Frage zur Grammatik: Dass Du das bist, das(s)?

Servus!

Ich stehe mal wieder vor einem Rätsel. Wie lautet es korrekt?

Ich weiß, dass Du nicht das fürchterliche Biest bist, das ich Dich immer geschimpft habe…

Kann man das so überhaupt ausdrücken? Und was ist mit dem Das? Ich würde es gefühlt mit nur einem s schreiben, schließlich könnte ich es doch auch durch „welches“ ersetzen, oder? *hm* Welches ich Dich immer geschimpft habe? Auch etwas seltsam… Hilfe! :wink:

Liebe Grüße und Dank!

Hallo,

Ich weiß, dass Du nicht das fürchterliche Biest bist,
das ich Dich immer geschimpft habe…

Kann man das so überhaupt ausdrücken?

man kann.

Und was ist mit dem Das?
Ich würde es gefühlt mit nur einem s schreiben,

Korrekt.

könnte ich es doch auch durch „welches“ ersetzen, oder? *hm*
Welches ich Dich immer geschimpft habe? Auch etwas seltsam…

Auf dieser Eselsbrücke („da s“ lasse sich durch dieses / jenes / welches ersetzen) sind schon viele ins Stolpern gekommen.

Besser ist es, auf die Funktion zu achten:

Das Relativpronomen schreibt sich „da s“, die Konjunktion „da ss“.

Gruß
Kreszenz

Vielen herzlichen Dank!

Pronomen? Konjunktionen? *kicher* Ich hab mich bislang immer gut mit meinen Eselsbrücken über Wasser gehalten…

Moin,

Ich weiß, dass Du nicht das fürchterliche Biest bist,
das ich Dich immer geschimpft habe…

Kann man das so überhaupt ausdrücken?

Mir fehlt ein Wörtchen „als“, und ergänze gleich um deine Eselsbrücke:

Ich weiß, dass Du nicht das fürchterliche Biest bist,
als welches ich Dich immer geschimpft habe…

Deutlicher wird dieses fehlende „als“, wenn man geschimpft ersetzt:

Ich weiß, dass Du nicht das fürchterliche Biest bist,
als welches ich Dich immer bezeichnet habe…

Ohne konkrete Hinweise auf Grammatik, nur mein Sprachgefühl.

Franz

Hallo, falls man Sprecher eines bairischen Dialekts ist, ist das ganz einfach:
„dass“ kommt genau dann, wenn man im Dialekt „dás“ (also mit „hellem-a“) sagt und „das“ genau wenn man „des“ sagt. Gruss R

Hallo, falls man Sprecher eines bairischen Dialekts ist, ist
das ganz einfach:
„dass“ kommt genau dann, wenn man im Dialekt „dás“ (also mit
„hellem-a“) sagt und „das“ genau wenn man „des“ sagt. Gruss R

Griaß di regreb,
akratt so iss. Do ham’s mia leichta…
Gruß
Nastaly

Hallo, Franz,

Ich weiß, dass Du nicht das fürchterliche Biest bist,
das ich Dich immer geschimpft habe…

Mir fehlt ein Wörtchen „als“, und ergänze gleich um deine
Eselsbrücke:

Ich weiß, dass Du nicht das fürchterliche Biest bist,
als welches ich Dich immer geschimpft habe…

Ohne konkrete Hinweise auf Grammatik, nur mein Sprachgefühl.

… das Dich hier trügt:

Auf „schimpfen“ (auch „nennen“, „heißen“, „rufen“…) folgt in diesem Fall ein Gleichsetzungsakkusativ; siehe auch http://faql.de/grammatik.html#doppelt

Deutlicher wird dieses fehlende „als“, wenn man geschimpft
ersetzt:

Ich weiß, dass Du nicht das fürchterliche Biest bist,
als welches ich Dich immer bezeichnet habe…

Dass „bezeichnen“ mit „als“ verwendet wird, begründet aber nicht, dass diese Konstruktion auch für alle sinnverwandten Verben gilt, z. B.:

Sie bezeichnete Hans als Trottel - Sie nannte Hans als (einen) Trottel.

Vielleicht hattest Du auch " be schimpfen als" im Hinterkopf?

Gruß
Kreszenz

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Das = nur bei Artikel / Pronomen

Dass = Konjunktion / Nebensatz

Zum merken:

„Das“ kann man eig. immer durch: dieses, welches oder jenes ersetzen.

Das Kind ist glücklich.
Dieses Kind ist glücklich.

/

Ich fülle das Wasserglas, das halb leer ist.
Ich fülle das Wasserglas, welches halb leer ist.

„Das“ kann man eig. immer durch: dieses, welches oder jenes
ersetzen.

Aber eben nicht durch jedes / ein beliebiges der drei - und das ist es, woran (wie langjährige Erfahrung mit Schülern zeigt) viele Benutzer dieser Eselsbrücke scheitern:

jedes Glas, das leer ist -
jedes Glas, jenes leer ist - geht nicht, also schreib ich „dass“ …

(Von Fällen, wo Konstrukte wie „Ich weiß, dieses er es getan hat“ auf einmal als korrekt angesehen werden, will ich gar nicht reden.)

Gruß
Kreszenz

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„jedes Glas, das leer ist -
jedes Glas, jenes leer ist - geht nicht, also schreib ich „dass“ …“

Deswegen auch nur bei „das“

Die Gläser, welche leer sind
Jedes Glas, welches leer ist.

Funktioniert doch immer, hm : P ?

„jedes Glas, das leer ist -
jedes Glas, jenes leer ist - geht nicht, also schreib ich
„dass“ …“

Deswegen auch nur bei „das“

Ich versteh nicht, was Du damit sagen willst.
.

Die Gläser, welche leer sind
Jedes Glas, welches leer ist.

Funktioniert doch immer, hm : P ?

Nicht, wenn man es mit „dieses“ und „jenes“ probiert.

Der von Dir zitierte Merksatz

„Das“ kann man eig. immer durch: dieses , welches oder jenes ersetzen.

ist nicht falsch, aber, wie gesagt, nur bedingt hilfreich.

Da er nicht eindeutig ist, wird er oft missverstanden: Viele denken z. B., jedes der drei Wörter müsste an die Stelle von „das“ passen - und dann funktioniert es eben nicht, siehe obiges Beispiel.

Gruß
Kreszenz

Ja, eben eines der o.g Möglichkeiten - hast recht, nicht dass jemand dieses falsch versteht.

Hallo,

die wirkliche, immer gültige Eselsbrücke für das-dass gibt es für sehr viele Dialektsprecher.

Man übersetze die fraglichen Sätze in seinen heimischen Dialekt und dann wird daraus:

dass - des auf schwäbisch
dass - dat auf berlinerisch

Funktioniert wirklich immer!

Gruß
Lawrence

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Hallo, Lawrence,

Man übersetze die fraglichen Sätze in seinen heimischen
Dialekt und dann wird daraus:

dass - des auf schwäbisch
dass - dat auf berlinerisch

mit Berlinerisch kenn ich mich nicht aus, aber für das Schwäbische trifft [d ɛ s](= da s ) nicht zu - zumindest nicht generell.

Gruß
Kreszenz

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Hallo Kreszentia,

ich bin Schwabe von Geburt und wende diese Regel schon immer an.
Und sie stimmte bislang immer. Nicht die kleinste Abweichung von der Regel.

Schwäbisch muss aber nicht gleich schwäbisch sein. Eventuell passt es nicht in allen Ecken meiner Heimat.

Gruß
Lawrence

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Hallo, Lawrence,

ich bin Schwabe von Geburt und wende diese Regel schon immer
an.
Und sie stimmte bislang immer. Nicht die kleinste Abweichung
von der Regel.

verzeih meine Hartnäckigkeit :wink:, aber da ich mir nicht vorstellen kann, dass, wie Du heute schriebst,

da ss - des auf schwäbisch

tatsächlich zutrifft, hab ich im Archiv gestöbert und dabei auch einen /t/das-dass-dass-zum-tausendsten/4625813/11

auch im Schwäbischen wird aus das „des“ während dass „dass“ bleibt. Ein Dialektsprecher kann hier gar nix falsch schreiben.

Kann es sein, dass Du Dich vertippt hast?

Gruß
Kreszenz

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Hallo,

vertippt nicht, aber einfach viel zu undeutlich ausgedrückt.

So, wie es in dem alten Bweitrag von mir steht (an den kann ich micht nicht mehr erinnern), so wird´s klar und deutlich.

Kleine Geschichte dazu:

Ein Mann sitzt im Bus einer Mutter mit Kind gegenüber.
Das Kind leckt mit der Zunge an der Fensterscheibe.
Mann: „Darf das das?“ (derf des des?)
Frau: „Ja, das darf das.“ (des derf des)
Mann verwundert: „Dass das das darf???“ (dass des des derf)

Ich glaube an dem Beispiel wirds eindeutig.

Gruß
Lawrence

OT - darf das das
Moin,

Ein Mann sitzt im Bus einer Mutter mit Kind gegenüber.
Das Kind leckt mit der Zunge an der Fensterscheibe.
Mann: „Darf das das?“ (derf des des?)
Frau: „Ja, das darf das.“ (des derf des)
Mann verwundert: „Dass das das darf???“ (dass des des derf)

im Ruhrgebiet hilft das zwar nicht, den Unterschied zu erkennen (im Gegenteil), klingt aber noch neckischer:

  • Darf dat dat?
  • Dat darf dat.
  • Dat dat dat darf…

Gruß

Kubi