Hallo Angie,
wenn ich mich richtig erinnere hast du hier ja schon mal eine ähnliche Frage gestellt.
Mit einer „normalen“ Therapie meinst du wohl eine ambulante und in eine Klinik zu gehen, wäre für dich dann „unnormal“
)))
Den Gedanken kann ich zwar nachvollziehen, ist aber tatsächlich natürlich nicht so.
Ich kenne bestimmt ebenso viele Leute mit PTBS die eine ambulante Therapie machen oder gemacht haben(mich eingeschlossen), wie Leute die in eine Klinik gehen.
Und nach meiner! Beobachtung hat das nicht unbedingt immer etwas mit der „Schwere“ der Symtomatik zu tun, sondern hängt von den persönlichen Lebensumständen, Einstellungen und Möglichkeiten sich selbst stabil halten zu können ab.
Für einige ist Klinik etwas, wofür sie lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um dann intensiv an der Problematik zu arbeiten, für andere nur Notfallprogramm und Krisenintervention.
Vielleicht könnte man vorsichtig sagen, dass Menschen mit Familie, Partner, Kindern und/oder Job, die zeitlich und sozial fest eingebunden sind, sich eben da oft die nötige Stabilität holen und zwischen den Therapiestunden auftanken können, bzw. sich selbst nicht so in der Problematik verlieren(dürfen).
In eine Klinik zu gehen, ist ja immer auch mit organisatorischen Sachen verbunden: wer versorgt die Kinder, Hund, Katze, Maus, wie sage ich es meinem Chef, kann/will ich solange auf meine sozialen Bezüge/Freunde verzichten und so weiter…
und, was ich noch wichtiger finde:
kann ich mich auf eine Kliniksituation einlassen und will ich einen Bruch in meinem Alltagsablauf in Kauf nehmen.
Wenn deine Ärztin und Psychologin dir zu einem Klinikaufenthalt raten, hat das aber sicher Gründe, die du erfragen solltest.
Generell kann man ganz sicher NICHT sagen, dass PTBS(inklusive dem „ganzen Programm“, das damit einhergeht)nur stationär therapiert werden kann.
Zu der Therapierichtung kann ich nur für mich sprechen.
Ich finde die tiefenpsychologisch-analytische Herangehensweise sehr gut und für mich hilfreich, das ist aber nur meine persönliche Präferenz.
Aber vielleichet findet sich hier ja noch jemand, der zur Verhaltenstherapie etwas sagen kann.
Was genau meinst du mit „gewünschtem Effekt“, der eventuell bei der Verhaltenstherapie ausbleibt?
Vermutlich eine Milderung der Symtomatik, oder?
Kann aber durchaus sein, dass VT da schnell hilfreich ist und dass es das ist, was du im Moment brauchst.
Für eine dauerhafte Aufarbeitung und Integration braucht´s meiner Ansicht nach Zeit und ein „Gehen in die Tiefe“, ob das in der VT gemacht wird, weiß ich ehrlich gesagt überhaupt nicht.
Einen Wechsel „nur“ wegen der Therapierichtung solltest du dir meiner Meinung nach nicht antun, sondern dich zumindest da schon vorher festlegen.
Es dauert sowieso bis eine tragfähige therapeutische Beziehung aufgebaut ist und dann zu wechseln, weil sich herausstellt, dass die „Richtung“ nicht stimmt, halte ich für Zeitverschwendung.
Das sollte möglich sein, es vorab zu klären.
Alles Gute
Anna