Franchise-Musikschule

Ich interessiere mich dafür, zusammen mit einem Freund, eine Musikschule in Form von Franchising aufzumachen.
Konzept: wir zahlen 15 % des Umsatzes an den Franchise-Geber und erhalten dafür Seminare pädagogischer Art, Steuerberatung, Unterlagen für WErbung und kaufen Instrumente und Unterrichtsmaterialien vom Geber. Dieser hat eine lange Erfahrung auf dem Gebiet und gibt einem sehr viele Unterstützungen. Startkapital braucht man keines, nur einen Raum mieten und auf Schüleraquisition gehen. Da es um Musikfrüherziehung geht, muß man selber nicht Musik studiert haben, sondern einfach nur das Unterrichtskonzept umsetzen. Der Franchise-Geber nimmt einem auch die Buchführung ab und schlägt Preise vor.
Man muß sich also selber nicht den Kopf zerbrechen, sondern kann auf Erfahrungen zurückgreifen. Eine echte Selbständigkeit ist es wohl nicht, aber man trägt selber das Risiko des Gehaltes.
ICh suche jetzt Meinungen zu diesem Konzept oder zu Franchise allgemein, die mir helfen, mich zu entscheiden!

Hallo Kristina.
Ich kenne Franchise in einem anderen Gewerbe, glaube aber schon, dass es vergleichbar ist.

Wichtig ist allemal, was in dem Franchise - Vertrag geregelt ist.
15% des Umsatzes müßt ihr an den Franchise-Geber abdrücken, da stellt sich die Frage, ob der FG einen Mindestumsatz nach einer gewissen Zeit voraussetzt?

Sind die Seminare kostenlos oder werden sie berechnet?
Trägt der FG die vollen Kosten der Werbung?

Selbstverständlich unterstützt der FG in allen Lagen, schließlich liegt es ja auch in seinem Interesse an euch zu verdienen :smile:

Der Franchise-Geber nimmt einem auch die Buchführung ab und
schlägt Preise vor.

Hier kommt es darauf an, ob er lediglich Preisvorschläge macht, oder aber, ob ihr euch fest an seine Preise binden müßt.
Der FG kann nicht anhand vergleichbarer Franchise-Nehmer Preise vorschlagen, sondern sollte sie individuell kalkulieren.

Man muß sich also selber nicht den Kopf zerbrechen, sondern
kann auf Erfahrungen zurückgreifen.

Das ist das „bequeme“ am Franchise, der Nachteil jedoch ist, dass ihr kaum Entscheidungsfreiheiten habt.
Oftmals müßt ihr erst den FG um Zustimmung bitten.

Mag ja auch sein, dass der FG irgendwann seine Preise erhöht, die Preiserhöhung müßt ihr wiederrum auf den Kunden abwälzen und was ist, wenn dieser nicht mehr mitspielt?

Dass er so freundlich ist und euch sogar die Buchführung abnimmt, liegt sicher auch an seinem gesteigerten Interesse, schließlich hat er so den vollen Überblick über eure Zahlen, Bilanzen, etc.

ist es wohl nicht, aber man trägt selber das Risiko des
Gehaltes.

Wenn ihr einen prozentualen Anteil an den FG leisten müßt, dann lebt ihr von den Gewinnen, die die Unternehmung erwirtschaftet,
das wäre kein direktes Gehalt sondern der sog. „Unternehmerlohn“.

Ihr solltet in diesem Fall vorab kalkulieren, welche Umsätze ihr erzielen müßt um fixe Kosten zu decken, Deckungsbeitrag zu ermitteln und letztendlich zu erkennen, was letztendlich für euch rausspringt.

Ich kann weder sagen positiv noch negativ, dass muß jeder für sich selbst entscheiden, inwieweit er selbständig im wahrsten Sinne des Wortes sein möchte, oder eben Entscheidungen nicht fällen zu müssen.

Vor Vertragsabschluss vielleicht noch einen Rechtsexperten um Prüfung des Vertrages bitten.
Ist ratsam.
Und vielleicht solltet ihr gleichartige Franchisenehmer um Tipps bitten.

Gruß …Melanie…

Ergänzung
Hallo Melanie,
danke für Deine Einschätzung.
Über einige Dinge habe ich mir auch Gedanken gemacht: vor allen DIngen die Preisabhängigkeit vom FG. Die Preise, die wir an die Kunden weitergeben,liegen in unserem Ermessen, wir bekommen dann lediglich unverbindliche Vorschläge. Allerdings übernimmt der FG nur die organisatorische Seite der Werbung, nicht jedoch die finanzielle. Sprich: wir bestellen vorgedruckte Werbung direkt beim FG. Genau wie Instrumente, Notenmaterial, Werbegeschenke, Visitenkarten. Die Preise sind angemessen, allerdings weiß ich nicht, ob sie erhöht werden können, bzw. in welchem Rahmen…
Die Buchführung kostet allerdings auch etwas extra, mir gefällt diese Kontrolle ehrlich gesagt auch nicht, aber ich galube, man darf auch selber kalkulieren.
Seminare sind kostenlos.
Ich weiß nicht, ob 15 % vom Umsatz (hier sind Käufe vpom FG nicht enthalten, sondern nur Schülerentgelte) viel sind, da bin ich überfragt. Positiv ist jedenfalls, daß kein Startgeld verlangt wird.
Zum Thema Mindestumsätze: der FG gibt einem 5 Jahre zur Markterschließung, dann muß ein bestimmter prozentualer Anteil der Bevölkerung des gewählten Marktgebietes erschlossen sein.
Wir haben außerdem gerechnet, daß wir ab 100 Schülern die Kosten decken und ein Gehalt an uns abdecken, das wir für angemessen halten.
Wir haben auch genug finanzielle Reserven, um uns einige Zeit in der Verlustzone aufzuhalten.
Allerdings ist da die komplette steuerliche Situation nicht berücksichtigt.

Hi,

ich vermute mal es geht um eine Yamaha-Musikschule? Ich bin da skeptisch. Im Moment schiessen die Musikschulen aus dem Boden wie die Pilze (zumindest in Hessen). Ich denke das bald ein Überangebot an Unterrichtsplätzen da sein wird, wenn es nicht schon so ist, und dann wird das Sterben losgehen. Zumal die Konkurenz durch städtische Musikschulen mit Subventionen nicht die gleiche Ausgangssituation hat, wie ihr. Ich denke das habt ihr euch bestimmt auch schon überlegt, aber eventuell nicht stark genug berücksichtigt.
Mein Tip, Kalkuliert doch mal durch, was euch der Start in die Selbständigkeit kostet ohne den Partner. Erstmal teurer aber möglicherweise auf lange Sicht besser/günstiger.
Ich würde es zur Zeit ganz lassen.

  1. Nur musikalische Früherziehung wird nicht reichen, da die Fluktuation dort sehr hoch ist. Bei Instrumentalunterricht (Erwachsene und Kinder) gibt es eine längere Bindung an den Lehrer oder die Schule.

Das ihr nicht Musik/Pädagogik studiert habt, halte ich für bedenklich (und werden manche Elter auch). Gerade bei musikalischer Früherziehung halte ich eine Pädagogische Ausbildung für wichtig/nützlich. Das soll nicht heissen das Pädagogen oder „studierte“ Musiker die besseren Lehrer sind, aber welche Fachkompetenz könnt ihr vorweisen? Glücklicherweise ist auch hier der momentane Trend an Musikschulen verstärkt auf Pädagogisches Geschick Gewicht zu legen um alte Paukermethoden zu verändern. Ich denke das Konzept (wahrscheinlich ein kleines Büchlein) einfach runterbeten ist falsch. Ihr habt eine enorme Verantwortung für die Kinder und einen prägenden Einfluss auf ihre Einstellung zur Musik.
Desweiteren verliert ihr eure Neutralität bei Beratungen bei Instrumenten. Wenn eine Mutter zu euch kommt und euch um Hilfe bittet beim Klavierkauf für ihr Kind, dann muss es wohl Yamaha sein. Von einem Lehrer erwarte ich aber eine gewisse Unabhänigkeit. Allerdings wenn bei euch der Franchisepartner auf Visitenkarte etc auftaucht, wissen die Eltern ja Bescheid.

Tja das waren meine Überlegungen…

Auf jeden Fall VIEL GLÜCK!!

Gruss Mark

Hi Kristina,
neben dem FranchiseGEBER-Verband gibt es auch den FranchiseNEHMER-Verband, der die Interessen von Frachisnehmern vertritt. Leider weiß ich nicht die Adresse, aber der Verband ist m. W. im Internet erreichbar.

Wenn das Frachise-Angebot seriös ist, wird man Dir Adressen von anderen Franchisenehmern sagen, mit denen Du Kontakt aufnehmen kannst. Oder suche Dir am besten selbst andere Franchisenehmer dieses Systems und informiere Dich bei Ihnen. Sage offen, was Du vorhast und bitte um Angaben.

Bei der Werbung sollte man wissen, dass einige Frachise-Systeme damit die Werbung für ihr System, nicht für einzelne Franchisenehmer meinen - genau hinterfragen und klären. Überhaupt halte ich die KOMPETENTE Unterstützung bei der Akquisition für das A und O.

Hallo Kristina

Hier noch ein paar Denkansätze meinerseits :smile: Ich habe keinerlei Erfahrung mit Franchise oder so, aber folgende Gedanken würd ich mir noch stellen.

Sprich: wir bestellen

vorgedruckte Werbung direkt beim FG. Genau wie Instrumente,
Notenmaterial, Werbegeschenke, Visitenkarten. Die Preise sind
angemessen, allerdings weiß ich nicht, ob sie erhöht werden
können, bzw. in welchem Rahmen…

Da könnt ihr nicht mal selber den Preis aushandeln? Find ich nicht so toll. Ausser die Preise sind wegen den Mengen dann wirklich so günstig beim FG.

Die Buchführung kostet allerdings auch etwas extra, mir
gefällt diese Kontrolle ehrlich gesagt auch nicht, aber ich
galube, man darf auch selber kalkulieren.

Du glaubst… weisst aber nicht. :wink:

Seminare sind kostenlos.

Mit welchen Bedingungen? Unbegrenzte Anzahl im Jahr? Erfahrungen von anderen Seminarbesuchern?

Wir haben außerdem gerechnet, daß wir ab 100 Schülern die
Kosten decken und ein Gehalt an uns abdecken, das wir für
angemessen halten.

Ich finde 100 Personen ziemlich viel? Ich vermute ihr seid zu zweit. Wie könnt ihr 100 Personen abdecken? Ich vermute mal, dass eine Person, einmal wöchentlich dann Unterricht bekommt - das ist ja dann gar nicht möglich bei nur zwei Personen…? Oder denkt ihr da schon bald Angestellte zu haben?

Liebe Grüsse
Tanja

Hallo Tanja,
danke für die Anregungen. In der Tat haben wir die Preise bis jetzt nicht in Frage gestellt, aber es ist ein guter Gedanke, zu verhandeln, wenn es soweit ist.
Die Sache mit den 100 Schülern klärt sich durch Gruppenunterricht. Wir haben mal überlegt, daß wir ungefähr 20 Stunden pro Woche unterrichten und 20 Stunden pro Woche aquirieren. Daß man als selbständiger wahrscheinlich auch dieses Limit sprengen wird, haben wir erstmal nicht mit kalkuliert. Dann sind 100 Schüler kein Problem.

Ich denk mal ihr zwei habt was mit Musik zu tun, oder???

Ansonsten würdet ihr ja nicht auf die Idee kommen, solch ein Franchise Unternehmen aufzumachen.

Andernfalls,wenn ihr nicht´s mit Musik am Hut habt, rate ich euch es zu lassen. Es ist eine schwierige Branche. Ohne Beziehungen läuft da relativ wenig.

Solltet ihr es dennoch versuchen wünsche ich euch viel Glück, wobei ich sehr an diesem Konzept zweifle.

MfG

Hallo Benjamin,
ja, wir haben was mit Musik zu tun, allerdings nur hobbymäßig. Kannst Du vielleicht genau sagen, warum Du dieses Konzept für zweifelhaft hältst?
Das würde mir sehr helfen!
Kristina

Hallo Kristina,

wie soll ich das sagen…???

Ihr habt keine Ausbildung, kein Studium etc.
Habt ihr eine pädagogische Ausbildung (Erzieher o.ä.)
Wer ist in eurem Fall der Franchise Geber? Yamaha?
Wohnt ihr auf dem Land oder in der Stadt? Bei uns liegen die Preise für die MusikalischeFrühErziehung bei 50-60 DM.
Davon geht ein Teil für den Franchise Geber weg, dann geht ein Teil weg für Raummieten, ein Teil für irgendwelche Lehrer die ihr sonst nocht braucht für evtl. spezielle Instrumente; außer ihr spielt (so wird dies bei uns angeboten: Keyboard, Gitarre, Quer-, Flöte, Melodica, Klavier). Könnt ihr das alles perfekt spielen? Ihr müsst die zumindest so spielen können, dass ihr das jemand anders vermitteln könnt. Dann müsst ihr daran denken, dass die MFE nur im Kindergartenalter ist, zumindest in der Form in welcher ihr diese betreiben wollt, denk ich doch mal. Ihr braucht ca. 200 Kinder damit ihr davon Leben könnt, wenn nicht sogar mehr…
Überlegt euch das gut, schaut das Konzept von eurem Franchise Geber an und denkt auch dran, dass ihr Steuern zahlt, d. h. es geht wieder ein Teil von den 50-60 DM weg !!!

Dann könnt ihr euch ja ausrechnen was übrigbleibt!

Gruß Benni

P.S. Kinder haben im Normalfall erst um ca. 14 Uhr Zeit und können bis max. 17 uhr irgendwas aufnehmen. Berücksichtigt das auch.

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