Situationen im Vergleich
Hi Thomas
Also:
Ich möchte aus der Kritik der reinen (!) Vernunft einen
praktischen (!) Schematismus ableiten, der die KpV zwar nicht
überflüssig werden lässt, aber ergänzt, indem er empirische
Aspekte zulässt. Das ist m. E. möglich, indem man die
Kantischen theoretischen Schemata als nicht-reine
synthetische Urteile a priori (im Sinne Konrad Cramers)
interpretiert und dann praktisch wendet. Die Anwendung
ethischer Grundsätze wird dann von Situationsbeurteilungen
mit bestimmt;
Ok - bis hierhin kann ich sagen, obwohl ich es nicht verstanden hab´ *grins*, daß es es weder mit dem Begriff Ähnlichkeit noch mit noch (und erst recht nicht) mit dem der Selbstähnlichkeit bei Fraktalen etwas zu tun hat. In meinem Gehel-NPh-Lehrbuch ging es ja um die skaleninvariante Struktur des Systems - da lag diese Überlegung schon näher.
Bei der Frage nach Situationstypen hast du aber mit dem Terminus Typ = species schon selbst angedeutet, daß du für die Frage des Vergleichs kaum mehr als die klassischen Mittel des Aristoteles (Kategorien und Metaphysik) benötigst: Du hast mit Situation die Gattung. Und die species und ihre Differenz zur jeweils anderen species ergibt sich daraus, daß sie durch Mengen von Eigenschaften {s(1) … s(n)} bestimmt sind. Eine Teilmenge der Eigenschaftsmengen erzeugt die Abstraktion, d.h. sie gibt die Zugehörigkeit zur Gattung an: Das sind die (exakt) gleichen Eigenschaften. Und die anderen Eigenschaften machen die speziellen Differenzen. Natürlich braucht man hier noch mehr Kriterien, und du wirst um die Einbeziehung solcher Begriffe wie Analogie (Proportion), Metapher, Assoziation (letzteres wäre zirkulär, da du dafür wieder die Ähnlichkeit brauchst) ggf. nicht herumkommen. Vor allem wird hier, ähnlich (*ggg*) wie in der Biologie, die Homologie eine wesentliche Rolle spielen (wie die zwischen dem Knochensystem der Vertebraten), die letztlich nichts anderes ist als die besagte topologische Äquivalenz.
Wenn du zusätzlich auf singuläre, also individuelle, Situationen gehen willst, weißt du ja, was zu tun ist: Du benötigst Attribute, die ausschließlich dieser Singularität zukommen.
Die Ähnlichkeit zwischen zwei Individuen oder Arten von Individuen ist bei der einfachsten Formalisierung (also wenn sich die Beschreibung eines Objektes in der Angabe einer diskreten Attributemenge erschöpft) schlicht aus der Anzahl gleicher und ungleicher Elemente zu finden - in der Teilchenphysik hat man dafür die diskreten, kontinuierlichen, sowie die additiven und multiplikativen Quantenzahlen. Das wird aber für reale, makroskopische Gegenstände und insbesondere situative nie ausreichen. Es hinge jedenfalls alles von der exakten (bzw. problemstellungs-spezifischen) Beschreibung der „Situationen“ ab.
Falls ich dein Anliegen verstanden habe, wäre das mein vorläufiger Lösungsvorschlag.
die Situationen haben verschiedene Aspekte, durch die sie voneinander abweichen.
Dies „Aspekte“ können IMHO nur Eigenschaften, also Attribute sein. Zu diesen zählen ja übrigens auch die sog. Anfangs- und Randbedingungen …
Wenn also … [in was auch immer für einer skaleninvarianten Struktur von Strukturen, z.B. Fraktalen] dieselbe Form noch einmal auftritt, aber eben kleiner, dann ist an der Form nur ein einziger Parameter, nämlich die Größe, verändert.
Ja - das nennt man eben daher „Skaleninvarianz“. Aber du willst ja keine Situation mit ihren eigenen Unterstrukturen vergleichen, sondern mit anderen Situationen. Da können wir die Fraktal-Diskussion also rauslassen …
… im Ganzen ist mein Ziel, einzelne Situationsparameter zu verändern, die Vergleichbarkeit der Gesamtsituation aber durch Ähnlichkeit zu gewährleisten.
Hm - IMHO gehört zum „Vergleich“ doch immer die Angabe des Gleichen und des Ungelichen …? Das geht aber nur bei diskreten Eigenschaften und das auch nur dann, wenn diese die Gegenstände erschöpfend beschreiben…
Vielleicht bringst du mal ein Beispiel? oder besser im Philosophie-Brett?
Dabei hatte ich mich eben an deine „Einführung in die Naturphilosophie“ erinnert.
Ja, aber das wird dir bei deiner Problemstellung nichts nützen. Denn die „Homologie“ (oder was das auch immer ist) zwischen den „Stufen“ und „Sphären“ des Hegelschen Systems - es ist immer noch nicht geklärt, aber ich arbeite dran - erfordert ganz andere Mittel der Argumentation als das, worauf du abzielst.
Nun habe ich am Ende zwei Fragen:
- War das verständlich?
- Hast du eine Meinung dazu?
Und ich ich hab eine Gegenfrage:
Fühlst du dich soweit verstanden? *grins*
Gruß
Metapher