Ich hoffe, hier kann mir jemand weiter helfen, da ich mich über jemanden sehr ärgere. Irgendwie ist derjenige zu keiner normalen Kommunikation bereit.
Jetzt hätte ich gerne gewusst, wie Ihr das seht, ob wir wirklich so „falsch“ liegen.
Also:
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„Peter, Beate sagt, das Internet geht nicht?“ Anwort: Fragst du mich jetzt, oder ist das eine Feststellung?
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„Möchtest du Wurst oder Käse?“ Anwort: Ja
Für Antworten bedanke ich mich im Voraus!
Hallo,
das, was du beschreibst, ist schlicht und einfach Umgangssprache. Ob man daraus den Schluss ziehen kann, jemand sei „zu keiner normalen Kommunikation bereit“, muss wohl von Fall zu Fall beurteilt werden. Wenn jemand systematisch unbrauchbare Antworten gibt, mag deine Wertung zutreffen. Anhand der zwei Beispiele kann ich das allerdings nicht erkennen:
- „Peter, Beate sagt, das Internet geht nicht?“
Antwort: „Stimmt, seit heute Morgen. Ich wollte auch meine E-Mails abrufen.“ oder „Tatsächlich? Wie ärgerlich.“ Eine Frage lässt sich neben der klassischen Inversion („Sagt Beate, das Internet gehe nicht?“) im gesprochenenen Gebrauch auch durch Satzmelodie ausdrücken. Wenn man sich dafür taub stellt, muss man sich eher selbst gefallen lassen, als Kommunikationsverhinderer zu gelten.
- „Möchtest du Wurst oder Käse?“ Anwort: Ja
Auch keine exotische Antwort, ich vermeide das, aber man hört es oft genug. Meistens ist „Ja“ auf das Letztgenannte, „Nein“ auf das Erstgenannte bezogen.
Lass dich doch von so etwas nicht ärgern, Sonja! Nicht jeder formuliert in jeder Situation grammatikalisch einwandfrei, worauf es auch nicht ankommt. Ziel jeder Kommunikation ist das Verstehen, wozu beide Parteien bisweilen Zugeständnisse machen oder Klippen umschiffen müssen.
Gruß
Christopher
Sich nicht darüber ärgern ist schon sehr schwer - ein nicht gerade leichter Zeigenosse
.
Ich hätte ihm nur gerne mal mit irgendwas (ein Fachausdruck oder sowas) gekontert, damit er es mal sein lässt. 
Hallo Sonja,
die erste Anwort kommt von oben und sagt „ich bin o.k., Du bist nicht
o.k.“ Obwohl jetzt die Kommunikation eigentlich abgeschnitten ist,
könntest Du mit einer ebensolchen zu nichts führenden Alternativfrage
antworten: „Soll ich Dir das erklären oder kommst Du selber darauf?“
Im zweiten Fall sehe ich keine bösen Absichten, obwohl Du antworten
könntest: „Ich möchte Fisch oder Ei“.
Schlimm werden die Suggestivfragen, wenn man sie politisch einsetzt.
Ein nur leicht abgeändertes Beispiel aus Österreich wäre:
„Wollen Sie Jelinek, Türken und Kinderschänder oder Kultur, die
Kronenzeitung und die FPÖ?“
Grüße
J.
- „Möchtest du Wurst oder Käse?“ Anwort: Ja
Ein klassischer Fall von booleschem ‚oder‘. Meine Eltern, die beide Mathematik studiert haben, führen manchmal solche Wurst-Käse-Ja-Gespräche und kichern dann debil. Wenn Du Deinen Kommunikationskünstler anblaffst: „Hey, das warn exklusives ‚oder‘, baby!“, dann sollte er wissen, woher der Wind weht.
Hallo Sonja,
das Thema wäre im Psychologie-Brett offensichtlich besser platziert gewesen. Langsam kristallierst sich heraus, dass es weniger um die sprachliche Bewertung der Angelegenheit geht, sondern darum, ob du deinen Bekannten mit seinen Macken akzeptieren, ignorieren oder meiden kannst bzw. musst. Zudem lässt sich von hier aus kaum beurteilen, ob die sprachlichen Eigenheiten, die sich der Betreffende leistet, als Schlampereien zu werten sind oder ob er bewusst so formuliert, um eine bestimmte Geisteshaltung auszudrücken.
Ich hätte ihm nur gerne mal mit irgendwas (ein Fachausdruck
oder sowas) gekontert, damit er es mal sein lässt. 
Umgekehrt gedacht: Nehmen wir an, ein Freund von dir störte sich massiv an einer deiner Verhaltensweisen. Ließest du davon ab, wenn er einen linguistischen oder psychologischen Fachbegriff fände, der dein Verhalten beschreibt? Ich hoffe nicht. Gerade wenn es um keine einzelne Situation geht, sondern du ihm einen Generalvorwurf machst, läufst du Gefahr, dass er dich entweder nicht ernst nimmt oder dichtmacht. Das, was Philipp vorgeschlagen hat, klingt ganz nett, aber ich wage folgende Prognose: Entweder er ist selbst mathematisch beschlagen und lächelt nur müde (wie es jeder Fachmann tut, wenn ein Laie mit Termini technici aus dem eigenen Expertengebiet um sich wirft) oder er versteht gar nicht, was du meinst. Wenn er, wie du schreibst, ein ohnehin schwieriger Zeitgenosse ist, dürfte dieser Ansatz ähnlich erfolgreich verlaufen wie der Versuch, mit Platzpatronen eine Festung einzunehmen.
Die Regel, dass Menschen sich ändern und nur äußerst selten wir sie, bleibt bestehen. Wenn du keine Lust hast, auf ihn einzugehen und zu versuchen, ihm langwierig deutlich zu machen, was dich stört (Erfolg nicht garantiert!), würde mich im konsequenten Ignorieren üben.
Gruß
Christopher
Hi
Also:
- „Peter, Beate sagt, das Internet geht nicht?“
bestenfalls ne Mitteilung über Beates Eindruck… mehr als ein mhmmhmm
würdest du darauf von mir nicht bekommen, ev. nen fragenden Blick, denn ne Frage ist das nich, auch nicht wenn man ein Fragezeichen dahinter stellt. Genauso könnt ich „Guten Morgen?“ rufen…
Anwort:
Fragst du mich jetzt, oder ist das eine Feststellung?
Das ist sogar ne ausführlichere Reaktion als die „Frage“ wert ist… wenn auch noch etwas am Thema vorbei, da ich die „Frage“ als reine Mitteilung auffasse, die gar keiner Reaktion, bestenfalls ner „Eingangsbestätigung“ bedarf
- „Möchtest du Wurst oder Käse?“
Das ist ne Frage!
Anwort: Ja
Das ist ne Antwort, nur keine mit der der Fragesteller was anfangen kann. Ich würd Schinken mit Marmelade drauftun. und ne Gurke.
HH
Hallo, Helge!
Im ersten Fall geb ich dir recht, das ist mehr eine Feststellung als eine Frage. Die Antwort finde ich aber durchaus passend, denn so kann festgestellt werden, ob die Frage dahinter steht: „Kannst du mir mal helfen?“
- „Möchtest du Wurst oder Käse?“
Das ist ne Frage!
Anwort: Ja
Das ist ne Antwort, nur keine mit der der Fragesteller was
anfangen kann. Ich würd Schinken mit Marmelade drauftun. und
ne Gurke.
Das sehe ich anders. Es ist eine Frage, und der Antwortende sagt, dass er entweder Wurst oder Käse will. Anders gesagt: Es ist ihm egal, welche von den beiden Möglichkeiten. Von Schinken, Marmelade und Gurke war nicht die Rede (obwohl ihm Schinken wahrscheinlich auch recht wäre).
Just my 0.02 Euro
Livia
Hi
Das sehe ich anders. Es ist eine Frage, und der Antwortende
sagt, dass er entweder Wurst oder Käse will. Anders gesagt: Es
ist ihm egal, welche von den beiden Möglichkeiten.
… was aber dem Brötchenbelegenden Fragesteller in keiner Weise hilft, denn da er die beiden Beläge anbot, weiss er dass einer von beiden es sein kann - oder keiner. Daher ist die Antwort bestenfalls der Auschluss von Nix drauf.
Von
Schinken, Marmelade und Gurke war nicht die Rede (obwohl ihm
Schinken wahrscheinlich auch recht wäre).
Das hab ich ja gar nicht bemerkt. Nun, den fand ich ganz hinten in der Ecke (etwa 4 Monate alt) und dachte mir: Dies wäre ne erzieherische Massnahme um in Zukunft klare Antworten zu erzielen… 
HH
Hi Sonja,
schwer ist leicht was, nicht zuletzt das Fragen.
- „Peter, Beate sagt, das Internet geht nicht?“ Anwort: :Fragst du mich jetzt, oder
ist das eine Feststellung?
An dieser Antwort ist nichts zu beanstanden. Der Satz ist keine Frage, sondern eine Feststellung. Das Fragezeichen am Ende steht dazu im Widerspruch und bringt den Gesprächspartner außer Tritt, deshalb fragt er, wie die Äußerung gemeint ist.
- „Möchtest du Wurst oder Käse?“ Anwort: Ja
Die Antwort besagt, dass der Gefragte nicht hingehört hat oder dass er den Frager foppen will.
Ich kenne weder den Frager noch den Gefragten, tippe aber im zweiten Fall auf eine Kommunikationsstörung, die sich aus der Ferne nicht beheben lässt. Wenn den Frager die Fragerin nach Feuer auf dem Dach gelüstet, empfehle ich die Frageform: „Möchtest Du Fisch oder hängst Du mir die Gardine auf?“
Gruß Ralf