Fragen zur Existenzgründung

Hallo,

ich habe mir bereits konkrete Vorstellungen über verschiedene Möglichkeiten der Existenzgründungen gemacht (also was ich will etc.)

Es handelt sich um verschiedene Branchen in denen ich mich (endlich) selbständig machen möchte. Diese haben einen unterschiedlichen Kapitalbedarf. Mein Problem ist, das mein Eigenkapital relativ gering ist, so das es höchstens für die Firma reichen würde (inkl. Fördermittel) die am wenigtens Kapitalintensiv ist.

Gibt es außer Fördermittel noch andere Möglichkeiten (z.B. Beteiligungen) um eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen? Die von mir favorisierte Firma wäre in weiten Umkreis von meinem Wohnort konkurrenzlos, benötigt aber leider sehr viel Vermögen (Fuhrparkt, Grundstück das ich aber relativ günstig mieten könnte).

Für Infos wäre ich Euch sehr dankbar.

Gruß

Roland

Hi Roland,

wie immer gilt der Grundsatz: Ohne eine gewisse Eigenkapitaldecke sollte man sich nicht selbständig machen.

Wenn Dein privates Kapital nicht ausreicht gilt es, eine Partnerschaft mit einem Kapitalgeber einzugehen. Wenn Du Dein Konzept überzeugend und realisierbar darstellen kannst, findest Du u.U. jemanden wobei bei diesen Partnerschaften immer die Gefahr besteht, dass der Geldgeber andere Erwartungen als Du hat, Deine Idee aufgreift und Dir die Geschäftsidee wegschnappt oder sich nach einiger Zeit schlicht nicht mehr mit Dir versteht (bzw. Du mit ihm).

Geld von der Bank kriegst Du nur, wenn Dein Konzept hieb- und stichfest ist. Dazu brauchst Du kurz- mittel- und langfristige Finanzierungspläne, Investitionspläne, Markterhebungen u.s.w.

Viel mehr fällt mir auch nicht ein, ausser im Lotto zu gewinnen.

bye
Rolf

Hallo,

ich habe mir bereits konkrete Vorstellungen über verschiedene
Möglichkeiten der Existenzgründungen gemacht (also was ich
will etc.)

Vorstellungen was du machen willt sind schon mal gut. Aber ebenso wichtig ist das Wissen über die buchhalterische Seite der Selbstständigkeit, das nur am Rande.

Gibt es außer Fördermittel noch andere Möglichkeiten (z.B.
Beteiligungen) um eine ausreichende Finanzierung
sicherzustellen? Die von mir favorisierte Firma wäre in weiten
Umkreis von meinem Wohnort konkurrenzlos, benötigt aber leider
sehr viel Vermögen (Fuhrparkt, Grundstück das ich aber relativ
günstig mieten könnte).

Warum ist die Firma konkurrenzlos? Weils zu teuer ist? Weils sich letztendlich nicht rechnet? Weil kaum Bedarf ansteht? Weil eine stetige Entwicklung nicht möglich ist? Gehe mal kritisch (und so negativ wie möglich) an dein Konzept ran. Wo sind die Schwachpunkte, warum tut die Sache noch keiner?

Wenn du das Kapital nicht hast, wenn du Geld nicht in der benötigten Menge heranschaffen kannst, so laß die Idee auf Eis liegen. Sobald du höhere Summen investierst (Bank, stiller Teilhaber, Oma etc.) und die Sache geht schief, so hast du dann ein wirkliches Problem. Dieses Problem gilt es aber schon im Vorfeld auszuräumen. Womit wir wieder beim Geld wären. Backe doch zum Anfang kleine Kuchen, lerne Unternehmer zu sein. Dein großes Ziel kannst du immer noch angehen. Die Firma kann sich erweiter, finanziell wie im Geschäftfeld. Auch kannst du von heute auf morgen wieder zumachen, hältst du die Finanzen übersichtlich, so tut dieser letzte Schritt auch nicht so weh. Neu anfangen kannst du immer noch. Aber eines kann dir niemand nehmen: Die Erfahrung, die du im ersten Versuch gemacht hast! Ich kenne einige Unternehmer, eigentlich hat jeder schon mal neu angefangen, mir ging es auch so. Es gibt auch ein ungeschriebenes Gesetz: „Jeder Unternehmer fällt mindestens einmal richtig auf die Schnauze, wer da wieder rauskommt, kann es schaffen.“. Hat was Wahres, dieser Satz. Also keine Angst, alles was du machst, machst du für dich, verliere den Mut und dein Ziel nicht.

Nochmal zum Geld. Sämtliche Fördermittel (die nichtrückzahlbaren) sind zur Absicherung deines Lebensunterhaltes während der Gründungsphase gedacht. Alle Fördermittel für das Unternehmen sind Investitionskredite. Sie sind günstig, aber trotzdem eine Belastung. Und die kann ganz schnell an die Substanz gehen. Schaue also zu, das du möglichst mit den dir zur Verfügung stehenden Mitteln erst mal auskommst. Sammle Erfahrungen, mach dich bekannt. Dann kannst du immer noch investieren. Übrigens sehen es Banken auch ganz gern, wenn man reale Zahlen vorweisen kann (Unternehmensentwicklung).

Gruß
André

Hallo …

wenn mehrere Geschäftsfelder vorliegen und zu wenig Eigenkapital vorhanden ist, dann wird jeder Geldgeber empfehlen, sich nicht zu verzetteln und nicht auf jeder Hochzeit zu tanzen.

Favorisieren, Sie denjenigen Geschäftsbereich, in dem Sie mit dem geringsten Risiko und der größten Chance, unter Berücksichtigung eines angemessenen Kapitalbedarfs starten können.

Dass irgendjemand bereits beim Start Gebäude und Fuhrpark finanziert ist relativ unwahrscheinlich, wenn wenig Eigenkapital vorhanden ist.

MfG
BEBOUB

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Antworten. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse habe ich durch meine Ausbildungen (Die Begriffe Break even Point, kurzfristige Preisuntergrenze etc. sind mir also schon vertraut). Zudem arbeite ich zur Zeit noch in der Buchhaltung,

Die Firma (in diesem Fall Einzelhandel) ist konkurrenzlos, da Läden die ein ähnliches Sortiment anbieten diese teilweise nicht mehr anbieten bzw. ihre Läden schließen. Bedarf ist zweifelsohne vorhanden, ich bin durch entspechende Nachforschungen gut informiert. Auch über andere Gründe habe ich mir schon Gedanken gemacht.

Warum ist die Firma konkurrenzlos? Weils zu teuer ist? Weils

sich letztendlich nicht rechnet? Weil kaum Bedarf ansteht?
Weil eine stetige Entwicklung nicht möglich ist? Gehe mal
kritisch (und so negativ wie möglich) an dein Konzept ran. Wo
sind die Schwachpunkte, warum tut die Sache noch keiner?

Wenn du das Kapital nicht hast, wenn du Geld nicht in der
benötigten Menge heranschaffen kannst, so laß die Idee auf Eis
liegen. Sobald du höhere Summen investierst (Bank, stiller
Teilhaber, Oma etc.) und die Sache geht schief, so hast du
dann ein wirkliches Problem. Dieses Problem gilt es aber schon
im Vorfeld auszuräumen. Womit wir wieder beim Geld wären.
Backe doch zum Anfang kleine Kuchen, lerne Unternehmer zu
sein. Dein großes Ziel kannst du immer noch angehen. Die Firma
kann sich erweiter, finanziell wie im Geschäftfeld. Auch
kannst du von heute auf morgen wieder zumachen, hältst du die
Finanzen übersichtlich, so tut dieser letzte Schritt auch
nicht so weh. Neu anfangen kannst du immer noch. Aber eines
kann dir niemand nehmen: Die Erfahrung, die du im ersten
Versuch gemacht hast! Ich kenne einige Unternehmer, eigentlich
hat jeder schon mal neu angefangen, mir ging es auch so. Es
gibt auch ein ungeschriebenes Gesetz: „Jeder Unternehmer fällt
mindestens einmal richtig auf die Schnauze, wer da wieder
rauskommt, kann es schaffen.“. Hat was Wahres, dieser Satz.
Also keine Angst, alles was du machst, machst du für dich,
verliere den Mut und dein Ziel nicht.

Andre, das nehme ich mir zu Herzen. Denn die eine Idee zur Existenzgründung ist wirklich übersichtlich. Auf jeden Fall ist in meiner derzeitigen Situation Selbständigkeit die bessere Lösung als weiterhin so weiterzuwursteln. Schließlich ist ja auch ein Arbeitsplatz nicht mehr sicher.
Gruß
Roland

Nochmal zum Geld. Sämtliche Fördermittel (die
nichtrückzahlbaren) sind zur Absicherung deines
Lebensunterhaltes während der Gründungsphase gedacht. Alle
Fördermittel für das Unternehmen sind Investitionskredite. Sie
sind günstig, aber trotzdem eine Belastung. Und die kann ganz
schnell an die Substanz gehen. Schaue also zu, das du
möglichst mit den dir zur Verfügung stehenden Mitteln erst mal
auskommst. Sammle Erfahrungen, mach dich bekannt. Dann kannst
du immer noch investieren. Übrigens sehen es Banken auch ganz
gern, wenn man reale Zahlen vorweisen kann
(Unternehmensentwicklung).

Gruß
André