Hallo Zusammen!
Meine Tochter ist jetzt 5 Monate alt(5990 g/ 63 cm) und der Kinderarzt meinte ich solle ihr jetzt Beikost geben. Jetzt bekommt sie seit 1 Woche Frühkarotten aus dem Gläßchen. Die Tage kommen dann Kartoffeln hinzu und die Woche drauf dann auch Fleisch, so dass der „Mittagsbrei“ komplett ist. In 2 Wochen soll sie dann auch Abends ein Brei bekommen und in 4 Wochen anstatt Pre-Milch, die Folgemilch. Was haltet ihr davon, ist das zu früh? Sollte ich die Breie lieber selbst zubereiten, statt ihr Gläßchen zu geben? Meine Hebamme meinte ich solle so lange wie möglich nicht zufüttern, und wenn dann sollte ich ihr Pastinaken geben. Ihre Tochter (5 Jahre) hat erst mit 1 1/2 zum ersten Mal etwas Süßes bekommen.
Was meint Ihr??
Danke im Voraus
Silke
Hallöchen!
Also das mit der Babyernährung ist gar nicht so einfach- wegen der vielen unterschiedichen Meinungen die es dazu gibt.
Mein Sohn (heute 10 Monate) hat mit vier Monaten seinen ersten festen Brei bekommen. Ich muss dazu sagen, das ich nicht stillen konnte- so hatte sich das sowieso erledigt zu überdenken.
Meine Hebamme hatte mir auch Pastinake und Zucchini als „Einstiegsbrei“ empfohlen. Das ging auch eine zeitlang gut. Bis mein Sohn selbstgekochtes voll verweigert hat. Also bin ich auf Gläschen umgestiegen. Seit ca. einem Monat füttere ich wieder nur selbstgekochtes, da er nun anfing Gläschen strikt zu verweigern. Mein Fazit:
Ich denke nicht , das es mit 5 Monaten zu früh ist für Babybrei und die Kinder bestimmen (nicht im negativen Sinne) schon in so frühem Alter selber, was schmeckt und was nicht. Und der Geschmack ändert sich stets auf Neue!!
Also am Ball bleiben und viel ausprobieren. Viel Spass…
Gruss von Simone!
Hallo Silke,
5 Monate finde ich schon arg früh. Ich hab mich immer hiernach gerichtet:
"Es ist sinnvoll mit der Beikost zu beginnen, wenn das Baby die folgenden Anzeichen zu erkennen gibt:
o es ist in der Lage aufrecht zu sitzen,
o der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt,
o es zeigt Bereitschaft zum Kauen,
o es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür,
o es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt.
Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Auch Babys, die mit künstlicher Säuglingsnahrung gefüttert werden, sollten in den ersten sechs Monaten keine andere Nahrung erhalten."
Mein Sohn hat sich erst kurz vor seinem 1. Geburtstag für etwas anderes als Milch entschieden. Blöderweise haben wir da auch mit Karotten angefangen, die er gar nicht gut vertragen hat. Daher würde ich an Deiner Stelle auch eher mit Pastinaken anfangen und schließe mich auch Deiner Hebamme an mit dem Zufüttern ruhig noch zu warten.
Schließlich hast Du ja einen kleinen Säugling und keinen Breichenling
.
VG,
Birgit
Hallo Simone,
ich hab schon mal geschrieben (Archivsuche hilft!),
dass meine Soehne zerdrueckte Avocado bzw. Banane
bzw. beides gemischt als erstes bekommen haben.
Warum ich hier antworte liegt am Zucchini-Vorschlag.
Das hat mir mein Sohn vor die Fuesse gek…
nicht nur einmal. Auch spaeter, wenn ich versucht
habe, Zucchini unter anderem Gemuese zu verstecken,
er hat’s immer gemerkt und alles kam hoch.
Gruesse
Elke
Hallo Silke,
behalte eines bitte stets im Auge: es ist DEINE Tochter, nicht die deines Kinderarztes oder deiner Hebamme. Was glaubst DU denn, was gut für sie ist?
Meine Kinder bekamen beide mit 4 Monaten Beikost (die Große war Flaschenkind, die Kleine Stillkind) und mochten das sehr gern. Wenn deine Tochter Gläschennahrung isst, dann ist das doch okay. Meine Kleine akzeptierte das auch, die Große aß nur Selbstgekochtes (was nicht immer nur praktisch war). Sie wollten auch beide frühzeitig bei uns Eltern mitessen und lehnten komplett gewürzlose Speisen sowie Milchbreie, egal ob fertig gekauft oder selbst gekocht, komplett ab.
Sofern dein Kind kein recht hohes Allergierisiko oder andere gesundheitliche Einschränkungen hat, muss dein Baby keine spezielle „Diät“ einhalten. Lass sie nach und nach probieren, wie die Speisen schmecken. Gern gegessen wurde und wird bei uns Obst. Das schmeckt zwar süß, Muttermilch tut das aber auch.
Meine beiden Mädels durften bereits vor 1 1/2 J. Süßes kosten und lassen trotzdem für Obst jeden Keks liegen.
Meine Beobachtungen im Bekanntenkreis zeigen übrigens, dass jene Kinder, die im Babyalter nur sehr wenige geschmackliche Erfahrungen machen durften, später nicht sonderlich aufgeschlossen gegenüber neuen Speisen zeigen. Das ist nun keine repräsentative Studie, aber immerhin interessant.
Ach ja, ebenso wie Elkes Kinder mochten meine Damen keine Zucchinibrei (der schmeckt auch widerlich *schüttel*).
Wie satt wird deine Tochter denn von der Pre-Milch? Wenn sie sehr häufig was braucht, vor allem auch nachts, dann würde ich es schon mit Folgemilch probieren. Ist ja auch für das Baby schöner, wenn es nicht dauernd vom Hunger geweckt wird (ja, Mama profitiert auch irgendwie davon).
Wenn du viel Karotten fütterst, musst du nur aufpassen, dass die Kleine keine Verstopfung bekommt. Mit Obst (Birne, Pfirsich, nur keine Banane bzw. Blaubeeren pur) und/oder Obstsaft kann man da sehr sanft Abhilfe schaffen. Wichtig ist auch, genug zu trinken zu geben.
Mach euch keinen Stress und vertraue den gesunden Instinkten deines Babys. Die kleinen sind schlauer als viele ihnen zugestehen wollen.
Viele Grüße, Heike
Hallo,
bei mir steht demnächst auch das Thema Beikost an und dazu war ich in einem Vortrag einer Ernährungsberaterin in meiner Hebammenpraxis. Was die erzählte, fand ich ganz sinnvoll und logisch. Dazu will ich aber gleich sagen, dass jeder für sich wissen muss, was er macht und sich das rauszieht, was er für gut hält.
Also:
Angefangen wird ab dem 7. Monat mit einem Gemüse-Kartoffel-Öl-Brei. Dazu wird mit einem Gemüse angefangen, nach einer Woche Kartoffel dazu usw. Danach soll das Abendessen (ca. 2 h vor dem Schlafengehen, zw. 16-18h) mit einem Getreide-Gemüse-Öl-Brei ersetzt werden. Es soll nichts Süßes gegeben werden, da wir ja auch nicht süß als Abendbrot essen.
Brei sollte auch grundsätzlich nicht aus der Flasche gegeben werden, da wir ja auch nicht die Pizza aus der Flasche trinken. Alles, was man isst, soll auch gegessen werden.
Die Breie sollten immer frisch und selbst zubereitet werden, da in den Gläschen noch vieles zusätzlich reingemischt wird.
Mit Karotte sollte man nicht anfangen. Karotte schmeckt süß wie auch die Muttermilch. Die Babys sollen bereit sein für einen neuen Geschmack und nicht mit der gleichen Geschmacksrichtung überrumpelt werden. Wie stellt man fest, ob das Kind bereit ist? Einfach mal ein Stück Pellkartoffel (ohne Salz) hinlegen und gucken, ob das Kind das essen mag (z.B.). Als Gemüse eignet sich: Broccoli, Kohlrabi, Fenchel, Zucchini, Blumenkohl. Öl in den Breien ist auch wichitg üfr die Gehirnentwicklung.
Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen, ich werd’s danach probieren und hoffen, dass so alles klappt.
Grüßle, Ute
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Grüßle, Ute
Vielen Dank an Euch alle für die zahlreichen Antworten und Anregungen. Ihr habt mir wirklich weitergeholfen und ich werde jetzt ganz meinem Instinkt folgen und sie wie meine Tochter auf die Kost reagiert.
Danke
Lg Silke