Fragn zur PKV

Hallo,

nachdem ich hier ein wenig gestöbert habe, bleiben bei mir noch zwei Fragen zur PKV:
1.) Beitragssatzentwicklung: Man wird vor Eintritt aufgrund seines Alters, seiner Krankenvorgeschichte, seines Geschlechts usw. ‚klassifiziert‘ und daraufhin wird ein Beitragssatz festgelegt. Wenn ich nun in fünf Jahren Krebs bekäme, wäre das ein Grund, den Beitragssatz entsprechend anzuheben? Oder stimmt es, dass der Beitrag nicht wegen während der Versicherngszeit auftrender Erkrankungen erhöht werden darf (weil es quasi das Risiko der Versicherung ist)?

2.) Die Ärzte mögen ja Privat-Patienten, weil sie bei ihnen mehr abrechnen können. Ausserdem ‚werben‘ die PKVs damit, dass sie eigentlich gar nicht teurer sind als eine gesetzliche Versicherung. Wenn das stimmt, woher kommt dann der Mehr an Geld, dass sie an die Ärzte zahlen (müssen)?

Vielen Dank für eure Antworten und noch eine schönen Abend,

Tyll

Einfach zu beantworten
Hallo Tyll

nachdem ich hier ein wenig gestöbert habe, bleiben bei mir
noch zwei Fragen zur PKV:
1.) Beitragssatzentwicklung: Man wird vor Eintritt aufgrund
seines Alters, seiner Krankenvorgeschichte, seines Geschlechts
usw. ‚klassifiziert‘ und daraufhin wird ein Beitragssatz
festgelegt. Wenn ich nun in fünf Jahren Krebs bekäme, wäre das
ein Grund, den Beitragssatz entsprechend anzuheben? Oder
stimmt es, dass der Beitrag nicht wegen während der
Versicherngszeit auftrender Erkrankungen erhöht werden darf
(weil es quasi das Risiko der Versicherung ist)?

Nein, der Beitrag steigt deswegen nicht. Du bist kein Auto.

2.) Die Ärzte mögen ja Privat-Patienten, weil sie bei ihnen
mehr abrechnen können. Ausserdem ‚werben‘ die PKVs damit, dass
sie eigentlich gar nicht teurer sind als eine gesetzliche
Versicherung. Wenn das stimmt, woher kommt dann der Mehr an
Geld, dass sie an die Ärzte zahlen (müssen)?

Die Finanzierung einer privaten ist gänzlich anders, als die der Kassen.
Auch das Risiko. Den nur mal an die soziale aufgabe der Kassen: Du bist Alleinverdiener und kannst 6 Kinder mit Frau mit einen Beitrag versichern. Mutterschaftsgeldempfängerinnen zahlen keinen Beitrag, usw.
Bei den privaten zahlt jeder seinen eigenen Beitrag. Auch der Säugling.
Dazu kommt, dass jeder, der unterhalb einer bestimmten Grenze (Beitragsbemessungsgrenze: 2005: 3.900 €) aufgenommen werden muss (Arbeitnehmer!)! Und zwar zu dem Beitrag, den ein Gesunder auch zahlen muss.
Das sind nur ein paar Gründe.

Grüße
Raimund

Hallo Raimund

Nein, der Beitrag steigt deswegen nicht. Du bist kein Auto.

Okay, klar.

Die Finanzierung einer privaten ist gänzlich anders, als die
der Kassen.
Auch das Risiko. Den nur mal an die soziale aufgabe der
Kassen: Du bist Alleinverdiener und kannst 6 Kinder mit Frau
mit einen Beitrag versichern. Mutterschaftsgeldempfängerinnen
zahlen keinen Beitrag, usw.
Bei den privaten zahlt jeder seinen eigenen Beitrag. Auch der
Säugling.
Dazu kommt, dass jeder, der unterhalb einer bestimmten Grenze
(Beitragsbemessungsgrenze: 2005: 3.900 €) aufgenommen werden
muss (Arbeitnehmer!)! Und zwar zu dem Beitrag, den ein
Gesunder auch zahlen muss.
Das sind nur ein paar Gründe.

Hmm, das beantwortet meine Frage nicht ganz. Das mehr an Geld, dass die PKV zahlen muss kommt also aus der ‚anderen‘ Finanzierung derselbigen und nicht aus höheren Beiträgen?

Grüß
TYll

Hallo Tyll,

dann versuche ich es halt einmal:

  1. Der festgesetzte Beitrag ist bei der PKV so kalkuliert, dass er Deine Kosten bis zum Lebensende finanziert (statistisch und durchschnittlich), wenn sich die Kosten oder die Lebenserwartung nicht verändern.

Hierbei ist zu beachten, dass einige Versicherer aggressiver und einige vorsichtiger kalkulieren. Das hat natürlich schon Auswirkungen auf die zukünftige Beitragsstabilität.

  1. Der Beitrag in der PKV wird für jede Personen gezahlt. In der GKV zahlst DU zwar mehr - Du subventionierst damit aber das System, also alle die, die weniger zahlen (Sozialversicherung)

Es gibt Personen für die es teurer wäre sich Privat zu versichern.

Die PKV ist eigentlich teurer - nur optisch für Dich günstiger!

Viele Grüße
Thorulf Müller
Versicherungsmakler

Hallo Tyll

Hmm, das beantwortet meine Frage nicht ganz. Das mehr an Geld,
dass die PKV zahlen muss kommt also aus der ‚anderen‘
Finanzierung derselbigen und nicht aus höheren Beiträgen?

Richtig. Und dazu zählt eben auch das Minderrisiko der Privaten (also: jeder selbst versichert, kein Beitragserlass für Mütter…)
Da aber in den letzten jahren einge Privatversicherte Toppabsicherungen wählten und die teuerdst Lösung der heilung anstrebten (also gleich zum Spezialisten, auch wenn es nur ein Kratzer am kleinen Fingerchen war), werden immer mehr Tarife gesschaffen, die das Primaärarztprinzip haben. Du siehst, auch den Privaten wachsen die Bäume nicht in den Himmel.
Grüße
Raimund

Hi Thorulf,

Die PKV ist eigentlich teurer - nur optisch für Dich
günstiger!

Hübscher Satz, aber was soll der jetzt bedeuten?

Gruß
TYll

Hier sind wir doch bei dem Ansatz der Lebensrechnung:

Mal angenommen, man hat noch 30 Jahre bis zur Rente und muss dabei ohne Familie immer den Höchstsatz bezahlen.
Fährt man dann mit einer Privaten in der Summer besser?
Wahrscheinlich ja, aber auch wenn man ein Jahr arbeitslos ist?
Oder wenn doch ein Kind kommt?

Gibt es annähernd eine Möglichkeit ungefähr zu erwägen, bis zu
welcher Grenze eine Private günstiger wäre?

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