Im Fernsehen sah ich („Achtung Kontrolle“ oder sowas), wie ein
PKW mit drei Jugendlichen angehalten wurde.
Wenn außer den drei Jugendlichen niemand im Auto war, ist das
dann schon mal Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis.
Warum? Auch einen 18 bis 21jährigen würde ich als
„Jugendlichen“ bezeichnen.
OK, wenn Du das würdest, dann erklärt das einiges.:
Dort wurde dann ein Urintest durchgeführt.
Du meinst, es wurde eine Urinprobe genommen (der Test erfolgt
im Labor)?
Nein, vermutlich ein Schnelltest. Denn es wurde noch während
der Kontrolle gesagt, dass der Test negativ war.
Dann hat das m.E. ungefähr die Qualität des „Pustens“.
OK, weiter geht es:
Die Mitfahrer wurden nun zum Aussteigen gebeten.
Sie mussten die Taschen entleeren und wurden einer
Leibesvisitation unterzogen, man fand bei einem extra großes
Zigarettenpapier (wird wohl praktisch nur für Joints benutzt),
danach wurde das Auto durchsucht.
Das wird man wohl nicht bei der leibesvisitation zwischen den
A-backen gefunden haben, sondern vorher, beim
Taschenausleeren.
Der Befehl zum Leeren der Taschen erfolgte als direkte
Vorbereitung der Leibesvisitation. Es erschien so, dass der
Entschluss dazu gefallen wurde, BEVOR die verräterischen
Blättchen gefunden wurden.
Sollen wir nun eine Diskussion aufgrund Deiner Vermutungen führen?
Die leibesvisitation war dann nur die Folge
des infolge der Fundstücke sich verhärtenden Anfangsverdachts.
Nee, so kam das eher nicht rüber.
Das mag ja subjektiv sein, schafft aber objektiv keinen andersartigen Tatbestand: Erst wurden Hinweise auf Straftaten gefunden und dann wurde die Leibesvisitation vorgenommen. Wenn ich jemanden mit dem Vorsatz besuche, ihn zu vermöbeln, aber er springt mich schon an der Haustür unvermittelt und grundlos an, dann ist das vermöbeln plötzlich legalisiert, etwas plakativ gesprochen (denn ich weiß, die üblichen Verdächtigen mamchen da jetzt ein OT-Rechtsgutachten draus).
Das alles geschah allem Anschein nach ganz beiläufig und so,
als ob es ganz normal sei, dass man sich nachts am Auto
komplett betatschen lassen muss und ne Urinprobe in einem Zelt
vor den Augen eines Polizisten auch keine große Sache sei.
Ich glaube nicht, dass der Polizist zugeguckt hat. Wir sind ja
nicht bei der Tour de France, wo Fremdurin im Beutel parat
liegt.
Das wurde auch so nicht gesagt. Ich war davon ausgegangen,
dass bei sowas immer ein Beamter (ohne direkten Blick auf den
Intimbereich) in der Nähe steht.
Das mag schon sein, ich sehe allerdings nicht, wie das als rechtswidrig zu bewerten sein könnte. Bei der Leibesvisitation macht der noch ganz andere Dinge…
Ich vermute, die Dokumentation hat Infos weg gelassen.
Denn:
Wäre das alles so zulässig, wenn einer der Jugendlichen
protestiert hätte?
Nein.
Die wurden also ziemlich überrumpelt, so schien es mir auch.
Oder hatten ein schlechtes Gewissen und wollten nicht noch wegen Renitenz auffallen.
(Oder hätte es gereicht, wenn einer der Jugendlichen gesagt
hätte: „Nein, ich werde mich hier keiner Leibesvisitation
unterziehen“/„Ich lasse mein Auto nicht durchsuchen“/„Ich gebe
ohne konkreten Verdacht und ohne richterliche Anordnung keine
Urinprobe!“ ?)
Wozu gereicht? Es hätte zu einem Ausflug aufs Revier gereicht.
Mit welcher Begründung?
Fahren ohne FS
, Verdacht auf Verstoß gegen das BTMG, Verstoß gegen das WaffG, Verschleierungsgefahr, erkennungsdienstliche Behandlung (auf der Waffe sind vermutlich Fingerabdrücke).
Als Beifahrer eines nervösen Fahrers muss ich meine Taschen
leeren?
S.u.
Als nervös wirkender Fahrer muss ich mein Auto durchsuchen
lassen?
Durchaus, ja. An der Grenze findet man bei nervös wirkenden Geschäftsleuten und deren sie nur begleitenden Ehefrauen immer wieder zenhtausende Euro im Handschuhfach und weitere im Handtäschchen der Gattin, bei cool wirkenden Trägern von Jogginganzügen aus Ballonseide findet man immer wieder Heroin im Radkasten. Alles nur wegen eines subtilen Anfangsverdachts.
Ich kann mich an Polizeikontrollen zu meiner Jugendzeit
erinnern, da war ich auch alles anderes als cool, obwohl ich
mir nicht zu Schulden habe kommen lassen.
Echt? Das ist dann offenbar eine Frage der persönlichen Einstellung gegenüber Polizeikontrollen. Ich wurde schon mehr als einmal angehalten, als Fußgänger wie als Autofahrer. Der Aufenthalt dauerte jeweils weniger als 10 Sekunden. Wie ich schon sagte: Die erkennen halt ihre Schweine am Gang.
Dürfte schon die Verweigerung eines Alkohol-Schnelltests als
ausreichender Verdacht gewertet werden, um eine Blutprobe
anzuordnen?
Es darf von einem anordnenden Richter im Prinzip alles mögliche als ausreichend für eine Blutentnahme erachtet werden.
Nebenbei wurde noch ein verbotenes Messer gefunden
Wenn’s weiter nichts ist…^^
Ganz ehrlich: Die Vorgaben, welche Art Klinge nun erlaubt ist
und welche verboten, erscheinen mir nicht immer ganz
nachvollziehbar.
Dazu steht gleich was im Text. Abgesehen davon scheint mir bei gar manchem Gesetz einiges nicht nachvollziehbar. Trotzdem sind es Gesetze. Es wird immer Leute geben, die sich an Gesetzen stören. Aber die Alternative heißt Gesetzlosigkeit.
Es war ein „Einhandmesser“. Mein Schweizer Soldatenmesser kann
auch unter Schwierigkeiten mit Kraft und Geschick einhändig
geöffnet werden und verriegelt seine Klinge. Ich habe trotzdem
nicht das Gefühl, einen illegalen und gemeingefährlichen
Gegenstand zu besitzen.
Das tust du ja auch nicht. Auch mein Jagdmesser kriege ich einhändig geöffnet und eingerastet, ist halt gut geölt. Trotzdem ist es eben kein Springmesser, das auf Knopfdruck selbsttätig zur Waffe wird, dazu nicht mal aus der Hand genommen werden muss und deshalb auch einen klaren Waffencharakter hat, während das Jagdmesser wie das Schweizer Offiziersmesser eben eher Werkzeugcharakter haben: Im Kampf hat keiner Zeit, da die Klinge rauszufummeln. Die Schweizer Klinge ist außerdem so kurz, dass man damit niemanden ins Herz treffen kann.
man sah es
nicht genau, aber es lag wohl irgendwo im Auto.
Klar, das hat jemand beim Aussteigen „verloren“.
Spekulation.
Richtig, aber es ist doch völlig irrelevant für die grundsätzliche Strafbarkeit, ob meine Spekulation nun stimmt oder nicht. Einer der drei muss sich das Messer zurechnen lassen.
Im Auto jederzeit zugänglich = geführt.
Habe ich gerade mal bei Wiki auch so nachlesen können.
Ja, Wiki hat sogar manchmal recht. 
Mir ist das ziemlich forsche Auftreten des Polizisten doch
etwas aufgestoßen.
Die erkennen halt aus langjähriger Kontrollroutine ihre
Schweine schon am Gang.
So lange man immer nur die „üblichen Verdächtigen“
durchkontrolliert, wird sich auch bestätigen, dass es auch
immer die „üblichen Verdächtigen“ sind, die etwas Illegales
machen, ausgenommen Zufallstreffer.
Erstens haben sich ja in diesem Fall wieder mal die üblichen Verdächtigen als die richtig verdächtigten Verdächtigen erwiesen, und außerdem habe ich weiter oben ein Beispiel dafür gebracht, dass es keineswegs das Privileg junger Hippies ist, autofahrend in Verdacht zu geraten. Ja, ich habe schon von entdeckten Trunkenheitsfahrten ranghoher Politiker gelesen und von Hausdurchsuchungen der Steuerfahndung bei DAX-Vorständen gehört. Nach Köln-Chorweiler kommen die eher selten.
Bei der selben Kontrolle, aber anderem Auto, aber ebenfalls
einem jungen Fahrer mit zwei sichtlich angetrunkenen
Mitfahrern sagte eine Polizeibeamtin:
„Wären Sie mit einem Alkohol-Schnelltest einverstanden?“
Ja, Frauen sind oft freundlicher. Das „Problem“ mit Frauen ist aber, dass sie ein feineres Gespür in der zwischenmenschlichen Kommunikation haben. Und so dürfte es um einiges leichter sein, einen Polizisten zu linken als eine Polizistin. Insofern weiß ich nicht, ob ich den Jungs eher eine Polizistin gewünscht hätte.
Das steht doch etwas im Gegensatz zum Befehlston des Kollegen
„so, Sie begeben sich jetzt mal da hinten in das Zelt zu den
Kollegen und geben ne Urinprobe ab!“
Vielleicht hat der Mensch gerade volljährig gewordene Söhne und weiß daher, welcher Tonfall bei wem in welchem Alter die beste Wirkung zeigt.
(Übrigens: Der so freundlich angesprochene hat 0,6 geblasen,
der angebaffte 0,0 und einen negativen Drogentest geliefert.)
Dann ist er hinsichtlich der Rauschfahrt ja schon mal aus der Schusslinie. Und der andere kann sich als Fußgänger was davon kaufen, dass er zumindest nett zum Pusten gebeten wurde…
Gruß
smalbop