Frage zur Bundeswehr

Hallo,

ich war gestern bei einer Wehrdienstberatung und traue irgendwie den Aussagen nicht ganz.

Kurz zu mir:

Ich bin 24 und werde im Oktober 2010 25. Im Juli 2010 habe ich mein Fachabitur erreicht. Ich möchte gerne Hubschrauberpilot werden.

Nun war mir wichtig, dass ich difinitiv fliegen kann.
Daher habe ich das allgemeine Abitur als Ziel gehabt, damit ich alternativ auch zur Lufthansa o.a. gehen kann. Allerdings steht das im Konflikt mit der Bundeswehr und meinem Alter.

Der Wehrdienstberater möchte mich als Feldwebel aufnehmen, also mittlere Reife + Ausbildung, weil damit die Chancen besser wären. Danach kann ich das Fachabitur ja ruhig abschließen und mal Offizier werden.

Ich solle nun ganz fix meine Kriegsdienstverweigerung zurückziehen, damit man mich noch für die nächste Anmeldung vor meinem nächsten Geburtstag einziehen könne.

Mir kommt das alles ein bisschen komisch vor. Ich möchte nicht meine Zukunft verbauen und die Schule abbrechen, wenn ich keine Garantie auf einen Pilotenjob habe und mich dafür bei der Bundeswehr verpflichten lassen muss.

Er meinte, ich komme dann im Februar zur Phase 1, dann folge Phase 2 und 3. Wenn ich dann untauglich für den Flugdienst wäre, dann könne ich das auch alles unkompliziert bleiben lassen und meine Schule einfach fortsetzen, sozusagen wie eine Jobkündigung.

Das wäre so auch ok.

Aber ich zweifel daran. Ist es nicht so, dass ich zunächst den Grundwehrdienst leisten muss, ca. 3 Monate, danach wird dann geschaut wie der Bedarf ist und wenn es „bessere Bewerber (bsp. allgemeines Abitur“ werden die bevorzugt? Ich habe Angst davor, dann für 2 Jahre oder länger normaler Soldar zu sein und alternative Wege dann ausschließen muss, wie eben LH oder andere.

Desweiteren habe ich im Netz unterschiedliche Aussagen über die Qualität der Ausbildung bei der BW gefunden. Die Einen sagen, die Ausbildung sei gut und man fliegt viel, andere sagen das Gegenteil, man fliege wenig.

Was würdet ihr mir raten und für tipps geben? Mir ist wichtig, dass ich fliegen kann, das ist mein Traum und mein Wunsch. Soll ich das mit der Bundeswehr blieben lassen, weil die Aussagen falsch sind oder gibt es wirklich nur die Phase1,2,3 und wenn ich nicht in Frage komme, wars das eben und ich kann meine Schule weitermachen?

Vielel Dank und ich freue mich über Eure Antworten.

Gruß

Hallo,

Ich bin 24 und werde im Oktober 2010 25. Im Juli 2010 habe ich
mein Fachabitur erreicht. Ich möchte gerne Hubschrauberpilot
werden.

Gehts es beim Fachabitur um die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hoschulreife?
Fliegen bei der Lufthansa auch Hubschrauber? Kann man mit einem Hubschrauber-Flugschein oder wie das auch immer heißen mag, einfach mal so auch ein Flugzeug fliegen? Ich befürchte nein.

Nun war mir wichtig, dass ich difinitiv fliegen kann.
Daher habe ich das allgemeine Abitur als Ziel gehabt, damit
ich alternativ auch zur Lufthansa o.a. gehen kann. Allerdings
steht das im Konflikt mit der Bundeswehr und meinem Alter.

Sind den zumindest die körperlichen und geistigen Mindestvorraussetzungen überhaupt gegeben? Vorher macht es gar keinen Sinn, dieses Thema weiter zu verfolgen.

Der Wehrdienstberater möchte mich als Feldwebel aufnehmen,
also mittlere Reife + Ausbildung, weil damit die Chancen
besser wären. Danach kann ich das Fachabitur ja ruhig
abschließen und mal Offizier werden.

Na grundsätzlich wäre das denkbar und bei der prekären Bewerbersituation der Bundeswehr auch nicht unbedingt unwahrscheinlich.

Ich solle nun ganz fix meine Kriegsdienstverweigerung
zurückziehen, damit man mich noch für die nächste Anmeldung
vor meinem nächsten Geburtstag einziehen könne.

Mir kommt das alles ein bisschen komisch vor. Ich möchte nicht
meine Zukunft verbauen und die Schule abbrechen,

?? Ich denke die ist im Juli 2010 zu Ende?

wenn ich keine Garantie auf einen Pilotenjob habe und mich dafür bei
der Bundeswehr verpflichten lassen muss.

Garantien gibts im Leben nur ganz wenige. Eine davon ist, dass man sterben muss. Du erwartest nicht ernsthaft von der Bundeswehr, dass sie jemanden der eben noch den Wehrdienst aus Gewissengründen verweigern wollte, jetzt plötztlich eine Garantie auf die Wunschverwendung gibt?

Er meinte, ich komme dann im Februar zur Phase 1, dann folge
Phase 2 und 3. Wenn ich dann untauglich für den Flugdienst
wäre, dann könne ich das auch alles unkompliziert bleiben
lassen und meine Schule einfach fortsetzen, sozusagen wie eine
Jobkündigung.

Das wäre so auch ok.

Naja, kommt mir zumindest etwas komisch vor. Hat man sich denn schon mal auf Flugtauglichkeit prüfen lassen? Nachher sind die ganzen Spekulationen sinnlos.

Aber ich zweifel daran. Ist es nicht so, dass ich zunächst den
Grundwehrdienst leisten muss, ca. 3 Monate, danach wird dann
geschaut wie der Bedarf ist und wenn es „bessere Bewerber
(bsp. allgemeines Abitur“ werden die bevorzugt? Ich habe Angst
davor, dann für 2 Jahre oder länger normaler Soldar zu sein
und alternative Wege dann ausschließen muss, wie eben LH oder
andere.

Man kann nach Ableistung des Grundwehrdienstes aus wichtigen Gründen die vorzeitige Entlassung beantragen.

Desweiteren habe ich im Netz unterschiedliche Aussagen über
die Qualität der Ausbildung bei der BW gefunden. Die Einen
sagen, die Ausbildung sei gut und man fliegt viel, andere
sagen das Gegenteil, man fliege wenig.

Da ich kein Pilot bin, kann ich darüber nur mutmaßen. Aber aus eigenen Erfahrungen fliegen die Piloten der Bundeswehr unter Bedingungen, die sicherlich wesentlich komplexer und schwieriger als in der zivilen Luftfahrt sind. Dort wird man eher seltener beschossen oder in extremen Fluglagen fliegen, nur mal so als Beispiel eines Laien.

Was würdet ihr mir raten und für tipps geben? Mir ist wichtig,
dass ich fliegen kann, das ist mein Traum und mein Wunsch.
Soll ich das mit der Bundeswehr blieben lassen, weil die
Aussagen falsch sind oder gibt es wirklich nur die Phase1,2,3
und wenn ich nicht in Frage komme, wars das eben und ich kann
meine Schule weitermachen?

Ganz ehrlich? Wenn man bei der Bundeswehr nicht genommen wird, dann schätze ich die Chancen bei der Lufthansa genommen zu werden eher gering ein. Denn längst nicht jeder, der die Mindestvorraussetzungen erfüllt, bewirbt sich bei der Bundeswehr.
Also erstmal klären wie die Chancen bei der Lufthansa stehen. Da gibt es genügend Infomaterial. Und bei der Bundeswehr sollte man eine klare Entscheidung treffen: Will ich aus Gewissengründen verweigern, oder will ich nicht verweigern. Allein die Einstellung, der Bewerber hat Gewissensgründe für seine Verweigerung, wenn er nicht Pilot werden darf, würde mich an der persönlichen Eignung zweifeln lassen. Denn egal ob Lufthansa oder erst recht bei der Bundeswehr sind sicher klare Gedanken und Entschlußfreude beim Fliegen gefragt.

Grüße

Hi,

danke für deine Antwort. Es geht um die Fachhochschulreife. 2011 hätte ich die allgemeine Hochschulreife, müsste das dann aber eben abbrechen, weil ich dann ja bereits 2010 bei der BW bin.

Nein, bei LH fliegt man keine Hubschrauber. Aber man kann leider nicht alles haben, daher würde ich dann eben Flugzeuge fliegen. Hauptsache in der Luft :wink: Mir ist klar, dass dies ganz unterschiedliche Umfelder in diesem Beruf sind, aber darum geht es ja nicht.

„Sind den zumindest die körperlichen und geistigen Mindestvorraussetzungen überhaupt gegeben?“

Das muss dann in den einzelnen Phasen festgestellt werden.

Verweigert habe ich mit 17 Jahren. Heute bin ich 24. Die Begründung, welche ich dem Berater vorgelegt habe, sollten passen. Damals hat die Familie halt auch Druck gemacht.

Aber nun wurde dennoch meine Frage nicht beantwortet, ob die Aussagen des Wehrdienstberaters vertrauenswürdig sind?

Hallo,

„Sind den zumindest die körperlichen und geistigen
Mindestvorraussetzungen überhaupt gegeben?“

Das muss dann in den einzelnen Phasen festgestellt werden.

Gut, da habe ich natürlich keinen tiefern Einblick. Aber ich hätte jetzt einfach mal vermutet, dass man die diese Vorraussetzungen irgendwo nachlesen kann. Und möglicherweise kann man seine Flugtauglichkeit auch schon mal vorher prüfen. Es wäre wie gesagt ein Haufen vergebene Mühe, wenn man schon dort durchfällt.

Verweigert habe ich mit 17 Jahren. Heute bin ich 24. Die
Begründung, welche ich dem Berater vorgelegt habe, sollten
passen. Damals hat die Familie halt auch Druck gemacht.

Hm, naja. Trotzdem wirst Du die Überlegung des potenziellen Arbeitgebers Bundeswehr diesbezüglich nachvollziehen können.

Aber nun wurde dennoch meine Frage nicht beantwortet, ob die
Aussagen des Wehrdienstberaters vertrauenswürdig sind?

Ohne die genaue Aussage zu kennen und vorweggeschoben, dass man mündlichen Aussagen grundsätzlich etwa kritisch gegenüberstehen sollte, kann ich mir nur vortstellen, dass der Wehrdienstberater den grundsätzlichen Auswahlprozess resp. -ablauf dargestellt hat. Und tatsächlich ist es so, dass wenn man dann während der Dienstzeit irgendwelche Prüfungen, Auswahlkriterien nicht besteht, auch vorzeitig den Dienst beenden kann. Wenn einem das die Bundeswehr nicht ohnehin nahelegt, falls man keiner anderen Verwendung zustimmen mag. Um die zurzeit noch 9 Monate Grundwehrdienst kommt man natürlich nicht umhin.
Zu dem Wert den Aussagen von Wehrdienstberatern im Zweifel haben können dann mal noch zwei Beispiele aus eigenen Beobachtungen.
Bei den Gebirgsjägern kamen immer wieder Leute an, die sich zu einer längeren Verpflichtung verleiten ließen, nachdem ihnen der Berater die Gebirgsjägerei als besonders spannend usw. beschrieben hatte. Irgendwie hatten die Berater dabei übersehen, dass man für die Gebirgsjägerei auch eine gewisse physische und psychische Belastbarkeit braucht, die nun mal nicht jeder hat. Viele haben dann ihre Zeit in der Schreibstube oder sonstwo verbracht. Sicher ein Ziel für manche, aber eben nicht, wenn man vielleicht in den Bergen rumkraxeln wollte.
Und dann gab es auch immer wieder mal Leute, die nach Grundausbildung und weiteren Lehrgängen nach 1 - 2 Jahren auf ihre beim Wehrdienstberater versprochene Verwendung kamen und dort erfahren mußten, dass sich die Einheit bereits in der Abwicklung befindet und man sich gleich wieder auf die Reise machen kann. Dummerweise dann irgendwo am anderen Ende der Republik.

Tja, darauf kann man sich jetzt einen eigenen Reim machen.

Grüße

Ich bin 24 und werde im Oktober 2010 25. Im Juli 2010 habe ich
mein Fachabitur erreicht. Ich möchte gerne Hubschrauberpilot
werden.

Dann hast du ein Problem, da du in diesem Fall bis zum 01. Oktober 2010 in der Laufbahn der Offiziere des fliegerischen Dienstes oder Feldwebel des Truppendienstes eingestellt sein musst. Sobald du 25 bist bist du zu alt und kannst bei der Bundeswehr kein Pilot mehr werden.

Nun war mir wichtig, dass ich difinitiv fliegen kann.

Dann ist die Bundeswehr nichts für dich. Habe genug Kameraden erlebt, die kurzfristig umgeplant wurden und nicht mehr in die fliegerische Ausbildung gegangen sind, obwohl sie genau deswegen zur Bundeswehr gekommen sind und dafür geplant waren. Abgesehen davon kann es jederzeit zur medizinischen untaiglichkeit fürs Fliegen kommen - selbstverständlich ist die Verpflichtungszeit weiter abzudienen.

Der Wehrdienstberater möchte mich als Feldwebel aufnehmen,
also mittlere Reife + Ausbildung, weil damit die Chancen
besser wären.

Die Laufbahn sehe ich an sich als falsch an, wobei du natürlich die Qualifikationen dafür mitbringst. Du wirst nächstes Jahr zum 01.07. dein Fachabitur haben, kannst also ganz normal Offizier im fliegerischen dienst - auch mit Fachhochschulstudium - werden. Die Laufbahn der Fachoffiziere im Fliegerischen Dienst, für die du erst mal die Feldwebellaufbahn des Truppendienstes einschlagen musst wäre an sich zwar eine Alternative, aber eine Alternative für die du an sich überqualifiziert bist.
In jedem Fall ist die Sache mit dem Grundwehrdienst nicht zielführend!
Folgende Schritte solltest du jetzt unternehmen:

  1. Du widerrufst deinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung.
  2. Du bewirbst dich nach der bestätigung des Widerrufs schnellstmöglich über deinen Wehrdienstberater in einer der beiden obigen Laufbahnen mit dem Einstellungsdatum 01.07.2010!
  3. Du wirst zum Bewerberprüfverfahren eingeladen oder nicht, alles andere muss sich ergeben.

Mir kommt das alles ein bisschen komisch vor. Ich möchte nicht
meine Zukunft verbauen und die Schule abbrechen, wenn ich
keine Garantie auf einen Pilotenjob habe und mich dafür bei
der Bundeswehr verpflichten lassen muss.

Absolut richtig, nur wirst du wenn nicht verpflichtet, sondern du verpflichtest dich als mündiger Bürger aktiv selbst.

Er meinte, ich komme dann im Februar zur Phase 1, dann folge
Phase 2 und 3. Wenn ich dann untauglich für den Flugdienst
wäre, dann könne ich das auch alles unkompliziert bleiben
lassen und meine Schule einfach fortsetzen, sozusagen wie eine
Jobkündigung.

Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, wieso du dafür deinen Wehrdienst leisten müsstest - der würde das ganze wohl eher noch verkomplizieren, eben, weil du dann kein Fachabitur hättest. Und solange du dich für eine Laufbahn bewirbst oder Vollzeitschüler bist wirst du auch nicht eingezogen, also den Vorschlag des Wehrtdienstberaters vergessen.

Aber ich zweifel daran. Ist es nicht so, dass ich zunächst den
Grundwehrdienst leisten muss, ca. 3 Monate, danach wird dann
geschaut wie der Bedarf ist und wenn es „bessere Bewerber
(bsp. allgemeines Abitur“ werden die bevorzugt?

Nö, völliger Unsinn! Der Grundwehrdienst dauert derzeit 9 Monate und hat absolut nichts mit einer Bewerbung für eine Laufbahn in der Bundeswehr zu tun.

Desweiteren habe ich im Netz unterschiedliche Aussagen über
die Qualität der Ausbildung bei der BW gefunden. Die Einen
sagen, die Ausbildung sei gut und man fliegt viel, andere
sagen das Gegenteil, man fliege wenig.

Man fliegt vor allem…anders und andernorts!
Wenn du regelmäßig nach Afghanistan und allen möglichen anderen Einsatzgebieten fliegen willst mach es, wenn nicht: lass es!

Was würdet ihr mir raten und für tipps geben? Mir ist wichtig,
dass ich fliegen kann, das ist mein Traum und mein Wunsch.
Soll ich das mit der Bundeswehr blieben lassen, weil die
Aussagen falsch sind oder gibt es wirklich nur die Phase1,2,3
und wenn ich nicht in Frage komme, wars das eben und ich kann
meine Schule weitermachen?

Wenn du in einer der drei Phasen rausfliegst kannst du jederzeit deine Bewerbung zurückziehen.

Gruß Andreas