Fragen zum Katzenverhalten

Hallo!

Bei mir wohnen seit geraumer zeit 2 Katzen. Sie kommen von 2 getrennten Bauernhöfen.
Als wir sie bekamen waren sie beide sehr scheu und liessen sich nicht wirklich anfassen, geschweige denn hochnehmen, versteckten sich die ersten Wochen nur unter Sofas und Co. Ich habe einfach abgewartet und mit ihnen geredet und ihnen Zeit gegeben - das hat gewirkt.

Mit der Zeit kamen sie immer mehr raus, so dass sie jetzt, wenn nur vertraute 2-3 Personen da sind, auch durch die Gegend laufen, zum Streicheln kommen etc. Sie lassen sich von mir auch mal kurz hochnehmen - mögen es nicht sonderlich gerne, aber ab und an tue ich es, um ihnen zu zeigen, dass es nicht schlimm ist, damit die Fahrt zum Tierarzt nicht so ein Kampf ist -

Kommen sie vom Tierarzt zurück sind sie zB immer erst mal 2 Tage unter dem Sofa und wieder ziemlich scheu.

Meine Frage nun:

Sie kommen und fordern Streicheleinheiten ein, in dem sie an der Hand entlang laufen. Sie springen auch schon mal aufs Sofa, wenn ich drauf liege und machen es sich an meinen Beinen bequem.
Allerdings fordern sie das Streicheln immer so ein, dass es tierisch unbequem ist- sitzen auf den Füssen (man muss sich aufsetzen) oder auf dem Boden, so dass man hingehen muss. Ignoriert man sie fangen sie an, sich auf dem Boden zu wälzen und zu schnurren - als würden sie betteln :wink:

Nun ist das alles nicht „schlimm“. Dennoch würde ich gern wissen, ob es den einen oder anderen Trick gibt, sie eben noch einen Tacken zutraulicher zu machen. Wohlbemerkt nicht, um eine Schmusekatze aus ihnen zu machen, sondern einfach um sie, wenn es nötig ist, hochnehmen zu können und in den Korb setzen zu können ohne dass sie total in Panik geraten. Sie lassen sich ja durchaus auf dem Boden sogar im Liegen kraulen.
Hat es ausserdem einen Sinn, sie nur zu streicheln, wenn sie wirklich dafür ankommen - oder ihnen vermehrt nur Leckerchen auf dem Schoss zu geben? Einfach, damit sie auch ihre Schmuserationen bekommen, ohne dass ich auf dem Boden sitzen muss :wink:

Vielleicht hat jemand von euch einen Tip. Mir ist klar, dass es eben Katzen sind und beide ihren eigenen Kopf haben und den auch behalten dürfen - es geht mehr darum, es ihnen ein wenig angenehmer auf die Dauer zu mache - denn dass Tierarztbesuche sein müssen wissen sie ja nicht, genausowenig, dass ich nicht die nächsten 15 Jahre zum Streicheln auf den Boden kommen mag :wink:

Liebe Grüsse,
Winter

Hallo,

ich habe seit 1999 2 Kater, die von einer wilden Mutter stammen und mit ca. 5 Monaten eingefangen wurden. Die zeitliche Abfolge war ungefähr so:

1 Woche: Kater schauen unter dem Bett hervor
2 Wochen: erstmals mit der Spielangel gespielt, die ich halte
4 Wochen: das erste Leckerli aus der Hand genommen
6-8 Wochen: erster Körperkontakt
6 Monate: lassen sich streicheln, bleiben aber auf Abstand
1 Jahr: Kater 1 sitzt neben mir auf dem Sofa
3 Jahre: Kater 2 sitzt mit auf dem Sofa, Kater 1 sitzt auf dem Schoß, wenn ich eine Decke über den Knien habe. Kater 1 kann hochgehoben werden, aber nicht festgehalten
6 Jahre: beide Kater kommen auf den Schoß, Nr. 1 fast immer, wenn ich mit einer Decke da sitze, Nr. 2 gelegentlich

Auch jetzt ist immer noch Bewegung drin, ich bin daher gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren noch entwickelt. Haben die Katzen in der wichtigen Prägephase keinen oder zumindest keinen positiven Menschenkontakt gehabt, werden sie nicht so zutraulich wie sonst. Die letzte Grenze ist meist das Hochheben und Festhalten. Der positive Aspekt solcher Katzen: sie sind nicht so aufdringlich, wie sehr zahme Katzen das manchmal sein können.

Gruß,

Myriam

Hi,
ich schließe mich da dem letzten SChreiber an - Zeit geben. Ich habe jetzt seit 3 Jahren eine anfangs extrem scheue Katze, mittlerweile kann ich sie mal so 10 Sekunden hoch heben bevor sie wieder runter will und es tut sich immer wieder etwas in der Entwicklung. Die Entwicklung ist da nie abgeschlossen und ich glaube außer nett sein, streicheln, sie respektieren und füttern kannst Du nichts machen außer abwarten.
Grüsse
Susanne

Hallo Winter,

auch ich möchte mich den beiden Vorschreiberinnen anschließen.

Lass den beiden Zeit und erzwinge nichts. Nimm sie so , wie sie eben sind, und sei nicht allzu enttäuscht, wenn sie nicht so zutraulich werden wie Katzen, die in der entscheidenden Prägephase mit Menschen zusammengelebt haben.

Ich selbst habe hier zwei pelzige Mitbewohner, welche beide in zarten Alter und mit unguter Vorgeschichte behaftet zu mir gekommen sind; beide sind nunmehr zwölf und der eine liegt in diesem Moment auf meinem Schoß und versucht, hier ebenfalls seinen Senf dazuzugeben, die andere aber lässt sich bis heute höchstens einmal im Vorbeigen streicheln.

Schnurrige Grüße

=^…^=
Katze

Danke
Noch ohne die anderen Antworten gelesen zu haben dir schon mal ein dickes Danke - das gibt mir Hoffnung und ich bleib einfach dran und fahre weiter die Methode Geduld-und-Leckerchen. War wirklich eine kurze, knappe, sehr hilfreiche Antwort :smile:

Gruss,
Winter

Okok
Auch euch beiden noch ein liebes Danke für eure Antworten. Hat mir gut getan, mich nun noch mal zu vergewissern, dass das alles so ok ist und wir drei einfach in unserem Tempo weiter machen können :smile:

(Nebenbei - ich find´s göttlich, wenn eine von beiden sich manchmal selbst überrascht weil sie irgendwas sehr vertrauensseliges tut und sich dann über sich selbst erschrickt :wink: )

Liebe Grüsse, natürlich auch an eure Schnurrekatzen -

Winter

Hallo Winter,

(Nebenbei - ich find´s göttlich, wenn eine von beiden sich
manchmal selbst überrascht weil sie irgendwas sehr
vertrauensseliges tut und sich dann über sich selbst
erschrickt :wink: )

Jetzt, da es wieder kalt wird, findet sich unsere ‚Wildkatze‘ öfter des Nachts in einem unserer Betten ein - immer mit dem Rücken zu uns liegend, und wehe, jemand tut kund, dass er ihre Anwesenheit bemerkt hat… :smile:

Liebe Grüsse, natürlich auch an eure Schnurrekatzen -

Ebenso!

=^…^=
Katze