Fragen zu den bayr. BeamtenFHs

Hallo,
Wie muss man sich das Studium an einer bayr. BeamtenFH (also z.B. Verwaltung in Hof, oder Rechtspflege in Starnberg) vorstellen?
Einige Bekannte sagen es wäre mehr eine „Ausbildung“ als ein „Studium“, aber ich konnte bisher kaum Infos (außer die spärlichen offiziellen Webseiten) dazu finden.

Besitzt man ähnliche akademische Freiheiten wie an einer Uni, also eigene Wahl und Zusammenstellung von Seminaren und Vorlesungen?
Wie sieht so ein typischer Stundentenalltag dort aus?
Wie sieht es mit Praxisanteilen in der Zeit an der FH aus?
Sind die fehlenden Semesterferien eher ein Segen oder eine Last?
Klar, geht da jeder individuell damit um, aber wie muss man sich die Tiefe und den Umfang des Stoffes vorstellen?
Entspricht die Komplexität im Bereich Rechtspflege sagen wir mal der eines Jurastudiums?

Ich Dank euch.
Sorry der vielen Fragen, aber ich kenne niemanden der auf so einer FH studiert…

Eight_Ball

Hallo Eight_Ball,

ich war zwar nie an einer Verwaltungs-Fachhochschule (so heißen die glaube ich offiziell) aber an einer FH. Da kann ich Dir aus dieser Sicht schon mal das Folgende beantworten:

Besitzt man ähnliche akademische Freiheiten wie an einer Uni,
also eigene Wahl und Zusammenstellung von Seminaren und
Vorlesungen?

Auch in anderen Studiengängen (z.B. Elektrotechnik bei mir) hast Du an Fachhochschulen normalerweise ziemlich genau vorgegebene Veranstaltungen. Ein paar Freiheitsgrade gab es bei uns mit dem allgemeinwissenschaftlichen Wahlpflichtfach (weiß nicht, ob das an der Verwaltungs-FH auch so üblich ist).

Wie sieht so ein typischer Stundentenalltag dort aus?
Wie sieht es mit Praxisanteilen in der Zeit an der FH aus?
Sind die fehlenden Semesterferien eher ein Segen oder eine
Last?

Für mich waren die Semesterferien ausschließlich zum Geld verdienen da (alleinerziehende Mutter mit unzureichendem sonstigen Einkommen). Da nach zumindestens hier in München das Studium an der Verwaltungs-FH von der Kommune finanzeirt wird, ist das ja dann kein Beinbruch, wenn man nur Urlaub und keine Semesterferien hat.

Gruß, Karin

Hi,

das dreijährige Studium an der Beamten-FH teilt sich etwa zur Hälfte in Praxis und Unterricht.

Die Praxisteile sind (für München) jeweils 2-4 Monate an einer Dienststelle normaler Dienst, insges also 6 verschiedene Ämter.
Unterricht ist eher wie in der Schule, so von 8 - 13 Uhr mit festem Stundenplan, dazu gelegentlich nachmittags, ausserdem Studiennachmittage in der Bibliothek .

Nach einenhalb Jahren Zwischenprüfung, die nicht einfach ist und die man i.d.R. nicht wiederholen kann.

Nach drei Jahren achttägige Anstellungsprüfung, die man nur wiederholen darf, wenn die Noten nur knapp nicht gereicht haben.

So war es jedenfalls zu meiner Zeit, vor fast 20 Jahren (letzter Jahrgang in München ).
Damals sind ca 20 % durchgefallen, von denen die wenigsten wiederholen durften.

Zum Niveau : Damals war ein Abischnitt von max 2,2 + gut bestandene Auswahlprüfung Einstellungsvoraussetzung.
Ich hatte Abi 2,0, war ziemlich faul und habe die Anstellungsprüfung mit viel Glück mit Ach und Krach bestanden.

War aber eine schöne, lustige Zeit die ich nicht missen möchte !

Gruß

Heidi