Frankreich / Bretagne

Hallo,

Frage an Bretagne-Reisende: der nächste Urlaub steht vor der Tür, diesmal Bretagne.

Selbstverständlich sind einschlägige Reiseführer und websiten durchgelesen aber der ein oder andere kann vielleicht/hoffentlich aus Erfahrungswerten noch was empfehlen (oder von pauschalen Empfehlungen aus Reiseführern abraten) und daher die Frage nach Euren Tipps zu den Regionen

  • Côte de Granit Rose / Lannion / Trélévern
  • Concarneau / Quimper / Bénodet
  • La Trinité-sur-Mer / (westl.) Golf von Morbihan

Herzlichen Dank :+1:

PS: und falls noch jemand eine Empfehlung hat, was man, wenn man einen Abend in Rennes (Innestadt) verbringt, gutes machen kann, immer gerne :wink:

Servus,

etwas westlich von Lannion verkehrt nach vielen Unsicherheiten diesen Sommer 7. Juli bis 31. August der „Vapeur du Trieux“ leider sehr verkürzt zwischen Pontrieux und Paimpol (freilich ist das der landschaftlich hübscheste Abschnitt der Linie Guincamp -. Paimpol). Paimpol ein vergleichsweise wenig überlaufener Küstenort, war ein bedeutender Hafen für die Santiago-Pilger aus England, dazu gehörig die in Ruinen noch vorhandene Abbaye de Beauport.

Sonst, etwas ab von Deinen Vorgaben: Ein sehr hübscher Küsten-/Hafenort, weil etwas abseits der „großen Namen“ liegend, ist Camaret sur Mer mit der Kapelle Notre Dame de Rocamadour (von der ich hie und da glaube, sie passe bis heute auf mich auf, wenn ich unterwegs bin, seit ich ihr vor ungefähr hundert Jahren eine Kerze angezündet habe).

Die landschaftlich hübscheste Ecke der Bretagne zwischen Camaret und Guerlesquin. Dort übrigens auch schon allein des Namens wegen einen Besuch wert der winzige Weiler, der wohl mehr Silben als Häuser hat: Pen ar Hoat ar Gorre.

Schöne Grüße

MM

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Wenn Interesse an Wandern und / oder Kajak besteht, Quimperlé und Umgebung mit Wald von Toulfoën und Tal der Laïta.
Etwas weiter östlich deiner Zielkoordinaten das Moor Brière mit fantastischen Möglichkeiten u.a. zur Vogelbeobachtung. Angehängt die Salzgärten von Guérande.

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Ich bin zwar zu den vorigen Antwortenden kein Bretagne-Spezialist, allerdings haben wir im Vorjahr den Norden der Bretagne erkundet (also von Rennes, Vitre, usw. über Mont Saint Michel - ja, Normandie, aber trotzdem ein „Streitpunkt“ -, Dinan, Morlaix und Brest bis Pointe Saint-Mathieu) und ein paar Sachen wären in der Nähe der Cote de Granit Rose (von derselbigen mal abgesehen):

1.) Chapelle de Saint Gonery: Es gibt zwar sonst nix dort (also schon noch die Eglise Saint-Pierre de Plougrescant), aber alleine dieser Turm hat mich in seinen Bann gezogen.

2.) Der Markt am Samstag Vormittag in Morlaix: So wie auf jedem Markt in der Bretagne die beste Möglichkeit sich den Magen mit Galette und Crepes vollzuschlagen.

3.) Cairn de Barnenez (weil gleich in der Nähe zu Morlaix)

4.) Château de Kerjean: Ja, schon etwas kitschig, trotzdem ein Gegensatz zu den „rohen“ Bauten in der Bretagne

Und abschließend finde ich Guingamp unterschätzt und Brest keine Reise Wert (max. botanischer Garten und Stade Francis-Le Ble)

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Hallo,

in den von Dir genannten Gegenden war ich weniger unterwegs,
Allerdings gibt es zu Concarneau eine allgemeine Warnung:

Bloß nicht in den französischen Schulferien und auch nicht an Wochenenden mit mehr als 2 oder 3 Sonnenstrahlen. Insbesondere die Altstadtinsel ist regelmäßig hoffnungslos überlaufen und sowieso nur noch mit Neppläden bestückt.

In der Nähe von Concarneau ist dann eher (aber auch nicht in Ferien/an Wochenenden) Pont l’Abbe empfehlenswert:
Pont-l’Abbé – Wikipedia
der von @Tomh erwähnte Cairn de Barnenez ist wirklich imposant:
Cairn von Barnenez – Wikipedia

Eine längere Anfahrt wert ist aber auf jeden Fall das Schiffahrts- bzw. Fischereimuseum von Douarnenez:
Port musée – Port musée de Douarnenez. Présentation, collections et expositions, informations pratiques. Douarnenez, Finistère (29), Bretagne

Sollte noch Planungsflexibilität bestehen, möchte ich Dir den äußersten Nordwesten empfehlen mit den recht ruhigen Orten Landeda und Plougerneau, die die wunderschöne Mündung des Aber Wrac’h flankieren:
Aber Wrac’h – Wikipedia

Ach ja, solltest Du Krimi-Fan sein, hat das bretonische Fremdenverkehrsamt noch was ganz Spezielles zu bieten:
Auf den Spuren Kommissar Dupins | Tourisme Bretagne

&tschüß
Wolfgang

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  • wie ich Pontrieux westlich von Lannion verorten konnte, kann ich nicht mehr rekonstruieren - bitt umb Vergebung ob dieses Lapsus.

Ich hab noch was als Reisebegleitlektüre (möglicherweise auch in der deutschen Übersetzung als gepäcktaugliches Taschenbuch erschienen, im französischen Original auf alle Fälle): Pierre Jakez Hélias, Le Cheval d’Orgueil.

Hélias beschreibt in dem Buch (großenteils seine eigene) Kindheit und Jugend in einer armen Familie im Pays Bigouden (südwestlich von Quimper, diesmal stimmt die Himmelsrichtung) kurz nach dem ersten Weltkrieg. Der in der deutschen Übersetzung nicht nur wegen des S-z-s-Lautes etwas unglückliche Titel - „orgueil“ ist schon auch Stolz, bedeutet aber an dieser Stelle eher sowas wie Ehrgefühl - bezieht sich auf den Rat, den der Vater in jener Familie seinem Sohn gibt: Wenn er mal in finanzieller Not wäre, wie es in jeder Generation dieser Familie mal vorkommt, und man ihm alles wegnehmen würde, was er noch hat, möge er auf jeden Fall darauf achten, dass ihm das Pferd „Stolz“ nicht aus dem Stall geführt wird - das müsse dort bleiben, komme was da wolle…

Schöne Grüße

MM

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Frage zu
1, Maison du Gouffre (Castel Meur): sieht auf den Bilder natürlich top aus und daher hat die Dame des Hauses dies als must-see auserwählt, nur, mit dünkt, das könnte deutlich überlaufen sein? Hat dazu schon jemand Erfahrung sammeln dürfen?

2, gleiches bzgl. der Alignements de Carnac

Habt Dank!

Servus,

die

waren bereits 1977, als ich in dieser Gegend die „Grauen Anfurten“ suchte, nicht besonders leicht zwischen den Menschenmassen zu erkennen, die sich dort tummelten. Wie das heute mit den Horden kreischender Sääälfie-Macherinnen ausschaut, die es damals noch nicht gab, mag ich mir nicht vorstellen.

Auch wenn weniger spektakulär, täte ich da die Alignements von Lagatjar als Schwerpunkt zum Kapitel Menhire vorziehen - und natürlich auch die einzelnen Menhire, die immer mal wieder unversehens auf dem Feld stehen.

Schöne Grüße

MM

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kurzes feedback dazu für zukünftig interessierte Leser: ist unproblematisch, da die Alignements inzwischen von der Regierung, zum Verdruss einiger lokaler Bürger, aus Schutzgründen eingezäunt wurden (stehen entsprechende Infotafeln dazu vor Ort). Wir waren, da in der näheren Umgebung untergekommen, mehrfach dort und auch zu peak-Zeiten kann man alles gut sehen, da außer einiger weniger geführter Kleingruppen, keine Massen zwischen den Steinen „rumtrampeln“.

PS: an Einzel-Menhiren, Dolmen etc. ist auch die Halbinsel von Locmariaquer an verschiedensten Stellen sehr zu empfehlen.

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Salut Max,

Danke Dir für diese Aktualisierung. Das ist etwas, was kein kinschdlicher Depp machen kann, das ist wewewa.

Es freut mich beiläufig sehr zu hören, dass auch hier offenbar das ziemlich mysteriöse Conservatoire du Littoral, in dem so viele Haushaltsmittel versickern, ohne deutliche Spuren zu hinterlassen, mal was Gutes hingekriegt hat.

Nein, ich bin kein Freund von Zäunen. Aber in einer Zeit, in der - hélas! - das Wissen darum, dass Regeln für alle, wenn sich alle dran halten, das Leben für alle leichter und schöner machen, mit KI-Geschwindigkeit verschwindet, sind sie ganz schlicht notwendig.

Schöne Grüße!

MM

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ja, und die Texte auf den angesprochenen Hinweisschildern sind erfreulicherweise mit einem leichten Augenzwinkern formuliert und heiter zu lesen.

dito, aber die sind tatsächlich notwendig denn unzählige Trampler hatten den Boden an vielen Stellen schon derart gelockert, dass die Stein’chen umzufallen drohten; Vorher-Nachher-Bilder, ähnlich derer an der Pointe de granite von Ploumanac’h, geben Zeugnis davon. Und erfreulicherweise sind die Zäune auch nur Hüfthoch, man sieht was man sehen will/soll/muss :wink:

Danke für die Info, wir werden Anfang September in Carnac sein - und auch in Locmariaquer und auch bei den Alignements de Lagatjar und und und und … (und hoffentlich weniger los als letztes Jahr im August in der nördlichen Bretagne).

gerne, kleiner Tipp noch für Locmariaquer: die meisten besuchen die Site des mégalithes mit dem Le Grand Menhir Brisé (und der ist auch beeindruckend), aber in Loc gibt es noch einige weitere interessante Funde. Z.B. der Dolmen du Mané Lud, der frei begehbar ist, oder Mané-Rethual und Dolmen des Pierres Plates (inzwischen eingezäunt) u.a.

Wenn ihr den Ausflug nach Loc mit etwas Baden versüßen wollt, dann ist der Plage de Saint-Pierre zu empfehlen, da weniger frequentiert wie die weiter östlich gelegenen.

Und falls ihr Austern schlürfen wollt, hatten uns die bei „Les huitres d’ Evariste“ am besten geschmeckt (liegt ggf. auch an der gefälligen location; bei Huitres Frick Erwan parken und die paar Meter laufen).

PS: und wenn ihr schon in der Gegend seid: ein Abstecher auf die Halbinsel Quiberon und dort westlich die Côte Sauvage ist sehenswert (zu Fuß oder mit Gefährt entlang der Küstenstraße) mit anschließender Erfrischung am Plage de Sainte Barbe. Und natürlich Auray mit Altstadt und Hafen und Sainte-Anne-d’Auray und Vannes und … ach, ich könnt’ schon wieder packen :wink:

Hehe, die Dolmen in Locmariaquer hab ich mir schon alle eingezeichnet, Quiberon und Auray und - vor allem - Saine-Anne-d’Auray sowie Vannes stehen sowieso auch am Plan - nur Baden ist zeitlich nicht drinnen (auch sind wir nicht gerade „Badeurlauber“) und Austern (und Meeresfrüchte generell) sind absolut nicht unser Ding (alles schon probiert und gekostet und absolut nichts für unsere Geschmacksnerven) - eigentlich ein Frevel, wenn man an die Meeresküste fährt, aber wir haben nicht einmal alle Galette-Variationen durch :slight_smile:

Leider wird dieser zweite Bretagne-Besuch der letzte dort werden, da wir in jedem Urlaub eine andere europäische Region (bzw. Teile davon) besuchen.

  • die Bretagne ist auch für die Erzeugung von Gemüse recht bedeutend. Der See war sie seit je in eher zweischneidiger Weise verbunden. Ein „Zurückkehrer“, relativ früh pensioniert wie beim französischen Militär üblich, nachdem er viele Jahre irgendwo im Outre-Mer eine Transall geflogen hatte, hat mich in der Gegend von Brignogan mal drauf aufmerksam gemacht, dass man jünger gebaute „nachgemachte“ bretonische Häuser daran erkennen kann, dass sie Fenster zum Meer hin haben. Ein „richtiges“ bretonisches Haus zeigt dem Meer mit seinen Unwettern und bösen Geistern immer eine fensterlose Giebelwand.

Falls Ihr (z.B. in Gîtes) mit Kochgelegenheit unterwegs seid, unbedingt die rotgrauen Roscoff-Zwiebeln „Rose de Roscoff“ probieren - sie bieten recht charmante Aromen und sind für „schnelle Küche“ prima geeignet, weil sie bereits beim Anblick von heißem Öl in Topf oder Pfanne sofort regelrecht dahinschmelzen. Aber auch alles andere vom Maraicher ist ein Probiererle wert. Eine relativ bedeutende Marke, auch für „Bio“ (bei Nachbars läuft sehr vieles, auch Regionales, über Markenprodukte), ist Pouliquen.

Schöne Grüße

MM

Hatten im Vorjahr zwar keine Kochgelegenheit, allerdings haben wir auf dem Markt in Morlaix ein Säckchen erstanden und dann zuhause zubereitet - als Füllung für die selbst gemachten Galettes (wobei der Drang schon sehr groß war, die vorbereiteten ebenfalls am Markt zu kaufen).