Fragen zu OP nach Sigmadivertikulitis

Hallo zusammen

Bei meinem Mann (58) wurde in letzter Woche eine Sigmadivertikulitis mit gedeckter Perforation diagnostiziert. Er wird noch antibiotisch behandelt und hat Nahrungskarenz.
In der kommenden Woche wird ihm ein Teil des Dickdarms entfernt (möglichst minimalinvasiv). Wir wissen, dass er zwei Tage danach auf der Intensivstation bleiben soll. Angeblich kann er fünf Tage nach der OP nach Hause.
Kann mir evtl jemand Erfahrungen mitteilen?
1.Wie sieht die Ernährung nach dem Klinikaufenthalt aus?
2.Wie fühlt man sich nach so einer OP ?
3.Folgen noch Nachuntersuchungen in Form von Sono oder Darmspiegelungen?
4.Wie lange darf nicht schwer gehoben werden?
5.Mit welcher Zeit der Arbeitsunfähigkeit post OP muss man bei körperlich anspruchsvoller Arbeit rechnen?
6.Welche Auswirkungen hat es, wenn ein Teil des Dickdarms entfernt wird?

Herzliche Grüße

Merline

Hallo, ich beantworte deine Fragen gerne.

1.Wie sieht die Ernährung nach dem Klinikaufenthalt aus?

Die Patienten werden mit der Kost stufenweise aufgebaut, dieser Verlauf gestlatet sich jedoch miest individuell. Begonnen wird mit Suppe am 1.postoperativen Tag, sodass eben die Anastomose, also die beiden Darmenden die zusammengenäht wurden, noch entlastet werden.
Weiter geht es dann im Verlauf mit Brei und weichen Sachen, wie Kartoffelpüree.
Ab dem 3. postoperativen Tag kann es oft schon so sein, dass unsere Patienten beispielsweise Weißbrot mit Konfitüre zum Frühstuck erhalten und die Kost auch Mittags und Abend gesteigert wird.

2.Wie fühlt man sich nach so einer OP ?

Die meisten Patienten verkraften diese OP sehr gut, insbesondere durch die minimal-invasive Technik gestaltet sich der Verlauf als recht problemfrei. Mobilisation vor das Bett ist meist am 1 postop. Tag ohne weiteres Möglich.

3.Folgen noch Nachuntersuchungen in Form von Sono oder
Darmspiegelungen?

Eine Coloskopie ist nicht notwendig im nahen Verlauf, meist passiert das ja schon im Vorraus zur genauen Diagnsotik. Ein Sono kann schon mal vorkommen, gerade bei laparoskopischen Eingriffen dient dies zur Kontrolle. ( Freie Flüssigkeit…etc. ) Ansonsten wird weiter nicht viel kommen in dem Krankenhausaufenthalt. Zeitnahe Laborkontrollen sind klar.

4.Wie lange darf nicht schwer gehoben werden?

Der Pat. sollte sich in jedem Fall eine ganze Weile körperlich schonen, 6 Wochen sollten es schon sein. Allerdings erweist sich das auch immer als individuell. 6 Wochen empfehlen unsere Chirurgen jedoch in den meisten Fällen als Mindestzeit.

5.Mit welcher Zeit der Arbeitsunfähigkeit post OP muss man bei
körperlich anspruchsvoller Arbeit rechnen?

Naja 4 Wochen werden es schon sein.

6.Welche Auswirkungen hat es, wenn ein Teil des Dickdarms
entfernt wird?
So gut wie keine in den meisten Fällen, sobald alles reizlos abgeheilt ist.

Viele Grüße,
Marc

Ich hatte im Dezember 2011 wegen einer Sigmadivertikulitis eine Rectosigmoidresektion. Bitte schreibe mich einfach an, wenn Du weitere Erfahrungen austauschen willst.

1.Wie sieht die Ernährung nach dem Klinikaufenthalt aus?

Heutzutage scheint das bevorzugt nach dem „Fast Track“-Verfahren zu laufen; ich habe 24 Stunden nach der OP schon „normal“ gegessen. Ich persönlich habe mich mit einer Ernährungsberatung auseinandergesetzt, aber eigentlich kann man ganz normale Vollkost essen. Manche Leute gehen davon aus, dass die Divertikelbildung durch zu eiweißreiche und zu ballaststofarme Ernährung gefördert wird.

2.Wie fühlt man sich nach so einer OP ?

Unmittelbar danach? Natürlich hat man Schmerzen und ist recht benommen - je schneller man aus dem Bett kommt und nach der OP so wenig wie möglich im Bett rumliegt; umso schneller geht es bergauf!

3.Folgen noch Nachuntersuchungen in Form von Sono oder
Darmspiegelungen?

Selbstverständlich!

4.Wie lange darf nicht schwer gehoben werden?

Da gibt es sicher Infos vom Arzt; Ich habe mich mit der Schlepperei 4 Wochen zurückgehalten, muss aber auch nicht körperlich schwer arbeiten.

5.Mit welcher Zeit der Arbeitsunfähigkeit post OP muss man bei
körperlich anspruchsvoller Arbeit rechnen?

Das sagt die Klinik und der Hausarzt; bis zu vier Wochen sind wahrscheinlich möglich.

6.Welche Auswirkungen hat es, wenn ein Teil des Dickdarms
entfernt wird?

Das ist nicht so einfach zu sagen; beim einen geht das „einfach so“ ohne Probleme; die anderen entwickeln Ihr Leben lang Probleme. Auch hier gilt: Genau zuhören beim Beratungsgespräch in der Klinik und auch nach der Klinkzeit die Dienste von Hausarzt und Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, insbesondere, wenn Dein Holder übergewichtig sein sollte.

Hallo Marc
Ich danke Dir sehr.
Bin zwar auch vom Fach, aber habe fast dreißig Jahre auf der Orthopädie gearbeitet. Habe da also keinerlei Erfahrungswerte. Und mit den OP´s aus meiner Ausbildungszeit ist das wohl nicht mehr vergleichbar :wink:
Hast mir echt geholfen!
Herzliche Grüße Merline

Hallo,

zu dem zweiten Beitrag möchte ich gerne nochwas sagen.

Es ist hier an der Tagesordnung nochmal das nachzuschreiben was ein Vorredner schon erläutert hat, trotzdem ist dieser Beitrag in meinen Augen nicht ganz korrekt. WAs absolut vergessen wird in dem Beitrag, es ist eine persönliche Meinung eines Patienten, hier sollte man wissen, dass sich diese Meinungenn weit fechern.

Beispielsweise redet er von einer Ernährungsberatung, diese ist nicht nötig und sind unnötige Kosten für Sie. Auch das es bei einigen Leuten zu lebenslangen Problemen kommen soll, ist sehr selten. Viel häufiger zu Problemen im Bezug auf das Essen kommt es bei einer Cholezystektomie ( Entfernung der Gallenblase ), jedoch deutlich seltener bei einer Sigmaresektion.

Auch das „selbstverständlich!“ im Bezug auf die Nachuntersuchung mit Coloskopie ist reiner Unsinn. Das ganze muss erst mal völlig abhelen, bestehen keine Probleme ist eine Coloskopie zeitnah sicher nicht erforderlich und wird auch nicht durchgeführt. Das mit dem Sono erläuterte ich bereits.

Klasse Ecki
Auch Dein Erfahrungsbericht hilft mir sehr.

Mein Mann wird morgen operiert.

Hab da noch ein winziges Problem. Eigentlich sollte ich in der nächsten Woche am Dienstag eine Reha antreten, zu der ich mich schon im Mai bei der Klinik angemeldet habe. Habe versucht dies zu verschieben. Laut der Rehaklinik könnte ich aber dann erst im nächsten Jahr anreisen. Bin aber gesundheitlich ziemlich angeschlagen, so das ich eigentlich ungerne bis zum kommenden Jahr warte. Aber momentan geht selbstverständlich die akute Sache mit meinem Mann vor.
Mein Mann ermutigt mich zwar die Reha anzutreten, aber ich mag ihn nicht alleine lassen. Sonntag soll er entlassen werden wenn alles glatt läuft. Natürlich ist jeder Krankheitsverlauf ganz individuell . Aber trotzdem hätte ich gerne von ehemaligen Patienten gehört ob man eine Woche nach solch einer OP alleine klar kommen kann. Er hätte immer Ansprechpartner in seinem Umfeld, abends könnte unsere Tochter nach ihm schauen und er brauchte sich nur um sich selbst kümmern. Keinerlei weitere Verpflichtungen.
Irgendwie sitze ich zwischen zwei Stühlen.

Hallo Marc
Natürlich hat Dein Einwand seine Berechtigung.
Mir persönlich war bei dem Beitrag schon klar, dass es sich um eine persönliche Meinung handelte. Aber Betroffene sind oft auch Fachleute auf Ihren Gebiet. Ich konnte schon filtern was für mich wichtig war. Über das „selbstverständlich“ bin ich zwar auch gestolpert, aber der Vorschreiber meinte es evtl. so das selbstverständlich Sonografie gemacht wird?
Mir hat der Beitrag von Ecki auch ein Stück geholfen.
Ihr seid alle klasse und ich bin froh hier Hilfe gefunden zu haben.