Hallo,
so aus meiner Erinnerung an Tokyo noch folgende Hinweise:
- Alle Kreditkarten mitnehmen, die verfügbar sind. Mal klappt es mit der einen aus nicht unbedingt nachvollziehbaren Gründen nicht und dann ist es immer gut, eine Alternative zu haben. Reiseschecks sind als Reserve für den Notfall immer empfehlenswert, obwohl ich gerade in Tokyo so viel Probleme mit dem Einlösen gehabt habe, wie sonst noch nie. Eine Bank bat mich in die erste Etage in ein Beratungszimmer und wollte unbedingt eine vollständige Tokyoter Adresse inkl. Telefonnummer (habe mir dann eine ausgedacht).
Das U- und S-Banhsystem ist einerseits wunderbar, andererseits auch schwer zu beherrschen, da es unzählige Unternehmen gibt, die alle eigene Tarife und eigene Karten und Abwicklungsmodalitäten haben (nie voreilig ein Ticket wegwerfen, es wird oft zum Verlassen des Bahnhofs benötigt). An größeren Stationen unterhalten einzelne Betreiber oft eigene Teilbahnhöfe und man steht oft unvermittelt vor irgendwelchen Schranken. Wir mussten damals von unserem Wohnheim aus mit drei verschiedenen Unternehmen bis zur Uni fahren und dies macht die Sache nicht unbedingt billiger, da der Grundpreis natürlich auch für die kleinen Abschnitte immer wieder fällig wird. Außerdem sollte man sich in der Rushhour von den Bahnen besser fernhalten (Viehwagen, die Bänke werden hochgeklappt und dann wird es enger als in einer Sardinenbüchse). Unbedingt auch daran denken, dass in Tokyo die Bürgersteige Punkt 24:00 hochgeklappt werden (und dann brauchst du auch keinen Geldautomaten mehr, dann ist wirklich sowas von Feierabend) und dann viele Bahnen nicht mehr fahren (doch, doch, Tokyo ist schon Weltstadt, aber wer schon mal das zweifelhafte Vergnügen hatte, um kurz nach Mitternacht in einem Vorort gestrandet zu sein, weiß wovon ich rede). Außerdem auch immer an so genannte Express-Trains denken, die dann nur jede fünfte Haltestelle anfahren (wenn man eigentlich dazwischen aussteigen wollte, bekommt man eine gratis Stadtrundfahrt).
-Tokyo gilt nach London als die zweitteuerste Stadt 
Also nach allen mir vorliegenden Statistiken, hat Tokyo seit Jahren Platz 1, und das Geld rinnt einem wirklich so zwischen den Fingern weg.
Wieviel
Geld braucht man den als Tourist so am Tag? Mit EUR100.-/Tag
inkl Hotel kommt man wohl nicht aus.
Allein U- und S-Bahn, Getränkeautomaten (wir waren im September bei >40°C und >95% Luftfeuchtigkeit da und haben uns oft wirklich nur von Automat zu Automat bewegt) und Kleinkram haben uns schon Ende der 90er pro Tag rund EUR 50,-- gekostet. Essen hatten wir zum Glück in ausgezeichneter Qualität im Wohnheim. Außerhalb Essen ist purer Luxus, wenn man sich nicht gerade auf Nudelsuppe beschränkt. Ein kleines Steak und ein Bier im Royal Host (einfache Steakhouse-Kette) hat uns damals schon pro Nase rund EUR 40,-- gekostet und eine kleine Portion Sushi im Kaufhaus oder einem kleinen Hinterhof-Restaurant lag auch immer schnell bei jenseits EUR 30,–. Richtig komplett auswärts Essen mit allem Drum und dran in einem etwas schickeren Laden kostet ein Vermögen (wir waren einen Abend in ein ehemaliges Sumo-Trainingslager eingeladen und haben lecker Sashimi, Tempura und die Speise der Sumo-Ringer (ähnlich wie Fondue, also auch eher gute Hausmannskost und keine Sterneküche) gegessen und dazu Sake und Bier in ausreichenden Mengen getrunken, der Abend soll angeblich pro Nase rund EUR 150,-- gekostet haben.
Kennt jemand die
Jugendherberge dort? Kann man da auch reservieren? Eigentlich
brauch ich kein großartiges Hotelzimmer, auch wenn ein
Einzelzimmer natürlich schon super wäre wenn es denn bezahlbar
ist. Größe:Mini(5qm+Dusche) und Sauberkeit:sauber reichen mir.
Wir haben damals recht weit draußen in einem Wohnheim von Toyota gewohnt und die Zimmer waren für Tokyo angeblich recht ordentlich, aber an die Dusche und das Waschbecken im Schrank konnte ich mich nicht so ganz gewöhnen (WC auf dem Flur). Diese Zimmer kamen etwa auf 5m². Ansonsten haben wir bei Ausflügen immer nach einem günstigen Ryokan geschaut, wo man auch Gemeinschaftszimmer (typisch traditionell japanisch nur mit Tatami-Matte auf dem Boden) recht günstig bekommt. Sicherheit ist in Japan kein Problem, daher durchaus empfehlenswert.
-Was kosten Flüge? Preise schwanken zwischen EUR600.-
(ltur.de) und tausenden von Euros (lufthansa.de)! Was ist den
realistisch?
Wir sind damals mit der ANA geflogen und fanden das Preis-Leistungsverhältnis wirklich gut. Und obwohl die ANA die zweitgrößte japanische Airline ist, haben wir sie erst nach einigem Suchen überhaupt angeboten bekommen, also ggf. noch mal schauen.
-was ist mit Stäbchenessen? das kann ich definitiv nicht.
Sollte ich mir eine Gabel einpacken und mitnehmen 
Bei uns im Wohnheim war es damals so, dass die ganzen Einheimischen fröhlich schmatzend und schlüfend mit Messer und Gabel am Tisch saßen und wir beinahe die einzigen waren, die die Stäbchen nutzten. Aber es geht dabei natürlich um eine Kulturfähigkeit, die man sich recht schnell aneignen kann und auch sollte, denn es zeigt, dass man zumindest bemüht ist, sich den Landessitten anzupassen, und das kommt immer gut. Ansonsten findest du aber in jedem Restaurant auch Messer und Gabel.
-mein Triband-Handy werde ich wohl benutzen können, oder? Kann
man da für wenig Geld eine SIM-Karte kaufen/leihen/PrePaiden?
Will nicht großartig telefonieren, aber wenn man seine
Begleitung verliert…
Zum Thema Telefon noch soviel, dass diese tollen Prepaidkarten mit Code für die öffentlichen Fernsprecher ein Fluch sein können. Schon mal fehlerfrei und ohne Editiermöglichkeit die Nummer des Anbieters, 20 Stellen Code und dann noch die internationale Telefonnummer gewählt?
Gruß vom Wiz, der trotz der Kosten auch auf jeden Fall ganz dringend mal wieder hin möchte