Fragen zu meinen Untermietern

Guten Morgen alle miteinander,

eine kleine Anfängerfrage am frühen Morgen:

Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal Untermieter in einer Nisthöhle auf meinem Balkon.
Dabei scheint es sich um Blaumeisen zu handeln.

Jetzt habe ich den Artikel so verstanden, dass zwischen dem Beginn der und dem Flügge werden der Kücken ungefähr 1 1/2 Monate liegen.
Aber was ich nicht so richtig rauslesen konnte: Wann verlassen die Tiere den endgültig ihr Nest? Tatsächlich erst im Herbst oder wird die Höhle eher frei?

Was kann ich tun um Ihnen den Aufenthalt gemütlich zu machen? Mir fällt bis jetzt nur das Aufstellen einer flachen Schale mit Wasser ein.

Besten Dank für Eure Antworten.

Euer,
Ebenezer

Wenn die erste Brut erfolgreich aufgezogen wurde, können durchaus noch 1 oder 2 weitere Bruten stattfinden. Also lass sie in Ruhe, das Säubern des Nistkastens sollte erst im November stattfinden. Eine Schale mit Wasser tut allen Vögeln gut, vor allem, wenn es wieder einen heissen Sommer gibt.

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Bei Blaumeisen werden 12-16 Tage Brutzeit und Nestlingszeit von 15-20 Tagen angegeben.
Mehrfachbruten im Jahr sind normal, 2 fast regelmäßig, 3 wenn das Wetter und besonders die Nahrungslage gut ist.

mfG
duck313

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Servus,

wenn die Meisen dann am Füttern sind, kannst Du außer Wasser in etwas Abstand zum Nest Mehlwürmer (auch getrocknete gehen) anbieten. Es kann sein, dass mit diesem recht späten Frühjahr die Versorgungslage bis hin eher knapp ist.

Schöne Grüße

MM

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Ich schließe mich Aprifisch an: Mehlwürmer werden gerne genommen. Aber auch ganz normales Futter ist nicht verkehrt. Der Jagderfolg bei den Insekten reicht inzwischen häufig nicht mehr aus, um die Kleinen und die Eltern ernähren - da sind die Eltern froh, wenn sie zwischenrein umkompliziert Fetterfutterenergie tanken können, so dass von den Insekten mehr oder alles für den Nachwuchs bleibt.

Wir füttern inzwischen ganzjährig und haben eine sehr ansehnliche Vogelpopulation. Achja, und die zwei kleinen Igel, die meine Frau im Herbst gemäßtet hat, weil sie mit 85 Gramm (!) doch gar mickrig waren, saßen gestern vor der Haustür und baten um eine Wiederaufnahme des Fütterungsprogramms.

Liebe Grüße,
Max

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Aus Neugier: was meinst Du mit „normalem Futter“?

Auch ich überlege, ob ich ein „Sommerfutterhaus“ aufstelle.

Grüße
Pierre

Servus,

wenn ich auch darf: Während die Vögel füttern, ist es wichtig, dass das Futter einen ausreichend hohen Proteingehalt hat - in der Regel ist das bei Mischungen, die als „Ganzjahresfutter“ oder „Wildvogelfutter“ angeboten werden, der Fall.

Die Mischungen, bei denen zu wenig Proteine für den jungen Nachwuchs enthalten sind, werden um diese Zeit des Jahres nicht angeboten.

Schöne Grüße

MM

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  • ach, und noch was: Weil ich das Futter Tauben nicht gönne, gieße ich es mit Frittierfett (ja, ich weiß, das ist aus Palmöl gemacht) in Blumentöpfe ein, bei denen ich vorher ein langes Stück Schnur durch das Loch im Boden geführt und dieses Loch dann mit einem Stück Zeitungs- oder sonstigem weichem Papier abgeklebt habe (damit das kein Vogel in den falschen Hals kriegt, mit Gummi arabicum oder mit dem hübschen Papierkleber aus Kartoffelstärke „Coccoina“). Man kommt mit recht wenig Fett aus, um das Futter im Topf so zum Halten zu bringen, dass man diesen für Meisen leicht, aber für Tauben und Ratten unzugänglich aufhängen kann. Meisen, wenn zu mehreren, haben ein typisches Signal-Rätschen „Hier gibt es was zu Futtern!“, so dass dann unmittelbar im Schlepptau der Meisen auch Amseln und Rotkehlchen anrücken, die Futter nur vom Boden oder sonst ebenen Flächen aufnehmen können, und heruntergefallenes Futter sofort wegräumen.

Eine richtige Clownsnummer habe ich kürzlich bei einem Star beobachtet, der - im Gesang schon eh an Nachahmung anderer gewöhnt - versuchte, wie eine Meise an den Topfrand geklammert etwas von dessen Inhalt zu erwischen. Wenn es sonst nichts für ihn gegeben hätte, hätte mir der Bursche ja leid getan…

Schöne Grüße

MM

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Hallo,

Du kannst alternativ Rindertalg verwenden - sofern dein Schlachter dir auf Nachfrage etwas anbieten kann.

Gruß,
Paran

Fetthaferflocken, Sonneblumenkerne, Hanfkörner - halt das Zeug, was man überall bekommt. Kohlenhydrate und Fett. Während der Aufzucht brauchen die Vögel aber Proteine, also so etwas wie Insekten und Larven und Würmer.

Früher dachte man, wenn man den Vögeln während der Brutzeit Fetthaferflocken & Co anbietet, füttern sie damit ihre Jungen und es kommt zu Mangelerscheinungen. Das gilt inzwischen aber als überholt: Die Vogeleltern scheinen schlau genug zu sein, die hochwertige (selbstgejagte) Insektenbeute ihren Kindern zu überlassen, während sie sich selbst am Futterhäuschen schnell ein paar Fetthaferflocken reinziehen, so wie unsereins ein Döner an der Bude. Deswegen gilt es nicht mehr als schädlich, während der Brutzeit Fettfutter anzubieten - aber besser ist es natürlich, ein Futter mit Proteinen zu verwenden, zumal der Jagserfolg heute nicht mehr garantiert ist. Deswegen enthalten Wildvogelmischungen, die den Namen verdienen, auch getrocknete Insektenlarvem, Ameiseneier und dergleichen. Idealerweise mischt man selber und stimmt die Mischung auf die Arten ab, die das Häuschen anfliegen. Hanfkörner werden bei uns zum Beispiel kaum nachgefragt und landen am Boden, wo sie dann alsbald illegal zu wuchern beginnen. Aber Wirkstoffgehalt ist eh nur gering, so eine große Bong gibt es gar nicht, als das man davon einen schönen Tag bekommen könnte. Was bei uns „läuft“, sind Erdnussbruch, Mehlwürmer, Haferflocken, Rosinen und Sonnenblumenkerne, allerdings nur ungeschälte … und Meisenknödel, wobei es da auch bessere und schlechtere gibt, und man sie gut festbinden muss, weil sonst der Specht sie an den Boden wirft.

Das alles darf aber auch nicht darüber hinwegtäuschen: Man erreicht mit Fütterung (und mit Nistkästen) nur einen Teil der Vogelpopulation, und da nicht unbedingt den, der es am nötigsten hat. Deswegen brauchen Vögel vor allem einen naturnahen Lebensraum, in dem sie alles Notwendige selbst finden können. Wir hoffen gerade, das in einer unserer wuchernden Hecken die Mönchsgrasmücke ihr schlampiges Nest baut - letzthin waren vier von ihnen am Vogelbad. Einer Mönchgrasmücke nützt auch der schönste Nistkasten nichts, sie braucht eine unordentliche, wilde, dichte Hecke.

Es gibt Horrormärchen, das in einem Garten mit Katze keine Vögel leben könnten - das kann ich übrigens dementieren. Wir hatten immer Katzen. Klar sind die Vögel darüber nicht begeistert, aber es hält sie nicht vom Fressen und Nisten und Vermehren ab. Selbst wenn der Kater auf der Bank gegenüber dem Futterhäuschen liegt. Ich glaube manchmal, sie lachen ihn heimlich aus, weil sie wissen, dass er gar nicht zu ihnen raufkommt … und er straft sie mit gelangweilter Missachtung, weil er weiß, dass sie wissen, dass er nicht zu ihnen raufkommt. Da sorgt die Krähe von gegenüber für mehr Aufruhr, wenn sie bei uns landet (und versucht, den Igeln das Futter zu klauen). Aber auch das ist Natur. Mehr Natur als in jedem Grün-kaputt-Garten mit sorgsam gestutzen Koniferen, raspelkurzem Rasen und Blumen, die keine Biene auch nur mit dem Arsch anschauen mag.

Liebe Grüße,
Max

Früher hatte man die Bef

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Servus,

ja, kann er. Hab ich auch in früheren Jahren, als ich finanziell noch ein bisselchen besser gestellt war, genommen - heute würde dieses doch recht teure Material das Budget für den Garten sprengen, bei dem ich die berühmte schwarze Null anstrebe.

Letztes Jahr im Herbst hab ich nicht so drauf geachtet - interessante Frage, ob bei ausgefallenen Weihnachtsmärkten und Weihnachten im kleinsten Kreis die Nachfrage nach Rindertalg eher nachlässt, weil weniger Christstollen gebraucht wird, oder eher zunimmt, weil mehr Christstollen im Haus und daher mehr nach traditioneller Rezeptur gebacken wird…

Aber gehen tut das für Meisenfuttertöpfe prima, das ist wahr.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

ich erlebe derzeit gerade sogar das Gegenteil. Durch meine Hühnerhaltung hatte sich in meinem vorher von sehr verschiedenen Vögeln bewohnten Garten ein Hausspatzenschwarm breit gemacht, der sehr viele andere Vögel vertrieben hat. Fand ich schade. Meine beiden alten Katzen erwischten keine Spatzen mehr. Im letzten Jahr sind die beiden Katzen gestorben und ich hab einen neuen, jungen Kater. Der hat den Hausspatzen am Hühnerstalleingang aufgelauert und ihnen diese Futterquelle sehr schnell madig gemacht. Jetzt sehe ich auch wieder Hänflinge im Garten und die Meisen haben einen bislang gemiedenen Nistkasten belegt.
Natürlich sind auch noch Hausspatzen da, aber in Maßen.
Vögel außerhalb des Hühnerstalls erwischt der Kater nur in absoluten Ausnahmefällen, ca. 2 pro Jahr - und ob die fit und gesund waren kann ich nicht beurteilen. Der Sperber erwischt hier weit mehr Vögel, der muss auch satt werden.

Gruß,
Paran

Servus,

das erinnert mich an länger vergangene Zeiten, als bei häufiger auftretender Tollwut Hunde- und Katzensperren verhängt wurden. Wir hatten damals einen Kater, der auf diese Weise die wichtige Lebensphase um ungefähr ein Jahr monatelang ausschließlich auf dem großen Dachboden des Hauses lebte, in dem wir wohnten. Zu diesem Dachboden gehörte auch, dass die zum Verstecken geeigneten düsteren Winkel oben lagen - der Kater gewöhnte sich daran, wenn ihm etwas nicht geheuer war, die Flucht nach oben anzutreten.

Und dann kam der Tag nach Aufhebung der Hunde- und Katzensperre, wo er nach dieser Existenz als Dachhase zum ersten Mal in den Garten kam. Sofort stürzten sich drei aufgeregt schimpfende Amseln auf ihn, er trat wie er es gelernt hatte in Panik die Flucht nach oben an, erwischte dabei allerdings eine Birke, die anders als der Dachboden das obere Ende erst ziemlich weit oben hatte.

Und saß dann unglücklich weinend in ungefähr sechs Meter Höhe in der Birke und wußte nicht, wie er da wieder runter kommen sollte. Zum Glück hatte ein guter Nachbar ein dito „Standing“ bei der freiwilligen Feuerwehr und barg das Tier schließlich…

Schöne Grüße

MM

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