Fragen zu digitalem Kabelfernsehen und Peripherie:

Moin Forum,

mein analoger Kabelempfang ist nicht so doll. (Schnee und Störungen) Ich habe ein super Kabel, ordentlich abgeschirmte Stecker usw. ich kann keine Fehlerquelle finden.

Deswegen möchte ich ganz gerne auf digitalen Empfang umstellen.
Die Hausverwaltung beendet in kürze die Zusammenarbeit mit Kabel Deutschland und wechselt zu willy-tel.

Wenn ich es richtig verstehe, liegen die digitalen Kanäle direkt an und ich brauche nur den entsprechenden Tuner.
Bei mir geht jetzt das analoge Kabel in den Festplattenrecorder Panasonic DMR-EH685 und von da in den Fernseher Panasonic TX-32PM11F.

Was ist jetzt die einfachste Lösung für den digitalen Empfang? Ist es richtig, dass die Kanäle nicht wie bei analog alle „anliegen“?
Wenn man einen DVB-C-Tuner ganz nach vorn setzt kann man nicht mehr einen Kanal aufnehmen und einen anderen sehen? Geht das, wenn ich einen Festplattenrecorder mit Digitaltuner kaufe? Ist es auch möglich auf DVB-S zu gehen und einfach einen anderen Stecker zu verwenden?

Ich hab also sehr wenig Ahnung in der Richtung und würde mich sehr über Hilfe freuen.

Grüße

Digitaler Empfang erfordert auch eine gewisse Empfangsqualität, sonst kommt gar nichts an. Und da die Frequenzen außerhalb des Spektrums alter Hausantennen liegen, kann es sein, dass Dosen oder Verstärker den Empfang verschlechtern. Im Allgemeinen kann man aber die normale Verkabelung weiternutzen. Da ändert sich nichts zum Analogen. Auch die Weiterleitung ist gleich. Man kann also verschiedene Geräte hintereinander anschließen, solange die Signalqualität ausreicht.

Die Auswahl an Geräten ist allerdings viel kleiner und entsprechend teurer als die DVB-T und DVB-S Pendant. In den mir bekannten Kabelnetzen hast Du aber den Vorteil, dass immer noch das Analogsignal mit dabei ist.

Für richtigen Ärger sorgen die Kabelnetzbetreiber aber durch die Grundverschlüsselung für die privaten Sender. Die öffentlich rechtlichen Sender sind immer unverschlüsselt, aber für Free-TV und Pay-TV braucht es eine Smart-Card vom Anbieter. Und da setzen die Kabelnetzbetreiber unterschiedliche Systeme ein - und wechseln auch mal gerne, so dass man etvl. nachkaufen muss.

Manchmal bietet der Kabelnetzbetreiber ein Standardgerät an, welches die Entschlüsselungshardware für dieses spezielle System bereits fest eingebaut hat.
Andere Geräte haben einen Einbauschacht für ein Common-Interface, in das sich eine entsprechende Entschlüsselungshardware einbauen lässt.

Also am Besten beim neuen Anbieter mal anfragen, welche Geräte er als kompatibel erklärt hat.

Ciao, Allesquatsch

Hallo und danke für deine Antwort.

Mir ist noch nicht ganz klar wie das Signal aus der Wand kommt. Kann es sein, dass dort analog und digital parallel übertragen wird?
Bei meinem analogen Festplattenrecorder und Fernseher kann ich ein Programm aufnehmen und ein anderes gucken. Außerdem kann der Recorder selber verschiedene Programme nacheinander aufnehmen.

Das alles ist doch nicht mehr möglich, wenn ein Digitalreceiver vor dem Recorder ist und man muss immer den Kanal am Receiver einstellen, oder?

Dann muss ich doch irgendwie versuchen den analogen Empfang zu verbessern…

Du erkennst es richtig: Digitale Signale werden einfach mit den analogen zusammen ausgestrahlt. Und das übrigens seit sehr vielen Jahren. Bloß die aggressive Vermarktung hat erst vor kurzem eingesetzt.

Das mit dem parallelen Ansehen ist eigentlich auch jetzt noch möglich, setzt aber entsprechende Tuner in den Geräten voraus. Wenn der DVD-Recorder also keinen DVB-C-Tuner sondern nur Analog-PAL eingebaut hat (also fast immer) kann er nur die Analogsender aufnehmen oder per SCART-Verbindung vom DVB-C-Tuner übertragenes Video-Signal. Gleiches gilt für den Fernseher.

Es gibt einige ganz wenige DVB-C-Tuner, die zwei Empfangsteile haben und für den Betrieb an Fernsehen und Recorder gedacht sind, die nicht selbst DVB-C-fähig sind.

Und mache Tuner beherrschen einen besonderen Trick: Mit nur einem Empfangsteil kann man doch den Sender wechseln. Allerdings nur auf andere Sender desselben Transponders. Hintergrund ist, dass beim Digitalempfang gleich mehrere Sender als Paket auf einer Frequenz liegen. Erst im Tuner werden die Sender wieder aufgeteilt. Und da ist es möglich, dass aufnahmefähige Geräte den einen Datenstrom auf die Festplatte schreiben und den anderen in die Dekodierung geben. Was aber meines Wissens nur bei unverschlüsselten Sendern gewährleistet ist.

Da es fast keine DVD-Recorder mit DVB-C Tuner gibt, ist die Alternative ein DVB-C-Tuner mit PVR-Funktion. Dort kann man auf einen per USB angeschlossenen Massenspeicher (Festplatte, SSD, USB-Stick) aufzeichnen. Vorteil: Man kommt sehr günstig zu sehr großen Kapazitäten und kann manchmal die Dateien noch mit dem PC nachbearbeiten.

Vielen Dank für deine Antwort.

Ich habe viel gesucht aber verständlich und so schön habe ich es nicht gefunden :wink:

Grüße