ (grob zusammengefasst)
Naja, das kann so stimmen. Aber konkrete wirtschaftliche Situationen sind selten so wie aus dem Lehrbuch.
jetzt habe ich gehört, dass das nur kurzfristig gelten soll.
Warum? Kann jemand helfen?
Das hört sich eher wie eine Eingangsfrage für eine ganze Semestervorlesung an (schon alleine, weil man erst mal sortieren müsste, unter welchen Bedingungen die obige Abfolge so stimmt).
Gruß
Anwar
Danke für die Bemerkung. Eine Antwort wäre mir lieber gewesen.
Hi,
nun ich bin kein Volkswirt. Aber mehr Geld am Markt führt nicht unbedingt zu einer Höheren Beschäftigung. Wenn die Auftragsbücher leer sind, werden Mitarbeiter entlassen und nicht eingestellt. Sprich es wird eine höhere Nachfrage benötigt um eine geringere Arbeitslosigkeit zu erzielen. Es gibt auch einen Effekt, der sich Angstsparen nennt: Hier ist zu beobachten, dass besonders in Krisenzeiten Menschen mehr auf Sparen bedacht sind, wie in boom-zeiten. Ob das jetzt der dominierende Effekt ist, ist die Frage. Mehr Geld am Markt kann zu mehr Nachfrage und auch fast Zwangsweise zu einer höheren Inflation führen.
Ich stelle mir das ungefähr so vor: Alle Güter des Marktes entsprechen einer größe X=1. Dieser größe X steht ein Zahlungsmittel Y im Wert von 1 gegenüber. Es gilt somit x=y ==> 1=1
Erhöhe ich nun das Zahlungsmittel y um Faktor 2.
Sieht die Gleichung so aus x=2y.
Oder 0,5x=y
Sprich ich bekomme für mein y nur noch die hälfte. Der Reallohn ist gesunken. Und der der die Druckerpresse bedient hat, hat sich die hälfte von meinem Vermögen einverleibt.
Die wirtschaftsleistung eigentliche Wirtschaftsleistung ändert sich damit allerdings null.
Vielleicht können hier noch ein paar Volkswirte das Thema weiter aufgreiffen.
Man kann die gesamte Makroökonomie nicht auf 3 Zeilen zusammen fassen.
Hallo,
Warum steigen die Preise? Weil die Nachfrage steigt? Nicht unbedingt. Die Angebotskurve verläuft nicht linear. Solange die Auslastung der Unternehmen gering ist, bewegen sich kaum die Preise. Kommen sie aber an die Kapazitätsgrenzen, schießen die Preise nach oben. Die Gewinne steigen. Gewerkschaften nutzen Boom und Gewinnsteigerungen zu mehr Lohnforderungen. Löhne sind jedoch rigide. Höhere Löhne bewirken erhöhte Nachfrage und damit erhöhte Preise. Es kommt zur heißen Phase.
Die Notenbank zieht die Zinsen an. Unternehmen fahren ihre Investitionen zurück und sparen. Die Löhne bleiben aber immer noch so hoch. Das führt zu Ausstellungen, zu Kurzarbeit oder zu Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich.