Hallo,
Da bei wissenschaftlichen Arbeiten ja immer sehr
‚überkorrekte’ Maßstäbe angesetzt werden, was Zitate und
Quellennachweise betrifft, habe ich mal ein paar Fragen, die
in meinem Ratgeber nicht erwähnt werden:
korrekte Quellenangaben sind superwichtig, weil sonst der (eigene) Beitrag zur Forschung/Wissenschaft nicht nachvollziehbar ist - und damit ist es wissenschaftlich wertlos. „Überkorrekt“ ist aber sicher übertrieben. Wissenschaftliche Fachzeitschriften legen in ihren Instructions for Authors i.d.R. genau fest, was wie zu Zitieren ist. Das ist von Zeitschrift zu Zeitschrift sehr unterschiedlich. Den Zeitschriften ist nur wichtig, dass es konsistent ist.
Ich habe einige Bücher bei denen Herausgeber mit Hg. abgekürzt
wird, bei anderen steht Hrsg. Ähnlich wie beim Namen des
Verlages – der manchmal nur unter dem Namen und manchmal mit
dem Zusatz GmbH erwähnt wird.
Wie gesagt, das macht jeder anders. Wenn der Artikel an eine Fachzeitschrift geht, sind deren Instruktionen bindend. Wenn es eine Diplomarbeit ist (oder Dissertation oder Habil-Schrift), dann gelten die Vorgaben des jeweiligen Prüfungsamtes (dort nachfragen). Viele Prüfungsämter machen nur wenige und/oder vage Vorschriften, so dass man viel „künstlerische Freiheit“ hat. Immer bleiben jedoch unbedingt zwei Bedingungen einzuhalten: Eindeutigkeit und Konsistenz!
Kann ich mich in meinem Quellenverzeichnis für eine Version
entscheiden, oder muss ich alles ganz genau so übernehmen, wie
es auch im jeweiligen Buch steht?
Nicht übernehmen, wie es woanders steht (weil das wahrscheinlich der Konsistenz entgegensteht)! So machen, wie alle anderen Quellenangaben in DEINER Arebit auch gemacht sind.
Aufsatz Y von 1996 steht in Buch X von 2006. Unter dem Titel
steht, dass der Aufsatz 1996 zuerst in der Fachzeitschrift Z
erschienen ist …
Wenn man sich auf etwas beruft, dass sich auf etwas beruft, dass sich auf etwas beruft usw. - so lehrt die Geschichte - schleichen sich Fehler ein. Besser ist immer, zum Original zurückzugehen. Manchmal ist das nicht möglich oder zu aufwändig. Wenn dann stattdessen ein Artikel zitiert wird, indem der Originalartikel zitiert ist, dann würde ich das in der Quellenangabe kenntlich machen, zB. als „X, zitiert aus Z“ oder so ähnlich. Meines Erachtens sollte Z auf jedenfall irgendwo auftauchen. Zur Not einfach nur Z zitieren (und hoffen, dass die Autoren von X den Inhalt von Z korrekt verstanden und zitiert haben).
LG
Jochen