Fragen zur Baufinanzierung

Hallo zusammen,

jetzt hat es mich also auch erwischt, und in den nächsten Wochen muss ich mich jetzt mal um eine Baufinanzierung kümmern. Da gehen mir jetzt so einige Dinge durch den Kopf, nachdem ich hier so einige Einträge durchgelesen habe.

  1. Es wird hier immer von Zinsdifferenzgeschäften abgeraten, wenn man die Immobilie selbst nutzt. Nun habe ich aber schon vor einigen Jahren als sicher bessere Alternative zu einem BSV eine zusätzliche Lebensversicherung zu genau diesem Zweck abgeschlossen, weil damals nur klar war, dass ich irgendwann einmal eine Immobilie erwerben möchte, es sonst aber keine Eckdaten gab. Da frage ich mich jetzt natürlich, ob ich die KLV jetzt lieber als zusätzliche Altersvorsorge stehen lasse, oder ob es bei einer schon vorhandenen und über drei Jahre angesparten KLV dann nicht doch sinnig ist, diese zu verwenden.

  2. Wird hier - wie auch andernorts - immer wieder zu „tilgen, tilgen, tilgen“ geraten, was sicher sinnig für Leute ist, die später mal nur eine schmale Pension haben, und dann natürlich ihre Hütte abbezahlt haben sollten. Bei uns sieht die Sache anders aus, es stehen in den nächsten Jahren zwei größere Erbschaften an, und da wird es uns dann später nicht so kneifen. Aufgrund eines mehr als überdurchschnittlichen momentanen Familieneinkommens könnten wir natürlich auch recht hoch tilgen, andererseits wäre mir der aktuelle monatliche finanzielle Spielraum es schon wert, der Bank die Zinsen hierfür zu schenken. Außerdem weiß man ja nie, wie es einkommensmäßig weitergeht, und da man die monatliche Belastung ja nicht so von heute auf morgen kostenfrei ändern kann, will man natürlich nur eine Belastung, die man auch im worst case so halten könnte. Gibt es außer dem Argument niedrigerer Finanzierungskosten und Ende der Finanzierung vor Pensionsgrenze (kenne beide und ignoriere sie bewußt) noch Dinge, die für eine hohe Tilgung sprechen würden?

  3. Ich bin ja auch kein Freund von BSV, aber wenn man sich die momentane Zinsentwicklung anschaut, dann muss man ja wohl davon ausgehen, dass zu Ende eines heute auf 15 Jahre angelegten Hypothekendarlehens die Zinsen deutlich höher als heute sein dürften und sich dann für die Anschlussfinanzierung ein zwischenzeitlich angesparter BSV vielleicht doch wieder lohnen könnte. Welche Alternativen bestehen für die Anschlussfinanzierung unter der Maßgabe dann deutlcih höherer Zinsen?

Gruß vom Wiz

Hallo WIZ

  1. Es wird hier immer von Zinsdifferenzgeschäften abgeraten,
    wenn man die Immobilie selbst nutzt. Nun habe ich aber schon
    vor einigen Jahren als sicher bessere Alternative zu einem BSV
    eine zusätzliche Lebensversicherung zu genau diesem Zweck
    abgeschlossen, weil damals nur klar war, dass ich irgendwann
    einmal eine Immobilie erwerben möchte, es sonst aber keine
    Eckdaten gab. Da frage ich mich jetzt natürlich, ob ich die
    KLV jetzt lieber als zusätzliche Altersvorsorge stehen lasse,
    oder ob es bei einer schon vorhandenen und über drei Jahre
    angesparten KLV dann nicht doch sinnig ist, diese zu
    verwenden.

Laß mich raten, Allfinanz mit nem Beraterspruch wie: Nie mehr Miete zahlen.

Aber lassen wir das. Es kommt lediglich darauf an, wie die Hypothekenbank, deine Lebensversicherung bewertet und diese als Tilgungsaussetzung akzeptiert. Bzw. wie die Konditionen der KLV-Gesellschaft für ein Hypothekendarlehen im erststelligen Bereich sind. Beleihungsgrenze, Zinssatz, (ist eine ausreichende Summe vereinbart? Es lohnt nämlich nicht 30.000 als Tilgungsaussetzung einzusetzen, wenn die 1. Hyp 100.000 sein soll.)

  1. Wird hier - wie auch andernorts - immer wieder zu „tilgen,
    tilgen, tilgen“ geraten, was sicher sinnig für Leute ist, die
    später mal nur eine schmale Pension haben, und dann natürlich
    ihre Hütte abbezahlt haben sollten.

Das ist nicht das Ding. Beachte bitte den Kapitalfluß. Wenn du 100 aufnimmst, zahlst du nach 30 Jahren ca. 300 zurück. Je schneller du also zurückzahlst, desto weniger zahlst du insgesamt für das Haus. Nach 20 jahren Laufzeit sind es ca. 250.

Bei uns sieht die Sache

anders aus, es stehen in den nächsten Jahren zwei größere
Erbschaften an, und da wird es uns dann später nicht so
kneifen. Aufgrund eines mehr als überdurchschnittlichen
momentanen Familieneinkommens könnten wir natürlich auch recht
hoch tilgen, andererseits wäre mir der aktuelle monatliche
finanzielle Spielraum es schon wert, der Bank die Zinsen
hierfür zu schenken. Außerdem weiß man ja nie, wie es
einkommensmäßig weitergeht, und da man die monatliche
Belastung ja nicht so von heute auf morgen kostenfrei ändern
kann, will man natürlich nur eine Belastung, die man auch im
worst case so halten könnte. Gibt es außer dem Argument
niedrigerer Finanzierungskosten und Ende der Finanzierung vor
Pensionsgrenze (kenne beide und ignoriere sie bewußt) noch
Dinge, die für eine hohe Tilgung sprechen würden?

Hier würde ich auf jedenfall empfehlen, Zwischentilgungen in der Höhe der zu erwartenden zahlungen zu vereinbaren! Dann brauchst du dir auch über die WorstCase Belastungen keine Gedanken zu machen. Bei einer Restschuld von ca. 30% des Wertes kannst du umschulden wie du lustig bist, um eine passende mtl. Belastung zu finden.

  1. Ich bin ja auch kein Freund von BSV, aber wenn man sich die
    momentane Zinsentwicklung anschaut, dann muss man ja wohl
    davon ausgehen, dass zu Ende eines heute auf 15 Jahre
    angelegten Hypothekendarlehens die Zinsen deutlich höher als
    heute sein dürften und sich dann für die Anschlussfinanzierung
    ein zwischenzeitlich angesparter BSV vielleicht doch wieder
    lohnen könnte. Welche Alternativen bestehen für die
    Anschlussfinanzierung unter der Maßgabe dann deutlcih höherer
    Zinsen?

Mit dem Argument habe ich vor 8 jahren auch finazierungen verkauft. die Zeit strafte mich Lügen. Es kann so und es kann so kommen. Deswegen heute die Tilgung so hoch wie möglich, bei dem jetzigen günstigen zinssatz so lange wie möglich binden (frage nach 18 oder 20 Jahren, wird nicht offiziell angeboten, gibt es aber.) so hoch wie möglich zwischentilgen, dann kann es dir egal sein wie hoch die Zinsen in 15 jahren sind.

Gruss
vom Winkel

Gibt es außer dem Argument
niedrigerer Finanzierungskosten und Ende der Finanzierung vor
Pensionsgrenze (kenne beide und ignoriere sie bewußt) noch
Dinge, die für eine hohe Tilgung sprechen würden?

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Welche Alternativen bestehen für die Anschlussfinanzierung :unter der Maßgabe dann deutlich höherer Zinsen?

Hallo,

Du machst Dir Sorgen über die Anschlußfinanzierung. Das sollte Grund genug sein, mit möglichst hohem Eigenkapital und möglichst hoher Tilgung zu finanzieren. Langfristige Darlehensverträge und ihre Bedienung können von allen möglichen Lebensrisiken beeinflußt werden. Es kann eben niemand in die Zukunft sehen. So wird aus der sehr sicheren Geldanlage, die eine Immobilie nun einmal ist, im Grunde eine unkalkulierbare Sache. Manches Doppelverdienerpaar kommt nach einer Trennung schnell auf Normalmaß. Mancher, der schon mit einem Erbe des 75-jährigen Erblassers rechnet, erlebt, wie ein Menschenleben auch weit über 90 Jahre dauern kann, wie der Greis noch einmal heiratet oder sein Vermögen rechtzeitig verjubelt. Mancher in Saft und Kraft stehende Mensch erlebt, wie ihn ein Unfall an die Armutsgrenze wirft. Das sind nur wenige Beispiele aus einer beliebig bunten Vielzahl der Möglichkeiten geringfügiger Zwischenfälle, die ach so sichere Planungen zu Makulatur werden lassen.

Hinzu kommt, daß Eigentum unabhängig macht, z. B. unabhängig von Vermietern und Verwaltern. Wenn es einmal richtig eng wird (wer behauptet, das könne ihm nicht passieren, hat das Leben noch nicht kennen gelernt), kann auch eine noch so gut abgesicherte Bank richtig pissig werden. Dann mußt Du Dir von so einem angestellten 2500-Euro-Piefke der Bank Dinge sagen lassen, für die Du ihn sonst ungespitzt in den Boden rammen würdest.

Vor diesem Hintergrund halte ich es unter keinen Umständen für klug, der Bank den 2 oder 3fachen Preis der selbstgenutzten Immobilie in den Rachen zu werfen, wenn es auch irgend anders geht.

Deine KLV solltest Du für die Finanzierung der selbst genutzten Immobilie getrost vergessen. Modelle mit tilgungsfreiem Kredit, der irgendwann über die fällige KLV bezahlt wird, rechnen sich - wenn überhaupt - über steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, die nur Selbständige haben. Die KLV ist mit 3 Jahren noch sehr jung. Noch ließe sich der Verlust in erträglichen Grenzen halten, wenn man diese undurchsichtige Verquickung zweier völlig unterschiedlicher Aufgaben, nämlich Lebensversicherung und Kapitalbildung, schlicht kündigt und den kümmerlichen Rückkaufswert in Kauf nimmt. Glaube nur nicht den tollen Gewinnprognosen, die auf Zahlen aus Wirtschaftswunderzeiten beruhen.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

als Ergänzung zu winkel:

Ich darf mich kurz halten.

  1. KLV rückabwickeln bzw. kündigen, da hier die Rendite vielleicht bei 4,5% liegt.
  2. Annuitätendarlehen mit 15 Jahren Zinsbindung machen und Zwischentilgungen einbauen lassen.
  3. Fondspolice der Prudential oder einer anderen Gesellschaft ansparen und nach 15 Jahren den Rest des Darlehens tilgen.

Dann sind Dir dir Zinsentwicklungen doch egal, oder?

Bitte nicht beschwatzen lassen und LV oder BSV direkt koppeln lassen. Das bringt nix.

Fragen? Dann her damit.

Gruss
Christian

Hallo,

Das ist nicht das Ding. Beachte bitte den Kapitalfluß. Wenn du
100 aufnimmst, zahlst du nach 30 Jahren ca. 300 zurück. Je
schneller du also zurückzahlst, desto weniger zahlst du
insgesamt für das Haus. Nach 20 jahren Laufzeit sind es ca.
250.

Das Argument ist immer wieder zu hören, es ist aber schlicht nicht richig. EIn Haus kostet immer die Kapitalkosten. Wenn es einem selbst gehört, sind das die entgangenen ZInsen, zahlt man ab, sind es die gezahlten. Diese differieren zwar gewöhnlich um etwa 1%, aber auch nicht mehr. Andere Parameter sind oft wichtiger.

Mit dem Argument habe ich vor 8 jahren auch finazierungen
verkauft. die Zeit strafte mich Lügen. Es kann so und es kann
so kommen. Deswegen heute die Tilgung so hoch wie möglich, bei
dem jetzigen günstigen zinssatz so lange wie möglich binden
(frage nach 18 oder 20 Jahren, wird nicht offiziell angeboten,
gibt es aber.) so hoch wie möglich zwischentilgen, dann kann
es dir egal sein wie hoch die Zinsen in 15 jahren sind.

Das ist, pardon, soi nicht richtig. DIe Zinsen sind natürlich von der Laufzeit abhängig. DIe längere Bindung zahlt man mit etwas höherem Zins, damit nimmt man sich auch die Chance, in z.B: 10 Jahren wieder niedrige ZInsen zu erwischen.

Max

Hallo,

  1. KLV rückabwickeln bzw. kündigen, da hier die Rendite
    vielleicht bei 4,5% liegt.

Der Vorschlag ist verantwortungslos. Erstens ist hier nicht die Rendite vor ABschluss zu betrachten, sondern die Rendite der zukünftigen Zahlungen. Diese dürfte deutlich über den aktuellen Hypothekenzinsen liegen. Ob es sinnvoll war die KLV damals abzuschließen mag fraglich sein, sie jetzt zu kündigen ist höchstwahrscheinlich Unsinn. Davon Ab liegen die aktuellen VErzinsungen immer noch bei rund 5,5% netto.

  1. Annuitätendarlehen mit 15 Jahren Zinsbindung machen und
    Zwischentilgungen einbauen lassen.
  2. Fondspolice der Prudential oder einer anderen Gesellschaft
    ansparen und nach 15 Jahren den Rest des Darlehens tilgen.

Ich fasse es nicht. Eine KLV soll er kündigen, bei der die Abschlusskosten bereits gezahlt sind, und stat dessen in FOnds ansparen, bei denen wieder happige Ausgabeaufschläge fällig sind und deren Rendite keien Planungssicherheit gibt.

Dann sind Dir dir Zinsentwicklungen doch egal, oder?

Nee, sind sie ihm weiss Gott nicht. Nämlich dann nicht, wenn nach Ablauf der Zinsbindung der FOnd nicht so gelaufen it wie gewünscht und einehohe Summe weiterhin zu finanzieren ist.

Max

Hallo,

Das ist nicht das Ding. Beachte bitte den Kapitalfluß. Wenn du
100 aufnimmst, zahlst du nach 30 Jahren ca. 300 zurück. Je
schneller du also zurückzahlst, desto weniger zahlst du
insgesamt für das Haus. Nach 20 jahren Laufzeit sind es ca.
250.

Das Argument ist immer wieder zu hören, es ist aber schlicht
nicht richig. EIn Haus kostet immer die Kapitalkosten. Wenn es
einem selbst gehört, sind das die entgangenen ZInsen, zahlt
man ab, sind es die gezahlten. Diese differieren zwar
gewöhnlich um etwa 1%, aber auch nicht mehr. Andere Parameter
sind oft wichtiger.

Das ist nicht richtig, daß das nicht richtig ist:

Wenn ich 100 aufnehme und mit Zins und Tilgung 300 zurückzahle bzw. nur 250, dann unterschiedet sich der Kapitalfluß um 50 oder?

Wenn ich nun auf die Rückzahlung von 300 die finanzierung aufbaue und paralell anspare z.B. 50 incl. Zinsen um dann zwischenzutiglen, dann zahle z.B. 250 zurück (wg. kürzerer Laufzeit) plus die angesparten und angezisnten 50, dann bin ich auch wieder bei 300. Stimmts. nur diesmal nach 20 jahren.

Mit dem Argument habe ich vor 8 jahren auch finazierungen
verkauft. die Zeit strafte mich Lügen. Es kann so und es kann
so kommen. Deswegen heute die Tilgung so hoch wie möglich, bei
dem jetzigen günstigen zinssatz so lange wie möglich binden
(frage nach 18 oder 20 Jahren, wird nicht offiziell angeboten,
gibt es aber.) so hoch wie möglich zwischentilgen, dann kann
es dir egal sein wie hoch die Zinsen in 15 jahren sind.

Das ist, pardon, soi nicht richtig. DIe Zinsen sind natürlich
von der Laufzeit abhängig. DIe längere Bindung zahlt man mit
etwas höherem Zins, damit nimmt man sich auch die Chance, in
z.B: 10 Jahren wieder niedrige ZInsen zu erwischen.

Und du beachtest dabei nicht, daß ein höherer Nominalzins die Tilgungsrate einer Annuität erhöht und damit die Laufzeit verkürzt. Du rechnest hier mit der chance nach 10 jahren einen günstigen Zins zu erwischen und hältst das für besser als für 20 jahre eine sichere, überschaubare und feste annuitätenzahlung zu haben?

Entschuldige, aber versuchs mal mit Finanzierungsmathematik und rechne obige Beispiele mal anhand einer Finanzierung durch. Du wirst sehen, daß die Kosten, die du für die Verlängerung der Darlehen nach 10 Jahren zahlst höher sind als der Zins gesunken sein wird. Wahrscheinlich in 10 Jahren einen heutigen ALLZEITtiefzins noch weiter unterbieten zu wollen, ist Spekulation oder absolut unüberlegt.

gruss
winkel

Hallo zusammen,

jetzt hat es mich also auch erwischt, und in den nächsten
Wochen muss ich mich jetzt mal um eine Baufinanzierung
kümmern. Da gehen mir jetzt so einige Dinge durch den Kopf,
nachdem ich hier so einige Einträge durchgelesen habe.

  1. Es wird hier immer von Zinsdifferenzgeschäften abgeraten,
    wenn man die Immobilie selbst nutzt. Nun habe ich aber schon
    vor einigen Jahren als sicher bessere Alternative zu einem BSV
    eine zusätzliche Lebensversicherung zu genau diesem Zweck
    abgeschlossen, weil damals nur klar war, dass ich irgendwann
    einmal eine Immobilie erwerben möchte, es sonst aber keine
    Eckdaten gab. Da frage ich mich jetzt natürlich, ob ich die
    KLV jetzt lieber als zusätzliche Altersvorsorge stehen lasse,
    oder ob es bei einer schon vorhandenen und über drei Jahre
    angesparten KLV dann nicht doch sinnig ist, diese zu
    verwenden.

Hallo WIZ,

so wird es vermutlich sein. Lass Dir Von Deiner Versicherung mal den aktuellen Rückkkaufwert und den prognostizierten Ablaufwert ausrechnen. Sicherheitshalber rechnest Du den Ablaufwert noch einmal mit einem um 0.5 bzw. 1% reduzierten Zins. Wie das geht sage ich Dir bei Bedarf.
Für die restlichen Zahlungen ergibt sich dann ein Zins, liegt dieser höher als die aktuellen Hypothekenzinsen ist es sinnvoll die KLV zu behalten. Sonst solltest Du die KLV kündigen. In Höhe der Ablaufleistung kannst du in diesem Fall ein tilgungsfreies Darlehen abschließen. Den Rest der Finanzierung machst Du über ein Tilgungsdarlehen. Das Risiko bei der KLV Lösung besteht vor allem darin, daß Du bei einer eventuellen ANschlussfinanzierung wieder die volle Summe verzinsen musst. Viel länger als 20 Jahre sollte das nicht laufen.

  1. Wird hier - wie auch andernorts - immer wieder zu „tilgen,
    tilgen, tilgen“ geraten, was sicher sinnig für Leute ist, die
    später mal nur eine schmale Pension haben, und dann natürlich
    ihre Hütte abbezahlt haben sollten. Bei uns sieht die Sache
    anders aus, es stehen in den nächsten Jahren zwei größere
    Erbschaften an, und da wird es uns dann später nicht so
    kneifen. Aufgrund eines mehr als überdurchschnittlichen
    momentanen Familieneinkommens könnten wir natürlich auch recht
    hoch tilgen, andererseits wäre mir der aktuelle monatliche
    finanzielle Spielraum es schon wert, der Bank die Zinsen
    hierfür zu schenken. Außerdem weiß man ja nie, wie es
    einkommensmäßig weitergeht, und da man die monatliche
    Belastung ja nicht so von heute auf morgen kostenfrei ändern
    kann, will man natürlich nur eine Belastung, die man auch im
    worst case so halten könnte. Gibt es außer dem Argument
    niedrigerer Finanzierungskosten und Ende der Finanzierung vor
    Pensionsgrenze (kenne beide und ignoriere sie bewußt) noch
    Dinge, die für eine hohe Tilgung sprechen würden?

Eine Immobilie kostet die Kapitalkosten. Wenn deine eigenen niedriger liegen als diejenigen, die die Bank Dir berechnet, ist es sinnvoll die Immobilie belastungsfrei zu haben. Dies ist bei Privatpersonen meist der Fall.

  1. Ich bin ja auch kein Freund von BSV, aber wenn man sich die
    momentane Zinsentwicklung anschaut, dann muss man ja wohl
    davon ausgehen, dass zu Ende eines heute auf 15 Jahre
    angelegten Hypothekendarlehens die Zinsen deutlich höher als
    heute sein dürften und sich dann für die Anschlussfinanzierung
    ein zwischenzeitlich angesparter BSV vielleicht doch wieder
    lohnen könnte. Welche Alternativen bestehen für die
    Anschlussfinanzierung unter der Maßgabe dann deutlcih höherer
    Zinsen?

Die Zinszyklen dauern für gewöhnlich 10-15 Jahre. WOmöglich sind die ZInsen in 15 Jahren also wiede rso niedrig wie jetzt. Aber wer weiss das?
Du kannst das Risiko Durch einen BSV abmildern, aber das kostet auch Geld. Ich würde die Darlehen mit verschiedenen LAufzeiten versehen. z.B. die KLV 15, das tilgungsfreie Darlehen 10 Jahre. Dann wirst Du mit guter Wahrscheinlichkeit bei der Anschlussfinanzierung insgesamt nicht über den langjährigen Durchschnittszins bezahlen.

Max

Hallo,

Wenn ich 100 aufnehme und mit Zins und Tilgung 300 zurückzahle
bzw. nur 250, dann unterschiedet sich der Kapitalfluß um 50
oder?

Wenn ich nun auf die Rückzahlung von 300 die finanzierung
aufbaue und paralell anspare z.B. 50 incl. Zinsen um dann
zwischenzutiglen, dann zahle z.B. 250 zurück (wg. kürzerer
Laufzeit) plus die angesparten und angezisnten 50, dann bin
ich auch wieder bei 300. Stimmts. nur diesmal nach 20 jahren.

tut mir leid, aber das ist mir zu unverständlich.

Entschuldige, aber versuchs mal mit Finanzierungsmathematik
und rechne obige Beispiele mal anhand einer Finanzierung
durch. Du wirst sehen, daß die Kosten, die du für die
Verlängerung der Darlehen nach 10 Jahren zahlst höher sind als
der Zins gesunken sein wird. Wahrscheinlich in 10 Jahren einen
heutigen ALLZEITtiefzins noch weiter unterbieten zu wollen,
ist Spekulation oder absolut unüberlegt.

Danke. Finanzmathematik ist Teil meines Berufs. Nur höre ich nicht bei elementarer Zinseszinsrechnung auf. Zinsänderungsrisiken sind quantifizierbar. Das Ergebnis kann man an den unterschiedlichen Zinsen der verschiedenen Laufzeiten ablesen. There ist no free lunch.

Max

Hallo Max,

entschuldige bitte daß ich im vorigen dir nicht die „Tsd. Euro“ hinter die Zahlen geschrieben habe.

Danke. Finanzmathematik ist Teil meines Berufs. Nur höre ich
nicht bei elementarer Zinseszinsrechnung auf.

Sondern?

Zinsänderungsrisiken sind quantifizierbar. Das Ergebnis kann
man an den unterschiedlichen Zinsen der verschiedenen
Laufzeiten ablesen. There ist no free lunch.

da geb ich dir doch recht. Nur beantworte bitte:

Wenn jetzt die Zinsen auf dem tiefsten Stand seit Jahrzehnten sind, welche Zinssenkungsphantasien kannst du dann noch entwickeln?

Also liegt das Risiko doch nur in einer Änderung nach oben. Und da sollte man doch jetzt so langfristig wie möglich binden. Jetzt sage bitte nicht, daß die 0,3 bis 0,6 Prozentpunkte die eine 15 oder 18 oder 20jährige Zinsbindung teurer sind als eine 10järige, das Risiko wert sind, auf tiefere Zinsen in 10 jahren zu wetten!

gruss
winkel

Hallo Max,

ich bin ja gar nicht davon ausgegangen, daß Jedem hier der Vorschlag gefällt.
Bei der KLV habe ich von der effektiven Rendite gesprochen. Und diese liegt schon längst nicht mehr über 5% bei deutschen Gesellschaften. Übrigens hatte ich ja impliziert, daß er sich die Abschlusskosten wieder holen soll.
In einer Fondspolice zahlt man auch keine Ausgabeaufschläge sondern Abschlusskosten. Das Ablaufrisiko bei vernünftigen Produkten ist eher gering, da diese aktiv verwaltet werden. Aber das Produkt der Prudential scheinst Du nicht zu kennen.
Und wenn man das Konzept auf soliden Zahlen aufbaut, dann ist der Kredit nach 15 Jahren weg.

Vielleicht könntest Du bitte nächstes Mal etwas konstuktiver argumentieren und nicht nur Deine Entrüstung zum Ausdruck bringen. Bisher habe ich Deine Kommentare immer sehr geschätzt.

Viele Grüße
Christian

Hallo,

Das ist, pardon, soi nicht richtig. DIe Zinsen sind natürlich
von der Laufzeit abhängig. DIe längere Bindung zahlt man mit
etwas höherem Zins, damit nimmt man sich auch die Chance, in
z.B: 10 Jahren wieder niedrige ZInsen zu erwischen.

Nach deutschem Recht kann ich nach 10 Jahren trotzdem umschulden, egal wie lang die ursprüngliche Zinsbindung war.
Mit dem höheren Zins kaufe ich mir eben das Recht diesen Zins zu behalten bis der Kredit getilgt ist.

Gruss
Christian

Hallo,

Deine KLV solltest Du für die Finanzierung der selbst
genutzten Immobilie getrost vergessen. Modelle mit
tilgungsfreiem Kredit, der irgendwann über die fällige KLV
bezahlt wird, rechnen sich - wenn überhaupt - über steuerliche
Gestaltungsmöglichkeiten, die nur Selbständige haben. Die KLV
ist mit 3 Jahren noch sehr jung. Noch ließe sich der Verlust
in erträglichen Grenzen halten, wenn man diese undurchsichtige
Verquickung zweier völlig unterschiedlicher Aufgaben, nämlich
Lebensversicherung und Kapitalbildung, schlicht kündigt und
den kümmerlichen Rückkaufswert in Kauf nimmt. Glaube nur nicht
den tollen Gewinnprognosen, die auf Zahlen aus
Wirtschaftswunderzeiten beruhen.

Genau meine Meinung.
Wer sich aber mit dem Thema beschäftigt, der weiss, daß man sein komplettes Geld wieder bekommen kann. So hat es der BGH gesprochen.

Gruss
Christian

Hallo Christian,

Sorry daß ich gestern etwas grob war, ich war wirklich entrüstet.

Bei der KLV habe ich von der effektiven Rendite gesprochen.
Und diese liegt schon längst nicht mehr über 5% bei deutschen
Gesellschaften. Übrigens hatte ich ja impliziert, daß er sich
die Abschlusskosten wieder holen soll.

Also: Die Nettoverzinsung der Lebensversicherer liegt derzeit bei tewa 6,5-7%. Davon sehen nicht alles die Kunden, aber deutlich über 5 sind es schon noch. Und wie man sich nach 3 oder 4 Jahren die Abschlusskosten wiederholt musst Du mir erklären, gibt es dazu ein verbiindlichs Urteil?

In einer Fondspolice zahlt man auch keine Ausgabeaufschläge
sondern Abschlusskosten.

Das stikmmmt nun wirklich nicht. Wir und andere bezahlen den FOndsgesellschaftzen selbstverständlich Ausgabeaufschläge. Abschlußkosten berechnen wir auch. Ich habe irgendwo eine Aufstellung von Tillinghast Towers zu den Kosten von FOndspüolicen, da wir einem schlecht.

Das Ablaufrisiko bei vernünftigen
Produkten ist eher gering, da diese aktiv verwaltet werden.

Grusel. Ich glaube das Thema hatten wir schon mal. Du kannst doch nicht von einer KLV abraten weil die Rendite vielleicht von 6% auf 5% sinken könnte und dann Fonds empfehlen mit der Begründung dort sei das Risiko gering. Ich will wirkolich nicht der KLV das Wort reden. Da wird reichlich Schindluder getrieben. Aber WIZ hat ja schon eine. Die Rendite seiner Restzahlungen dürfte im Bereich von 8% liegen. Auf jeden Fall muss er sich einmal ausrechnen ob es günstiger ist die KLV zu halten oder nicht. In einem Fonds kann die Rendite mühelos unter 0% sinken. „Aktive“ Verwaltung ist eine fragwürdige Sache.

Max

Hallo,

Also: Die Nettoverzinsung der Lebensversicherer liegt derzeit
bei tewa 6,5-7%. Davon sehen nicht alles die Kunden, aber
deutlich über 5 sind es schon noch. Und wie man sich nach 3
oder 4 Jahren die Abschlusskosten wiederholt musst Du mir
erklären, gibt es dazu ein verbiindlichs Urteil?

Das wäre ja schön so. Aber glaubhafte Analysen zeigen, daß diese effektiv nicht mehr erreicht wird.

Das stikmmmt nun wirklich nicht. Wir und andere bezahlen den
FOndsgesellschaftzen selbstverständlich Ausgabeaufschläge.
Abschlußkosten berechnen wir auch. Ich habe irgendwo eine
Aufstellung von Tillinghast Towers zu den Kosten von
FOndspüolicen, da wir einem schlecht.

Also in einer vernünftigen Police gibts keine Ausgabeaufschläge. Die Kosten sind vorhanden - keine Frage. Aber alle Produkte kann man nicht über einen Kamm scheren.

Grusel. Ich glaube das Thema hatten wir schon mal. Du kannst
doch nicht von einer KLV abraten weil die Rendite vielleicht
von 6% auf 5% sinken könnte und dann Fonds empfehlen mit der
Begründung dort sei das Risiko gering. Ich will wirkolich
nicht der KLV das Wort reden. Da wird reichlich Schindluder
getrieben. Aber WIZ hat ja schon eine. Die Rendite seiner
Restzahlungen dürfte im Bereich von 8% liegen. Auf jeden Fall
muss er sich einmal ausrechnen ob es günstiger ist die KLV zu
halten oder nicht. In einem Fonds kann die Rendite mühelos
unter 0% sinken. „Aktive“ Verwaltung ist eine fragwürdige
Sache.

Natürlich gibt es ein Risiko. Aber die Ertragschancen stehen dem gegenüber. Die Frage ist doch welche Fonds da drin sind. Aber man kann natürlich auch alle Sachen zerreden.

Nehme ich eine Kapitalpolice mit Fondsanlage, dann habe ich eine Mindestverzinsung und bekommen einen geglätteten Performancebonus plus Endbonus. Das geht natürlich nicht bei deutschen Versicherern. Daran würden die ja zuwenig verdienen.
Um diese Produkte beurteilen zu können muss man sich intensiv mit Ihnen beschäftigen. Dann kennt man auch das BGH Urteil vom letzten Jahr dazu.

Gruss
Christian

Hallo,

Also: Die Nettoverzinsung der Lebensversicherer liegt derzeit
bei tewa 6,5-7%. Davon sehen nicht alles die Kunden, aber
deutlich über 5 sind es schon noch. Und wie man sich nach 3
oder 4 Jahren die Abschlusskosten wiederholt musst Du mir
erklären, gibt es dazu ein verbiindlichs Urteil?

Das wäre ja schön so. Aber glaubhafte Analysen zeigen, daß
diese effektiv nicht mehr erreicht wird.

Wer hat die Analysen gemacht, auf welche Laufzeit bezieht er sich? Welche Voraussetzungen macht die Analyse bezüglich der Zins/Aktienentwicklung und der zukünftigen Anlagepolitik der Versicherer?
WIZ soll ruhig 0,5-1% Sicherheit einplanen. Die dürften aber vermutlich locker drin sein.

Des weiteren: oben hast Du gesagt du gingest davon aus das WIZ sich seine Abschlusskosten zurückholen könne. Das geht also nicht. Damit ist es aber höchstwahrscheinlich eine sehr gute Idee von WIZ, die KLV in die FInanzierung einzubinden.

Was die Fondspolicen betrifft. WIZ möchte schnell tilgen. Da ist eine Fondspolice nun wirklich angesichts der Risikostruktur nicht erste Wahl.
Welche Fondspolicen verzichten auf Ausgabeaufschläge? Wie hoch sind in diesem Fall die laufenden Verwaltungskosten?

Tut mir leid, aber dieses Thema scheint mir sehr unergiebig zu sein.

Max

Hallo,

Des weiteren: oben hast Du gesagt du gingest davon aus das WIZ
sich seine Abschlusskosten zurückholen könne. Das geht also
nicht. Damit ist es aber höchstwahrscheinlich eine sehr gute
Idee von WIZ, die KLV in die FInanzierung einzubinden.

Wieso ist eine Fondspolice denn schlecht für die Finanzierung und eine KLV gut? Das ist mir zu hoch. Die Abschlusskosten bekommt man wieder, wenn man weiss wie. Das ist keine Theorie sondern tägliche Praxis.

Was die Fondspolicen betrifft. WIZ möchte schnell tilgen. Da
ist eine Fondspolice nun wirklich angesichts der
Risikostruktur nicht erste Wahl.
Welche Fondspolicen verzichten auf Ausgabeaufschläge? Wie hoch
sind in diesem Fall die laufenden Verwaltungskosten?

So weit ich weiss verzichten alle Top-Gesellschaften auf Ausgabeaufschläge. Die Kosten sind von vielen Faktoren abhängig. Man kann sich das aber annährend ausrechnen.

Tut mir leid, aber dieses Thema scheint mir sehr unergiebig zu
sein.

Vielleicht liegt das daran, daß wir beide eine eine sehr feste Position zu dem Thema haben.

Christian