Hallo
Ich habe das Kuriosum geschafft, mitten im Dezember einen Zeckenstich einzufangen. Die Klimaerwärmung lässt grüssen. Gemerkt habe ich es heute nachmittag in einer Umkleidekabine; da war sie vermutlich schon über 12 Stunden auf mir (–> Zeitpunkt des letzten intensiven Schmusens mit der Katze). Ich marschierte in die nächste Apotheke, wo man mir mit Pinzetten zu Leibe rückte. Trotz fachmännischer Anleitung passierte genau das, was nicht sollte: Sie mussten mehrmals neu ansetzen und rissen am Ende trotzdem den Kopf ab, der nun immer noch - natürlich schon desinfiziert - in meinem Arm steckt.
Ich hatte schon mehrmals und jeweils folgenlos Zechenstiche, bin gut informiert, weiss, worauf ich in den nächsten Tagen/Wochen achten muss, und betrachte daher einen Stich nicht grundsätzlich als grosses Unglück. Fragen habe ich diesmal trotzdem, zumal ich sonst die Zecke immer nach wenigen Stunden entdeckt hatte und sie komplett rausziehen konnte:
-
Ich nehme an, dass ein gesundes Immunsystem eine Borreliose häufig abblocken kann, so dass etliche Leute, die von einer Borreliose-tragenden Zecke gestochen wurden, trotzdem nicht erkranken? Ist somit mein Risiko an Borreliose zu erkranken aktuell höher als normal, da ich seit bald drei Wochen mit einem heftigen viralen Infekt mehr oder weniger das Bett hüte (immer vorausgesetzt, die Zecke war Trägerin)?
-
Trifft es zu, dass der Impfschutz der FSME-Impfung bereits nach der zweiten Impfung besteht? Die dritte wird bei mir erst anfangs Frühjahr fällig. Ich wohne an der Grenze zu einem Risikogebiet und muss auch bezüglich FSME davon ausgehen, dass mein Immunsystem momentan wenig Gegenwehr leisten könnte.
Es grüsst
Alusru
Hallo,
…und schildere ihm die Problematik, da Du genau in das Schema passt, in dem die Zecken die meisten Keime haben übertragen können.
Lasse den Zeckenkopf entfernen und da wird wohl eine Blutuntersuchung fällig werden.
Gruß
Maja
Hallo Alusru,
- Ich nehme an, dass ein gesundes Immunsystem eine Borreliose
häufig abblocken kann, so dass etliche Leute, die von einer
Borreliose-tragenden Zecke gestochen wurden, trotzdem nicht
erkranken? Ist somit mein Risiko an Borreliose zu erkranken
aktuell höher als normal, da ich seit bald drei Wochen mit
einem heftigen viralen Infekt mehr oder weniger das Bett hüte
(immer vorausgesetzt, die Zecke war Trägerin)?
Die Erreger der Lyme-Borreliose können grundsätzlich auch übertragen werden ohne dass unmittelbar (Tage, Wochen oder Monate nach dem Biss) eine Symptomatik auftritt.
Die Symptomatiken sind zudem sehr wechselhaft (Schmerzen in Knie und Hüftgelenken, Abgeschlagenheit u.v.m) und können auch Jahre nach dem Biss erst auftreten.
Klarheit gibt eine Blutanalyse, die Du auf jeden Fall bei einem Arzt
vornehmen lassen solltest.
FSME ist seltener - aber besser auch hier eine Vorsorge treffen.
Wenn die Stelle sich rötet (Kreisförmig größer werdend), dann ist das ein Zeichen für Borreliose.
- Trifft es zu, dass der Impfschutz der FSME-Impfung bereits
nach der zweiten Impfung besteht? Die dritte wird bei mir erst
anfangs Frühjahr fällig. Ich wohne an der Grenze zu einem
Risikogebiet und muss auch bezüglich FSME davon ausgehen, dass
mein Immunsystem momentan wenig Gegenwehr leisten könnte.
Das kann ich nun so nicht beantworten - ich könnte mir vorstellen, dass
man nach zwei Impfungen genug Antikörper besitzt - weiß es aber nicht genau.
Wie schon gesagt: kläre das lieber mit Deinem Arzt - am besten sobald als möglich.
Liebe Grüße
Hagen
Hallo Alusru,
auch meine Meinung: Zum Arzt.
Aber wenn nun direkt nach einer Blutuntersuchung ein Negativergebnis sich herausstellt- unbedingt nach einem gewissen Zeitraum, ca. 3 Wochen nochmal testen, denn wenn Erreger (Borrelien) vorhanden sind, sind sie nicht sofort direkt im Blut nachzuweisen.
Viele Grüße,
Spotvolta
Hallo Ursula,
mal eben eine Frage offtopic: Hast du dir die Zecke in der Apotheke entfernen lassen?
Neugierig
Caroline
Hallo Andrea
Falls ein Verdacht zurückbleibt:
http://www.zeckenliga.ch/
Freundliche Grüsse
Rolf
Tel. mit Hausarzt und FSME-Impfschutz
Hallo allerseits
Danke für die Antworten.
Ich habe eben bei meinem Hausarzt angerufen. Seine Assistentin sagte, nach der zweiten FSME-Impfung bestehe ein Impfschutz von ca. 70-80%. Die Stelle soll ich gut beobachten; Vorbeikommen sei nur nötig, wenn sich eine Rötung entwickle. Das habe ich mir gedacht, hierzulande wird das so gehandhabt. Jedenfalls kenne ich niemanden, dem je vorsorglich nach einem Zeckenbiss, ohne Symptome, Blut abgenommen wurde für einen Test.
Ich habe nun aber ohnehin einen Termin morgen, wegen meinem seit bald drei Wochen andauernden Infekt, da werde ich dem Arzt meinen Arm auf jeden Fall auch noch kurz zeigen.
Gruss
Ursula
Apotheke (leicht oT)
Hallo Caroline,
ja, ich habe sie dort entfernen lassen; es war ohnehin eine Stelle am Oberarm, wo ich selber schlecht hinkam, und ich war weit weg von zuhause. Aber auch „Fachleute“ können halt mal Pech haben, und das Viech hat sich wirklich aussergewöhnlich stark festgeklammert. Ganz abgesehen davon, dass sie nicht wirklich Erfahrung hatten in Zeckenentfernung - ich musste ihnen sagen, wie sie es tun sollten 
Gruss
Ursula
Hallo Ursula,
um ehrlich zu sein, ich finde es unverantwortlich, dass Mitarbeiter der Apotheke deine Zecke entfernt haben. Ich würde die Verantwortung nicht übernehmen wollen, wenn es bei oder nach der Entfernung durch steckengebliebenen Kopf oder Sonstiges zu Komplikationen kommt.
Apothekenmitarbeiter, egal ob Apotheker, PTA oder PKA sind dafür einfach nicht ausgebildet.
Schuster bleib bei deinem Leisten.
Ich hoffe sehr für dich, dass dir beim Arzt geholfen werden kann. Ich würde in jedem Fall versuchen, eine Blutuntersuchung durchzusetzen.
Viel Glück
wünscht Caroline
1 „Gefällt mir“
Hallo Ursula,
um ehrlich zu sein, ich finde es unverantwortlich, dass
Mitarbeiter der Apotheke deine Zecke entfernt haben.
Hi carolinchen!
Mit meiner ersten Zecke bei meiner Tochter war ich bei der Hausärztin.
es war wohl ihre erste Zecke 
Das erinnerte an „learning by doing“
ich habe die zweite Zecke von einem Arbeitskollegen entfernen lassen. Rettungssanitäter - geile Sache!!!
zu dem vorgelegten Fall:
Was wäre die Alternative gewesen? „Wir haben hier ein Telefon - bitte vereinbaren Sie einen Termin bei einem Hautarzt. Die sechs Wochen Wartezeit überstehen Sie auch“
oder
„Gehen Sie sofort in die Notaufnahme des Krankenhauses-. Dort könnten Sie dann das Glück haben, auf einen Arzt zu treffen, der das Ding rauszuholen kann“ ?
Hallo Caroline
Ich sehe das nicht weiter tragisch. Ich behaupte mal, dass beispielsweise ich selber als am Waldrand lebende früher Hunde- und aktuell Katzenbesitzerin bedeutend mehr Erfahrung in Zeckenentfernung habe (denn ob am Tier oder am Menschen kommt punkto „Technik“ aufs selbe heraus) als so mancher Arzt. Meine beiden früheren Zecken habe ich selber entfernt, an die gestern kam ich aber nicht gut ran und hatte auch kein geeignetes Werkzeug zur Hand.
Liebe Grüsse
Ursula
Hallo Ayla, hallo Ursula,
ich kann für mich persönlich sagen, dass ich zwar Pharmazeutin bin und auch als Apothekerin in einer Apotheke arbeite, aber erst einmal in meinem Leben eine Zecke entfernt habe. Und die krabbelte noch und zwar am Hals meines Sohnes. Da habe ich dann als Mutter gehandelt.
Im Frühjahr zeigte mir eine ältere Dame in der Apotheke ihre Zecke an der Schulter und bat mich diese doch zu entfernen, weil ich das doch können müßte ( ich hatte ja schliesslich einen weißen Kittel an ). Ich gab ihr freundlichst den Tipp, zum Arzt um die Ecke zu gehen, auch wenn es nicht ihr Hausarzt sei. Sie hätte auch, samstags zum Beispiel, in die Notfallpraxis des Krankenhauses gehen können. Dort kann man dann auch gleich handeln, falls der Kopf steckenbleibt.
Versteht mich nicht falsch, das sollte keine Unfreundlichkeit sein. Aber falls es zu Komplikationen kommen sollte, kann der Apotheker haftbar gemacht werden.
So long, liebe Grüße
Caroline
1 „Gefällt mir“