Fragen zu MS

Hallo zusammen,

bei meiner Mutter besteht der Verdacht auf MS, soll demnächst abgeklärt werden. Ich habe mich versucht ein wenig zu beschäftigen, aber 2 Fragen beschäftigen mich doch. Vielleicht kann mir jemand helfen.

  1. Ist es möglich, dass MS erst mit 50 ausbricht? Normalerweise sagt man ja, es ginge zwischen 20 und 30 los.
  2. Wie sieht es mit der Vererbung aus? Bzw. kann man schon etwas feststellen, wenn noch keine Symptome da sind, ob man es vielleicht geerbt hat?

Danke im Voraus und viele Grüße,
On4wheels

Eine Multiple Sklerose kann auch in Alter von 50 Jahren und mehr noch „ausbrechen“. Allerdings ist natürlich immer schwer zu differenzieren, wann nun genau die Krankheit aktiv geworden ist. Oftmals gehen viele erst mit mäßigeren bis schweren Beschwerden zum Arzt.

Grundsätzlich wird heutzutage angenommen und ist z.T. auch wissenschaftlich udn empirisch belegt, dass die Multiple Sklerose aufgrund genetischer Defekte ensteht und auch vererbt werden kann.
Allerdings wird nur eine mögliche Anlage vererbt, irgendwann einmal eine Multiple Sklerose zu entwickeln. Selbst mit Veranlagung, muss man nicht krank werden. Es ist heutzutage noch nicht möglich, eine solche Veranlagung sicher festzustellen/nachzuweisen.

Hallo,

  1. Ist es möglich, dass MS erst mit 50 ausbricht?
    Normalerweise sagt man ja, es ginge zwischen 20 und 30 los.

Man nennt die MS auch die Krankheit mit den Tausend Gesichtern. Das bedeutet, dass es alle mögliche Variationen gibt. Die MS wird meistens zwischen 20 und 40 diagnostiziert.
Es gibt aber auch Kinder und Senioren, bei denen eine MS erstmalig diagnostiziert wird

  1. Wie sieht es mit der Vererbung aus? Bzw. kann man schon
    etwas feststellen, wenn noch keine Symptome da sind, ob man es
    vielleicht geerbt hat?

Die MS ist keine klassische Erbkrankheit. Was vererbt werden kann ist eine Veranlagung. Bei eineigen Zwilligen, d.h. gleiche Erbanlagen und gleiche Umgebung in der Kindheit liegt das Risiko bei 30 %, dass beide auch der zweite Zwilling an einer MS erkrankt.
Wenn ein Elternteil an MS erkrankt liegt das Risiko bei ca. 1 %.

Eine MS ist schwierig zu diagnostizieren. Theoretisch wäre es möglich an einem Gesunden ein MRT des Schädels zu machen, um zu sehen ob es Läsionen gibt, die sich noch nicht bemerkbar gemacht hätten, aber mir ist nicht bekannt, dass so was gemacht wird.
(Es gibt durchaus Fälle, in denen Neurologen kein MRT verordnen, obwohl es mehr als angebracht ist.)

Gruß
Carlos

Hallo,

  1. Ist es möglich, dass MS erst mit 50 ausbricht?
    Normalerweise sagt man ja, es ginge zwischen 20 und 30 los.

Ja sicher ist das möglich. Es stimmt zwar, dass bei den meisten die Krankheit in dem Alter diagnostiziert wird, das du schreibt - aber es gibt auch schon Kinder mit MS, ebenso wie ältere Menschen.

  1. Wie sieht es mit der Vererbung aus? Bzw. kann man schon
    etwas feststellen, wenn noch keine Symptome da sind, ob man es
    vielleicht geerbt hat?

Das weiß man noch nicht so genau. Die meines Wissens nach aktuellste Theorie ist, dass die MS durch mehrere Faktoren ausgelöst wird, von denen die Vererbung nur einer ist. Leider habe ich meine Bücher über MS gerade eingelagert und kann daher nicht nachsehen. Aber ich erinnere mich an so eine Statistik über Vererbung bei MS. Wenn bei einem Menschen, der einen eineiigen Zwilling hat, MS diagnostiziert wird, dann hat der andere Zwilling eine Erkrankungswahrscheinlichkeit von ca. 30%. Und das, obwohl er genau die gleichen Gene hat. Es müssen also außer der Vererbung auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Erstens. Und zweitens bist du ja nicht der Zwilling, sondern das Kind von deiner Mutter. Da ist das Erkrankungsrisiko noch einmal wesentlich geringer und liegt im niedrigen einstelligen Bereich. (Wie gesagt, das Buch ist eingelagert, sonst gäbe es die Zahlen genauer.)

Wie alt bist du? Man hat nämlich herausgefunden, dass das Erkrankungsrisiko geringer ist, wenn man bis zur Pubertät in einem warmen, sonnigen Land gelebt hat. Danach ist es relativ egal, wo man lebt.

Auch die Ernährung scheint eine Rolle zu spielen. Man sollte bei MS wenig rotes Fleisch, tierische Fette, Innereien zu sich nehmen, dafür mehr „gesunde“ Sachen. … Und es schadet ja bestimmt niemandem, sich so zu ernähren, MS hin oder her.

Einen Test zur Früherkennung, so wie du ihn dir vorstellst, gibt es soviel ich weiß noch nicht. Zum Glück, sonst müsste ein potentieller Arbeitgeber einem ja nur einmal Blut abnehmen, und schon könnte der feststellen, dass man MS hat!

Um dich weiter zu informieren, empfehle ich das Forum dieser Seite:
http://www.ms-lebensbaum.de
Außerdem http://www.dmsg.de
Dort solltest du aber nur lesen, es sind eine Menge Artikel verlinkt, und die sind auch immer über den neuesten Forschungsstand informiert. Das Forum kannst du dort aber vergessen; der Umgangston lässt sehr zu wünschen übrig.

Ach ja, wenn du eine wissenschaftliche Bibliothek in der Nähe hast, oder wenn du die Ausgabe von ca. EUR 40,- pro Band nicht scheust, empfehle ich dir die Thieme-Ratgeber zu MS. Es gibt da zwei verschiedene, und das ist alles wissenschaftlich fundiert.

Schöne Grüße

Petra