Liebe Katholiken,
erlaubt einem Nicht-Katholiken ein paar Fragen 
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Eine katholische Freundin von mir glaubt traditionell katholisch, dass ein Selbstmörder grundsätzlich nicht in den Himmel kommen kann und zwar weil er vor Eintritt des Todes keine Gelegenheit mehr habe, seine Tat zu bereuen, und ohne Reue keine Vergebung der Sünde etc pp. Sie erklärte mir in diesem Zusammenhang, dass Selbstmörder heutzutage trotzdem auf katholischen Friedhöfen beigesetzt werden dürfen und auch werden - ganz im Gegensatz zu frühreren Zeiten -, weil ein Selbstmörder, der gleichsam im Zustand der Schuldunfähigkeit handelte, trotzdem Vergebung erfahren kann und wir, die Menschen, den Zustand des Selbstmörders zum Zeitpunkt seiner Tat nicht sicher bestimmen können. Wir würden uns das Urteil über Himmel und Hölle also lediglich nicht anmaßen, gleichwohl vertrete die Katholische Kirche nach wie vor, dass Suizid grundsätzlich dazu führt, dass die Seele des Verstorbenen keine Erlösung erfahren kann. Mich interessiert in diesem Zusammenhang zwar Eure persönliche Meinung und Vermutung, vor allem aber die offizielle Linie der Katholischen Kirche und ob es vielleicht einen theologischen Diskurs darüber gibt. (Im Grunde interessiert mich auch die Meinung der evangelischen Theologen, also falls sich einer hierher verirrt hat, bitte, gern!)
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Die Unterschiede zwischen Evangelischer und Katholischer Kirche mögen mannigfaltig sein, der Kern der Entzweiung steht aber meines bescheidenen Wissens nach stets die Frage nach der Erlösung. Gute Taten oder Glaube an Jesus? Kann mir jemand in wirklich einfachen Worten die Ansichten der beiden Kirchen erklären und auch, wie die Kompromissformel lautet, die vor einigen Jahren gefunden worden ist (zumindest habe ich so etwas mal gelesen)?
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Ebenfalls entzweit wurden oder werden die Kirchen durch die Frage, ob beim Abendmahl das Brot nun symbolisch für den Leib Christi steht oder ob es sich wahrhaftig um den Leib Christi handelt. Als Nicht-Getaufter, der eher evangelisch geprägt wurde, fällt es schwer, das recht zu begreifen; mir kann doch kein Katholik erzählen, dass er ernsthaft glaubt, beim Abendmahl Jesus’ Fleisch zu essen. Gleichzeitig glaubt er aber auch nicht, etwas zu essen, was dieses Fleisch nur symbolisiert. Ja, was glaubt er denn dann?
Für aufklärende Antworten ist dankbar
Levay
Im Prinzip heißt der Kompromiss, dass es keinen echten Glauben geben kann, der sich nicht auch im Leben (in den „Werken“) auswirkt - wenn ers nicht tut, ist es eben keiner -, aber dass die Verbindung mit Gott durch das Leben und Tun nicht hergestellt, sondern nur vertieft und bewährt werden kann. Überwinden kann den Graben zwischen Gott und den Menschen nur Jesus Christus und das Vertrauen auf ihn (Glaube). - Meine Philosophie zu „ev.-kath.“ findest du im Übrigen hier: