Hallo Uwe,
hier ein paar Antworten:
Frage 1: warum kommt eigentlich aus der Steckdose kein Gleich-
sondern Wechselstrom?
Das ist technisch sinnvoll, weil 1. sich Wechselstrom sehr leicht transformieren läßt 2. sich leichter Schalten läßt, wegen geringerer Lichtbogenbildung und 3. der Betrieb großer Drehstrommotoren besonders einfach ist.
Bis in die 20-er Jahre gab es aber auch Gleichspannungsnetze in Deutschland
Frage 2: Das Prinzip von Stromkreisläufen ist mir klar. Wenn
auf dem „Nullleiter“ keine Spannung anliegt, also auch keine
dem Wechselstromsignal komplementäre, was passiert dann mit
dem Strom, sobald er den Verbraucher durchflossen hat und
wieder in den Nulleiter zurückströmt? Läuft er sich in der
Nullleitung irgendwann tot? Was passiert mit den ganzen
Ein Stromkreis ist grundsätzlich immer geschlossen, auch wenn das manchmal nicht offensichtlich ist. Der Strom des Nulleiters strömt genau dahin zurück, wo der Strom aus der Phase herkommt, nähmlich zum nächsten Trafo bzw. zum Generator
unterschiedlichen Phasen, die gleichzeitig im Nulleiter
zurücklaufen? Heben die sich, da sie natürlich aus
verschiedenen Haushalten der unterschiedlichen Leitungslängen
wegen gegeneinander versetzt hineinfließen, nicht zum großen
Teil gegenseitig auf?
Im Idealfall heben sie sich auf. Symmetrische Drehstromverbraucher, z.B. Motoren brauchen prinzipiell keinen Nulleiter. Dasselbe gilt natürlich auch, wenn der Verbraucher zwischen zwei Phasen mit 400 Volt betrieben wird. Bei Dreieckschaltung gibt es sowieso keinen Nulleiter.
Im 230V-Netz heben sie sich natürlich nie ganz auf. Der verbleibende Strom fließt dann ganz normal über den Nulleiter zurück.
Frage 3: warum ist auf dem Nullleiter kein Strom, wenn doch
andere Haushalte diesen gerade mit Strom beschicken? Wie ist
das innerhalb eines Haushaltes? Sobald ein Verbraucher
betrieben wird, müßte doch der gesamte Nullleiter des
Haushaltes Srom führen (die laufen doch alle zusammen), oder
sehe ich das falsch?
Es ist Strom auf dem Nulleiter, aber keine Spannung. Das merkst Du daran, daß der FI-Schalter (manchmal) abschaltet, wenn Du den Nulleiter mit dem Schutzleiter verbindest, selbst wenn die Sicherung für diesen Stromkreis abgeschaltet ist. Da der Nulleiter sehr niederohmig ist, kann der Strom gut abfließen und es kann sich keine nennenswerte Spannung bilden
Ich hoffe das erklärt erst mal das gröbste
Jörg