Frage zur Beschallungstechnik

Liebe/-r Experte/-in,

Ich habe eine Frage im Bereich der Beschallungstechnik.

In einer Gaststätte habe ich 4 verschiedene Räume, die ich beschallen möchte. Als Signalquelle heb eich ein Internetradio gewählt, welches aber nur einen passiven Ausgang zur Verfügung hat.
Nun gibt es ja diese Zonenverstärker, welche ich aber verhältnismäßig teuer finde. Das soll aber jetzt nicht die Frage sein. Vielmehr geht es um die Impedanzanpassung.
In den Decken sind ganz normale Niederohm 8 Ohm Lautsprecher verbaut. Die in pro Raum parallel zusammengeschaltet sind. Auch sollen diese nur Mono Hintergrundmusik in geringer Lautstärke wiedergeben.
Nun müsste ich doch aber bestimmt die Gesamtimpedanz der Laustprecher (3x2 Stück und 1x4 Stück) an die Endstufe anpassen. Irgendwo habe ich ws von einem Übertrager gelesen, aber wie sollte dieser beschaltet oder ausgelegt werden?

Können Sie hierzu helfen?

Danke, Ronny

Hallo Ronny,
wichtig wäre zu wissen, welchen Anschlußwiderstand Dein Verstärker überhaupt verträgt, das steht aber drauf!

Zweitens wäre wichtig zu wissen, was mit 3 x 2 Stück gemeint ist, heisst das, dass es zwei unabhängige Systeme mit jeweils 3 Lautsprechern, oder 3 unabhängige Kreise mit jeweils 2 Lautsprechern gibt?

Der Anschlusswiderstand eines Systems wird über den Daumen so berechnet:
2 parallele 8 Ohm Lautsprecher ergeben 4 Ohm, 3 parallele 8 Ohm Lautsprecher gerade einmal 2,67 Ohm und 4 parallele 8 Ohm Lautsprecher 2 Ohm. Wenn Deine Endstufe das verträgt, zunächst einmal kein Problem für die 1 x 4 Seite.
Ein wenig mehr nachdenken muss man bei den 3 x 2, allerdings nur, wenn die alle mono an einem Verstärker betrieben werden. Dann wird bei Parallelschaltung der Anschlusswiderstand garantiert so niedrig, dass Dein Verstärker das nicht verträgt; also muss man dann dort Parallel- und Reihenschaltung kombinieren.
Wenn es sich um ein Stereo-System handelt, also jeweils 3 Lautsprecher pro Seite, dann hast Du pro Seite Deine 2,67 Ohm.
Aber Du hast für den einen Raum 2 Ohm und für den anderen Raum 2 x 2,67 Ohm. Wieviele Verstärker willst Du denn einsetzen?
Vernünftig klingende kleine Stereo-Verstärker gibt’s bei Conrad schon ab ca. 70 Euro, so einen benutze ich für bestimmte Zwecke bereits seit Jahren.
Du könntest mit solchen kleinen Komponent schon für eine ganz gute Beschallung sorgen, und das nicht für viel Geld.

Um aber ganz genau auf Deine Frage antworten zu können, muss ich wirklich wissen:

  • Welche Mindest-Impedanz hat Dein Verstärker (oder anders ausgedrückt: wie groß ist der kleinste angegebene Anschlusswiderstand)?
  • Wieviel Lautsprechergruppen willst Du tatsächlich anschließen?

Bis dann

Florian

Hallo Ronny,
zuallererst: ich bin kein Profi-Beschaller, daher beruht folgende These auf Hobbyisten-Wissen:

Mit deiner Lautsprecherzahl und Verschaltung wirst du mit einem reinen Zweikanal-Verstärker unmöglich zu einer brauchbaren Konfiguration kommen. Wenn ich das richtig sehe, sind Raum 1 bis 3 je zwei Lautsprecher parallel verdrahtet, also hier jeweils 4 Ohm „Raumimpedanz“. Raum 4 mit 4 Lautsprechern sollten 2 in Reihe und dann parallel geschaltet werden, daher „Raumimpedanz“ 8 Ohm. Nun schaltet man Raum 1 und 2 in Reihe, ergibt wieder 8 Ohm Impedanz, 4 Lautsprecher gesamt, genauso wie Raum 4.

Ergebnis: 2x 8 Ohm, 4 Lautsprecher
1x 4 Ohm, 2 Lautsprecher (Raum 3)

Ein Dreikanal-Verstärker mit L/R/Center sollte im Mono-In-Betrieb funktionieren. Achtung: bitte auf die Impedanzfestigkeit des Center-Kanals achten, evtl. Raum 3 auch in Serie verschalten!

Übertrager sind nur bei großen Leitungslängen sinnvoll. Hierbei wird am Verstärker und am Lautsprecher ein Übertrager eingesetzt, um die Stromstärke zu reduzieren. Da ich die Kabellängen nicht weiß, ist hier Vorsicht geboten: 30 Meter sollten mit 4 qmm-Verdrahtung ohne Übertrager kein Problem sein. Hier sind auch die Kosten abzuwägen: dünne Leitung + Übertrager gegenüber 4 qmm-Verdrahtung…

Dein Impedanzproblem hat mit Übertragern imho nichts zu tun, da diese wie gesagt nur für Langstreckenübertragung von Leistungssignalen gedacht sind!

Gruß, Alois