Fragen zur Rechtschreibung, dringend!

Hallo,
schreibe gerade meine Bachelorarbeit und habe vier Fragen

  • Hier ein Textauszug zu einer Frage:
    So konnte sowohl das Nutzungsmotiv der Deckung unerfüllter Bedürfnisse als auch das Motiv der Nutzung als Ventil bei jeweils sechs Personen nachgewiesen werden.

Kann – das Motiv der – geschrieben werden oder muss immer - Motiv Deckung unerfüllter Bedürfnisse - geschrieben werden? Wenn ja, muss dann Deckung unerfüllter Bedürfnisse immer in Anführungszeichen?

a.) Motiv der Flucht vor Stress und Problemen
b.) Motiv Flucht vor Stress und Problemen
c.) Motiv „Flucht vor Stress und Problemen“ – wenn diese Konstellation richtig ist, dann jedes Motiv in Anführungszeichen?

-zudem:
heißt es Quelle: selbst erstellt oder Quelle: selbsterstellt?

-"Jedes der fünf Drehbücher umfasst mit circa 50 Seiten und 18 bis 20 Szenen eine 24-minütige Folge“ Fußnote. -->Wird der Punkt wegen Verwirrung bewusst weggelassen oder wenn der Satz dort endet auch ein Punkt hinsetzen?
siehe hier:
„Jedes der fünf Drehbücher umfasst mit circa 50 Seiten und 18 bis 20 Szenen eine 24-minütige Folge.“Fußnote.

Zu guter letzt:
schreibt man zur oder zu der und zum oder zu dem? Mir sagte jemand, dass man besser immer zum und zur schreiben würde. Stimmt das?

Wäre super, wenn ihr mir schnell helfen könntet.

Vielen Dank,

Annika

Hallo Annika,

Kann – das Motiv der – geschrieben werden oder muss immer - Motiv
Deckung unerfüllter Bedürfnisse - geschrieben werden? Wenn ja, muss
dann Deckung unerfüllter Bedürfnisse immer in Anführungszeichen?

falsch ist keine der Varianten, höchstens weniger klar als möglich. Die Genitivkonstruktion »Motiv des/der XY« ist gängig und in Ordnung, solange es keine Verwechslungsgefahr mit »Motivation; Beweggrund« gibt. Wenn du die Bezeichnung des Motivs direkt anschließt, würde ich immer Anführungszeichen setzen, also »das Motiv ›XY‹« schreiben. Eine dritte Möglichkeit besteht, wenn das Motiv einen kurzen Namen hat: »das XY-Motiv« – wie in »das Doppelgänger-Motiv«.

heißt es Quelle: selbst erstellt oder Quelle: selbsterstellt?

Beides ist möglich, wobei ›selbst erstellt‹ – for what it’s worth – die vom DUDEN empfohlene Schreibweise ist. Ich würde indes eher im Text statt in einer Fußnote oder Beschriftung darauf hinweisen, dass du einen bestimmten Inhalt selbst erstellt hast, also: »in der folgenden selbst erstellten Grafik/Tabelle«. Oder du lässt den Hinweis ganz weg.

Wird der Punkt wegen Verwirrung bewusst weggelassen oder wenn der
Satz dort endet auch ein Punkt hinsetzen?

Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten: Du kannst auf den Schlusspunkt außerhalb der Anführungszeichen verzichten und »Das ist der zitierte Satz.«² schreiben (wobei »²« die Fußnotenziffer ist). Du kannst aber auch den Schlusspunkt des zitierten Satzes weglassen, sofern es nicht zufällig eine besondere Bewandtnis damit hat, dass der Satz eben auf diese Weise endet – statt etwa mit einem Ausrufe- oder Fragezeichen. Dann hast du »Das ist der zitierte Satz«². Es steht dir als Autorin des neuen Texts frei, bis zu welcher Stelle du zitieren möchtest – und wenn du eben vor dem Punkt aufhören möchtest, weil der das Zitat umgebende Satz bereits mit einem Punkt endet, ist daran nichts verwerflich. Die wichtigsten Punkte beim Zitieren sind neben übersichtlichen Quellenangaben, dass der Sinn des Originals nicht entstellt wird sowie dass eventuell sinnverändernde Kürzungen oder Modifikationen transparent gemacht werden. Dagegen verstößt keine der beiden von mir genannten Varianten.

schreibt man zur oder zu der und zum oder zu dem? Mir sagte
jemand, dass man besser immer zum und zur schreiben würde. Stimmt das?

Das lässt sich so pauschal kaum sagen. Es gibt einige Kontexte, in denen du »zur« oder »zum« schreiben musst (zum Beispiel bei »Ich komme nicht zum Arbeiten«), und wenige Konstruktionen, in denen es »zu der« oder »zu dem« heißen muss (zum Beispiel »Ich gehe zu dem Bäcker, der die besten Brötchen backt«). Außerhalb dieser Fälle würde ich es, wenngleich deine Arbeit kein Gedichtband ist, vom Rhythmus des ganzen Satzes abhängig machen, welche Form du wählst. Mit den kürzeren, verschmolzenen Formen läufst du jedenfalls weniger Gefahr, dass der Satz schwerfällig wirkt.

Gruß
Christopher